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Mordversuch auf dem Heiderhof: "Sie ist nicht zufällig gefallen"

Verletzte Schülerin nannte Details des Verbrechens - Die Tatverdächtigen, 17 und 18 Jahre alt, sind bisher "wegen jugendtypischer Delikte" aufgefallen

Von Dagmar Blesel

An dieser Stelle sollen die beiden mutmaßlichen Täter das 16-jährige Mädchen in den 20 Meter tiefen Abgrund gestoßen haben.Bad Godesberg. Das 16-Jährige Mädchen, das vor einer Woche auf dem Heiderhof bewusstlos geschlagen und gewürgt wurde und danach 20 Meter tief einen Abhang am Philosophenring hinunterstürzte (der GA berichtete), ist körperlich auf dem Weg der Besserung. In Kürze soll sie aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die seelischen Wunden sind damit allerdings nicht geheilt.

Die Schülerin hat nach Angaben von Monika Nostadt-Ziegenberg, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, die Tat vor und nach ihrer Bewusstlosigkeit "gut und im Detail" geschildert; ihre Aussagen seien "stimmig". Auf die Frage, ob die 16-Jährige den sehr steilen Abhang hinunter gestoßen wurde, sagt Nostadt-Ziegenberg: "Nach dem bisherigen Ermittlungsstand ist sie nicht zufällig gefallen." Wie berichtet, wertet die Staatsanwältin die Tat als versuchten Mord.

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Das Mädchen, das sich offenbar in einen anderen Jungen verliebt hatte, hat sich bei dem Sturz unter anderem eine schwere Fußfraktur zugezogen. Sie hatte sehr viel Glück, denn Buschwerk hat ihren freien Fall immer wieder gebremst. Schwer verletzt schleppte sie sich nach Lannesdorf und bat um Hilfe.

Der Tat verdächtig sind der 17-Jährige Freund, nach GA-Informationen Deutscher mit Migrationshintergrund, und ein Bekannter (18) aus dem Libanon. Möglicherweise ist noch ein Dritter beteiligt gewesen. "Wir machen dazu auch weiterhin keine Angaben dazu. Aus ermittlungstaktischen Gründen sind entsprechende Presseveröffentlichungen unverantwortlich", sagt Nostadt-Ziegenberg.

Die beiden Verdächtigen, die in Köln-Ossendorf in Untersuchungshaft sitzen, seien vor ein paar Jahren "wegen jugendtypischer Delikte wie Ladendiebstähle" aufgefallen, aber nicht strafrechtlich verurteilt worden. Für Carsten Rubarth, Anwalt des 17-jährigen Verdächtigen, ist "kaum nachzuvollziehen, was meinem Mandanten vorgeworfen wird. Er ist bisher nicht mal schwarzgefahren und hat noch nie einen Jugendrichter gesehen." Er sei ein ganz normaler Teenie.

Die beiden Männer haben nach GA-Informationen zugegeben, am Tatort gewesen zu sein, Schläge aber teilweise und eine Tötungsabsicht ganz bestritten. Der Jüngere geht auf eine Realschule in Bad Godesberg, sein Bekannter auf die König-Fahd-Akademie. Diese war vor Jahren wegen ihres islamistischen Umfeldes in die Schlagzeilen geraten. Dem Regierungspräsidenten lagen zuletzt keine Erkenntnisse über islamistische Aktivitäten an der Akademie vor.

Artikel vom 17.07.2008
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