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Da tanzt der Berg

Für Bewegungsfreudige gibt es erstmals eine Alternative zur Gitarrenmusik - Aber auch die Elektronic-Szene kommt auf ihre Kosten - Wie die Funk- und Technofreaks

Von Frank Auffenberg

Erste Reihe: Tolle Stimmung an den Bühnen. Fotos: LannertBonn. Wer an die R(h)einkultur denkt, der hat erstmal Gitarrenriffs im Ohr. Er dürfte sich beim Besuch des Tanzberges zunächst einmal verwundert die Augen gerieben haben. "Wie auf einem anderen Planeten", staunte Sara Lennert (22) und deutete auf das Plateau der höchsten Erhebung der Rheinaue.

Farbenfroh: Das Sonneschutzmittel gehört bei der Rheinkultur einfach  in die Tasche.

Während zu Füßen des Hügels die Hip-Hop-Fans ihren wortgewandten Helden beim Reimen lauschten und auf den drei Konzertbühnen die Gitarrensaiten schnarrten, beherrschte auf dem Tanzberg der Bass die groovende Menschenmasse. "Tanzen, tanzen, tanzen", lautete das Motto auf dem Olymp der Rheinaue.

Die drei Veranstalterteams Elektroholics, Elektrodrei und 360-Grad, allesamt Größen in der Bonner Elektronic-Szene, versprachen nicht zuviel. Bereits als Phil Fidget, Mitbegründer der Elektroholics, um 12 Uhr seine Plattenteller anschmiss, dürften sich einige Gäste schmerzhafte Blasen ertanzt haben.

Vor der winzigen Bühne, eigentlich nicht mehr als ein heimeliger Ort, um das geliebte Disc-Jockey-Equipment aufzubauen, versammelte sich schnell eine eigene kleine Tanzgemeinde, die sich häufig recht wenig um das Geschehen auf dem Festivalgelände scherte. "Ich kam gezielt hier hin", gestand Thorsten Schaller (34). Natürlich könne er auch Gefallen am restlichen Programm finden, da der Tanzberg aber einmal da sei, gebe es keinen Grund für ihn, ihn so schnell wieder zu verlassen.

Dominierte in den Tanzzonen der letzten R(h)einkulturen noch die Musikrichtung Drum & Bass, eine gut tanzbare schnelle Spielart der elektronischen Musik mit Anleihen im Funk, bedienten die Herren der Plattenteller zur 26. R(h)einkultur etliche Geschmäcker.

Ob die reduzierten Klänge der Spate Minimal, die sich gerne in die Sets Dominik Ferrers reinschlichen oder Verweise auf die ersten Schritte des Technobooms der frühen 90er Jahre, wie sie Tuettchip, eine Hälfte des Teams Elektrodrei, auflegte - für jeden Tänzer war etwas dabei.

"Aufpassen muss man bei den Temperaturen nur, dass man sich nicht beim Tanzen überfordert", meinte Schaller. Ausreichend Flüssigkeit sollte auch auf dem Tanzberg ebenso selbstverständlich sein wie vor den großen Bühnen. Schade fände er, dass an den Eingängen so rigide das Flaschenverbot durchgesetzt werde.

"Wer denkt schon daran, seine Getränke im Tetrapak mitzubringen." Und regt an, dass bei der 27. R(h)einkultur die Stadtwerke mit ihren Wasserspenderwagen auf dem Gelände Posten beziehen.

Artikel vom 07.07.2008
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