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Von Gabriela Quarg
Stieldorf. Einmal bei einem richtigen Fernsehcasting dabei zu sein, auf der Bühne live vor Erfolgsproduzent Dieter Bohlen zu singen, die Chance zu haben, vielleicht ein ganz großer Star zu werden - für viele bleibt das ein heimlicher Traum. Nicht so für die 13-jährige Yosefin Buohler: Die Schülerin aus Stieldorf ist Kandidatin bei der Fernseh-Show "Das Supertalent."
Nie auch nur eine Stunde Gesangsunterricht: Yosefin Buohler hat schon mit zwei Jahren auf dem Sofa geträllert Foto: Frank Homann
Samstagbend kann man ab 20.15 Uhr auf dem Fernsehsender RTL verfolgen, ob Yoyo mit ihrem Gesangstalent die gnadenlose Jury aus Dieter Bohlen, Moderatorin Sylvie van der Vaart und Choreograf Bruce Darnell überzeugt hat und sich weiter Hoffnung auf den Titel "Supertalent" machen darf.
Die blonde Schülerin, die die achte Klasse der Bonn International School besucht, hat es jetzt schon weit gebracht: 10 000 Talente haben sich für die zweite Staffel der Casting-Show, bei der das größte Unterhaltungstalent Deutschlands gesucht wird, beworben.
Bei einem Vor-Casting, das im Mai in mehreren großen Städten Deutschlands stattfand, wurde die Spreu vom Weizen getrennt und entschieden, wer am eigentlichen Fernsehcasting teilnehmen durfte und somit die Chance auf die Teilnahme am Halbfinale und Finale hat - wie Yosefin.
Gesungen hat die Schülerin, die in ihrer Freizeit gerne reitet und das Fußballtor ihrer Schulmannschaft hütet, schon immer gerne: "Ich habe schon mit zwei Jahren auf dem Sofa gesessen und rumgeträllert", erzählt sie. Yoyos Eltern maßen der Sangesfreude ihrer Tochter zunächst keine große Bedeutung zu: "Wir kommen beide aus der Musikbranche, Yosefin ist daher von klein auf mit Musik konfrontiert worden. Erst als sie zehn Jahre alt war, haben wir gemerkt, dass sie mehr drauf hat."
Dabei hat Yosefin noch nie auch nur eine Stunde Gesangsunterricht gehabt. "Ich habe mir CDs angehört und das, was mir gefallen hat, nachgesungen." Am liebsten Soul, Popmusik und Balladen von der schwedischen Sängerin Robyn, von Alicia Keys oder Christina Aguilera. Auch Whitney Houston und Mariah Carey zählen zu den Vorbildern des jungen Talents.
Vor einiger Zeit war Yosefin als Zuschauerin beim Halbfinale der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" dabei. Seitdem stand für sie fest: "Das möchte ich auch einmal machen." Als dann im Fernsehen die Werbung für die zweite Staffel von "Das Supertalent" lief, fragte sie kurzerhand ihre Eltern, ob sie dort mitmachen dürfe.
"Und wir haben nein gesagt", erklärt Mutter Patricia Randquist. "Du bist viel zu jung für eine solche Show", lautete die Begründung. "Wir wissen, dass sie Talent hat, haben aber auch immer gesagt: Deine Zeit wird kommen." Und bis dahin, meinten die Eltern, sollten besser noch einige Jahre ins Land ziehen.
Doch Yoyo blieb hartnäckig "und irgendwann habe ich meine Eltern dann doch rumbekommen" unter der Bedingung, dass die Schule weiterhin oberste Priorität hat. Für die Bewerbung ließ sich Yoyo von einer Freundin mit einem Video-Handy aufnehmen. Ihre Version von Alicia Keys Hit "If I Ain't You" überzeugte die Produktionsfirma, und eines Tages lag die Einladung zum Vor-Casting im Briefkasten.
Nervös sei sie schon gewesen, aber richtiges Lampenfieber - "nein, das habe ich nicht gehabt", erzählt die 13-jährige. Schließlich musste sie bei der Vorauswahl im Mai in Köln auch noch nicht vor großem Publikum und prominenter Jury auftreten, sondern nur vor einem kleinen Team in einem Raum eine Kostprobe ihres Könnens abgeben. Und mit ihrer mitreißenden Stimme hat Yosefin dabei bereits einen großen Teil ihrer Mitbewerber ausgestochen, die Schülerin wurde zum offiziellen Fernsehcasting eingeladen.
Im Hamburger Schauspielhaus wurde es ernst. Von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends dauerte der anstrengende Casting-Tag. Für die Fernsehaufzeichnung mussten unter anderem auch Szenen mit dem Publikum gefilmt werden. Mit klopfendem Herzen stand Yosefin dann erstmals der Jury um Dieter Bohlen vor den Augen.
"Ich bin auf die Bühne gegangen und habe das Beste draus gemacht." Wie würde das Urteil des oftmals zynischen und knallharten Kritikers ausfallen? "Er war sehr human", berichtet Yosefin, die mit ihrer Beurteilung, die Samstagabend auf RTL zu hören ist, durchaus zufrieden war. "Er geht mit Kindern ganz anders um als mit Erwachsenen."
Ganz egal, ob Yoyo es nun ins Halbfinale der besten 24 Kandidaten geschafft hat oder nicht - für mindestens Einen ist sie bereits jetzt das "Supertalent": ihre Oma aus Schweden, die die Sendung am Samstagabend natürlich vor dem Fernseher verfolgen wird, und die ihr als Glücksbringer einen kleinen Engel aus Glas geschenkt hat.
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