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Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Bonn. Das große Sinfonieorchester des Collegium musicum unter UMD Walter Mik beendete in der Aula der Bonner Universität nun die Reihe der studentischen Konzerte zum Semesterabschluss.
Mik, so präzise und werkgenau in seinem Dirigat wie eh und je, hatte dafür ein rein französisches Programm gewählt, dessen Realisation insgesamt sehr eindrucksvoll gelang. Des Südfranzosen Darius Milhaud 1947 geschriebenes Konzert für Marimbaphon und Orchester eröffnete den Abend.
Neben der generellen Neigung Milhauds zur Polytonalität sind hier sicherlich Anregungen durch Ravel und Strawinsky auszumachen, vor allem aber Einflüsse des Music Hall-Stils und des Jazz. Speziell die rhythmischen Ansprüche im Zusammenspiel von Solist und Orchester sind beträchtlich.
Mit dem jungen Mark Bessonov, in Novosibirsk und seit 2006 an der Musikhochschule Detmold ausgebildet, war ein vorzüglich exakter und geschmeidiger Protagonist gefunden worden, der sein stattliches Arsenal an verschiedenen Schlegeln virtuos bediente und beim lyrisch-feinen 2. Satz dann auch ans fast psychedelisch klingende Vibraphon wechselte.
Nach dem beeindruckten Beifall spendierte Bessonov "Oktober" aus Tschaikowskys "Jahreszeiten"-Zyklus. Nach der Pause kam dann die Stunde des ganz üppigen bestückten Charakterspiels in Gestalt einer Darstellung der Symphonie Phantastique op. 14 von Hector Berlioz.
Diese fünf Sätze schildern "Episoden aus dem Leben eines Künstlers", der aus unglücklicher Liebe in den Opium-Rausch flüchtet und dabei dann in schauerlichen Visionen die eigene Hinrichtung und Beerdigung und einen grotesken Hexensabbat erlebt, alles durchzogen von der leitmotivischen "Idée fixe" als Sinnbild der Geliebten.
Die beiden ersten Sätze sind ja noch recht harmlos und konventionell gehalten, im dritten, "Szene auf dem Lande", kommt im fernen Donnergrollen Unheimliches ins Spiel. In den beiden letzten Sätzen, "Gang zum Richtplatz" und "Traum einer Sabbatnacht", bricht sich dann die ganze exaltierte Phantastik grelle Bahn.
Düster-großartige Marsch-Rhythmen, gröhlender Pöbel und lärmende Pauken- und Trommelwirbel, wilde Orgiastik und dann auch Totenglocken und die parodierte "Dies irae"-Sequenz - das alles vermochten Mik und sein Orchester überaus plastisch vorzuführen.
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