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Von Hans-Joachim Wimmeroth
Bonn. Er habe "experimentell gekocht", rechtfertigte Ulrich Hauschild am Freitag auf Anfrage des General-Anzeigers seine Niederlage. Am Donnerstagabend hatte der Bürgermeister mit seinem Menü in der Vox-Sendung "Das perfekte Dinner" nicht punkten können und landete Freitagabend mit 21 von 40 möglichen Punkten auf Platz 4.
Diesen letzten Platz teilte sich der 57-Jährige mit der 21-jährigen Studentin Katharina. Gewonnen hat der Bonner Unternehmer Philipp-Yves mit "einem Hausfrauen-Gericht", kartete Hauschild am Freitag nach: So etwas könne er sich bei seinem Ruf nicht leisten.
Der Ruf scheint indes nach der Punktwertung eher auf die Größe von Gemüsewürfeln geschrumpft. So begann Hauschild sein Menü mit Leber vom Rehbock, "auf den Punkt gebraten", wie er versichert. Kulinarisch gesehen ein Fauxpas, denn Fremden setzt man nie Innereien vor, weiß man schon aus dem Hauswirtschaftsunterricht.
Eine weitere handwerkliche Ungeschicklichkeit: Die Leber richtete er auf gerösteten Baguette-Stücken an. So weit, so gut. Nur kippeln die auf ihrer halbrunden Seite, und so flog prompt beim Servieren ein Leberstück vom Brot. Und der alternative Steinpilz für die Vegetarierin war eiskalt. Im Hauptgang servierte der passionierte Golfer und Jäger dann Lotte (Seeteufel) mit Jacobsmuscheln, Tunfisch und Scampis, Tagliatelle und Kaiserschoten an Safransauce.
So recht mochten sich die Gäste auch mit diesem Gang nicht anfreunden. "Die hatten wenig Ahnung, die wussten nicht, was eine Lotte ist", gerann Freitag Hauschilds Humor. Indes: Die Teller waren so überhäuft, dass eine Stubenfliege keinen Platz zum Wenden gehabt hätte; und die Safransauce war offenbar überwürzt. Das hätte dem Mann mit dem vorauseilenden Ruf nicht passieren dürfen. Bei der Zubereitung erklärte er noch vollmundig: "Wenn man üppig hat, kann man auch üppig rein tun."
Auch das Dessert (Basilikum-Rosmarin-Creme mit Himbeer-Sauce im Glas) fand nicht viele Freunde. Hätte der "Bürgermeister Sausewind" (so der launige Vox-Kommentator) wenigstens den Limettensaft aus der Himbeersauce gelassen, hätte es vielleicht ein paar Trostpunkte mehr gegeben. Aber so reagierten die Teilnehmer überwiegend angesäuert und verweigerten den Beifall.
Wie das Dessert zu behandeln gewesen wäre, erläuterte Hauschild im Abspann: Sie hätten selbst mischen müssen, aber "das haben die Gäste gar nicht mitbekommen". Die Bewertung hält Hauschild, der zuvor bei den Kochkünsten der anderen Bonner Kandidaten nicht mit Kritik gespart hatte, für völlig daneben: "Ich fand, es war perfekt."