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Weitgehend ruhiger Verlauf der Doppel-Demo

Bundespolizei beseitigt vorbereitete Störaktionen an der Bahnstrecke zwischen Hauptbahnhof und Duisdorf - Bürger konnten am frühen Abend aufatmen

Der Demonstrationszug der Gegendemonstranten auf dem Weg von Endenich nach Duisdorf.Bonn. (wsv) "Duisdorf gleicht einer Geisterstadt", so eine Beobachterin am Samstagmorgen. Die Straßen wie leergefegt, die Rochusstraße sowohl für Autos als auch für Fußgänger, die nicht in den betroffenen Bereichen wohnen, weiträumig abgesperrt.

Ein Anhänger einer Aktion gegen einen Aufmarsch von Neonazis schaut einer Hundertschaft Polizisten hinterher. Polizisten nehmen einen Demonstranten gegen einen Aufmarsch von Neonazis fest. Die Innenstadt von Duisdorf ist nahezu leergefegt. Im Messdorfer Feld bilden die grünen und blauen Fahrzeuge sowie die Reiterstaffel ein kontrastreiches Bild gegenüber dem goldgelben Getreide. Nichts geht mehr: Festgesetzt sitzt eine Gruppe Demonstranten auf der Kreuzung.

Gegen 9.30 Uhr hatte sich der vom DGB-Haus in Endenich gestartete Zug der Gegendemonstranten in Bewegung gesetzt. Nach Auskunft eines Polizeisprechers waren es etwa 2 500 Teilnehmer, die sich über die B 56 in Richtung Duisdorf bewegten. An der Ecke Provinzialstraße/Hermann-Wandersleb-Ring steht die Bühne, auf der eine Kundgebung der Demonstranten stattfand, die sich gegen den Aufzug der Rechten richtete.

Mit dabei ein Block von etwa 200 - Angaben dazu schwankten - teilweise vermummten Linksradikalen, dem die Ordnungskräfte besonderes Augenmerk schenkten. Etwas Hektik kam auf, als kurz nach 11 Uhr eine militante Splittergruppe versuchte, sich in Richtung Lengsdorf abzusetzen, aber an einer Polizeikette scheiterte. Die Polizei berichtete, dass aus dieser Gruppe heraus auch Farbbeutel, Flaschen und Steine in Richtung der Beamten flogen. Mit umfangreichen Kräften wurde die Gruppe bis zum frühen Abend festgesetzt, um die Personalien der Beteiligten festzustellen.

Nach Angaben der Bundespolizei sollte durch vorbereitete Störaktionen auf der Bahnstrecke zwischen Bonn Hauptbahnhof und Bahnhof Duisdorf verhindert werden, dass Demonstrationsteilnehmer rechtzeitig den Veranstaltungsort erreichen können. Die Bundespolizei erkannte diese Störungen frühzeitig, beseitigte und sicherte sich.

In einem Fall waren Farbbeutel von einer Brücke in die Fahrtstrecke der Bahn gehängt worden. In einem anderen Fall war das Schotterbett unter der Bahnstrecke entfernt worden um eine Ankettaktion/Blockade durchzuführen. Der Entstördienst der DB wurde hinzugezogen und gab nach Prüfung die Strecke frei. Durch die notwendigen Sperrungen kam es zu geringfügigen Verzögerungen im Bahnverkehr auf dieser Strecke.

Größere Gruppen von Demonstrationsteilnehmer wurden von Polizeikräften der Bundespolizei bereits ab Köln begleitet. Im Bereich des Bahnhofs Duisdorf versuchten Teilnehmer des linken Spektrums auf Demonstrationsteilnehmer des rechten Spektrums loszugehen. Das konnte durch den Einsatz von Kräften der Bundes- und Landespolizei verhindert werden. Dabei wurden durch die Bundespolizei vier Personen festgenommen, hieß es von Behördenseite.

Seit dem frühen Nachmittag hielten die etwa 250 rechten Demonstranten ihre Kundgebung vor der Bundesprüfstelle auf der Rochusstraße ab. Zwischen ihnen und den Gegendemonstranten standen mehrere Reihen Polizei, um die Gruppen voneinander zu trennen. Zu Übergriffen kam es nicht.

Starke Polizeikräfte waren überall präsent. Im Messdorfer Feld bildeten die grünen und blauen Fahrzeuge sowie die Reiterstaffel ein kontrastreiches Bild gegenüber dem goldgelben Getreide. In der Luft schwebten den ganzen Tag über Hubschrauber der Bundes- und Landespolizei und beobachteten das Geschehen aus der Höhe.

Gegen 18.45 Uhr kontten die Bürger in den betroffenen Stadtteilen wieder aufatmen: Die Polizei hob die umfangreichen Sperrmaßnahmen in Endenich und Duisdorf auf. Lediglich die Rochusstraße blieb zwischen der Villemombler Straße und dem Hermann-Wandersleb-Ring wegen des Abbaus der Veranstaltungsbühne noch für rund eine Stunde gesperrt.

(Weitere Berichterstattung folgt.)

Artikel vom 12.07.2008
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