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Von unserer Korrespondentin Jasmin Fischer
London/Bonn. Auf der Suche nach Heilmethoden für Alzheimer und Parkinson züchteten britische Forscher das erste Mensch-Tier-Embryo der westlichen Welt. Drei Tage überlebte das Hybrid-Wesen aus menschlichen Hautzellen und den Eizellen einer Kuh.
Dem Mediziner-Team der Universität Newcastle war es gelungen, menschliches Erbgut in die leere Hülle einer Kuh-Eizelle einzubauen. Der tierischen Eizelle waren zuvor alle genetischen Informationen entfernt worden.
"Dies ist eine reine Labor-Sache", verteidigte Professor John Burn am Mittwoch den kontroversen, aber legalen Vorstoß. "Im nächsten Schritt versuchen wir, sie sechs Tage am Leben zu halten; dann können wir hoffentlich Stammzellen aus ihnen gewinnen." Stammzellen können so programmiert werden, dass sie wie Gehirn-, Nerven- oder Hautzellen arbeiten.
Erst im September hatte die britische Behörde, die gesetzliche Details der künstlichen Befruchtung und Embryonen-Forschung kontrolliert, grünes Licht für solche Projekte gegeben. Forscher und Gegner liefern sich einen emotionalen Schlagabtausch: Die Katholische Kirche hat den Forschungserfolg von Newcastle als "Frankenstein-Experiment" gebrandmarkt.
Die Forscher beklagen, dass die Zahl der sonst benutzten und ebenfalls umstrittenen "Wegwerf-Embryos" (also übrig gebliebene Embryonen aus künstlichen Befruchtungen) zu klein für die Forschung sei. Bisher war es nur China gelungen, menschliches Erbgut in die Eizelle eines Hasen zu schleusen.
Der Bonner Stammzellen-Forscher Professor Oliver Brüstle, Direktor des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie an der Uni Bonn, reagierte am Mittwoch skeptisch und verwies darauf, dass die britische Arbeit noch gar nicht in einem Fachjournal veröffentlicht und damit nicht wissenschaftlich geprüft sei.
"Die Tatsache, dass die Arbeit jetzt schon in den Medien aufgegriffen wird, zeigt nur, wie überhitzt die Debatte ist", sagte er. Angesichts der Tatsache, dass die Rückprogrammierung von Hautzellen zu stammzellenähnlichen Zellen bereits wesentlich besser erforscht sei, müsste auch die Sinnhaftigkeit derartiger Experimente wie jetzt in Großbritannien hinterfragt werden.
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