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Geistlich-weltliches Spektakel mit Kraft und Zartheit

Mittelalter-Impressionen mit dem Collegium musicum der Bonner Universität - Konzert zum Abschluss des Sommersemesters

Von Guido Krawinkel

Bonn. Mittelalter total hieß es in Poppelsdorf. Mit einem geistlich-weltlichen Spektakel beschloss der Chor des Collegium Musicum der Universität das Sommersemester. Den Auftakt zum mittelalterlichen Spektakulum bildete ein Konzert in der Poppelsdorfer Kirche St. Sebastian, das der geistlichen Seite des Abends vorbehalten war.

Zumeist waren hier die Frauenstimmen des Chores unter Michael Ostrzygas sehr subtiler Leitung mit Gesängen und Motetten von Hildegard von Bingen, Leonel Power und anonymer Meister zu hören.

Ostrzygas Dirigat hielt die Frauenstimmen durch die Formung regelrechter Klanggesten stets dazu an, sehr differenziert der Struktur des Textes zu folgen.

Durch das ausgesprochen homogene und sehr gut geformte Klangbild vor allem der Frauenschola erfuhren die Gesänge eine ausgezeichnete, stellenweise sogar entrückende Wiedergabe. Eine interessante Bereicherung waren pointierte Texte aus dem "Lob der Torheit" von Erasmus von Rotterdam, die von Walter Mik gelesen wurden.

Nach dem geistlichen Teil wurde man - quasi unter sicherem Geleit der Gutrater Ritterschaft zu Godesberg - zum Poppelsdorfer Schloss eskortiert, wo der weltliche Teil des Spektakels stattfand.

Empfangen wurde man mit Klängen der Gruppe Dudelsalat, die mit ihrer mittelalterlich inspirierten Musik eine urige Atmosphäre im Innenhof des Schlosses verbreitete. Gaukler, Jongleure und Zauberer der Zirkusschule Corelli unterhielten das Publikum, bis es mit Carl Orffs Mittelalter-Opus Carmina Burana weiterging.

Walter Mik, der nun die Leitung übernommen hatte, setzte nicht nur auf bloße stimmliche und instrumentale Kraftmeierei, die zum Teil natürlich auch den Reiz des Stückes ausmacht, sondern hatte auch ein feines Gespür für so manches musikalische Detail.

Michael Ostrzyga und Juliane Oehm an zwei Flügeln und das Instrumental-Ensemble des Collegium musicum spielten bis auf kleinere Unstimmigkeiten mit großem Schwung, der Chor gefiel durch eine sehr präzise Deklamation - was gerade in den textreichen Sätzen nicht ohne gewisse Schwierigkeiten ist - und eine gute Durchsetzungskraft.

Das Solistentrio mit Anke Bischof (Sopran), Thomas Heyer (Tenor) als herrlich trotteliger Schwan und Burkhard Zass (Bariton) rundete die gelungene Aufführung im Schloss ab.

Artikel vom 10.07.2007
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