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Von Fritz Herzog
Bonn. Mit einem ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Programm trat das Orchester des Collegium musicum der Universität Bonn zum traditionellen Dies-academicus-Konzert in Erscheinung: Unter Leitung von Walter L. Mik hatte der aus Studenten und Ehemaligen der Bonner Alma mater bestehende Klangkörper neben den Vier letzten Liedern von Richard Strauss Peter Tschaikowskys erste Sinfonie mit dem die Jahreszeit anmahnenden Titel "Winterträume" präpariert und dabei ein durchaus achtbares Ergebnis vorlegen können.
Tschaikowskys groß angelegtes, zu einem Personalstil noch nicht so recht findende Werk zeichnet sich durch gefühlige Klangmalerei aus, deren Effekte die jungen Musikerinnen und Musiker ganz wirkungsvoll in Szene zu setzen verstanden - auch wenn die Bläser (Holz wie Blech) nicht immer punktgenaue Präsenz zeigten und die Linienführung insgesamt ruhig noch ein wenig schärfer konturiert hätte ausfallen dürfen.
Im Ganzen aber manövrierte Mik das Orchester sicher durch die russischen Stimmungen, disponierte die Dynamik sorgfältig und ging ebenso beim Zeitmaß sehr überlegt vor. Auch die Orchesterlieder zeichnen sich durch klangliche Opulenz aus: Wie Girlanden windet Strauss seine endlosen Melodielinien um die Hesse- und Eichendorff-Texte.
Ein Wiedersehen gab's hier mit Turid Karlsen: Die norwegische Sopranistin war seinerzeit unter Generalintendant Giancarlo del Monaco Ensemble-Mitglied der Bonner Oper. Inzwischen ist ihre Stimme ein wenig üppiger geworden und nicht gerade vibratoärmer. Mik ließ den Strauss'schen Farbenreichtum solide durchformulieren, nicht ohne dabei auf Zwischenwerte zu achten.
Eröffnet worden war der Abend mit Giacomo Puccinis Fin-de-siècle-schwülem Preludio sinfonico, dem durch duftig zarten Orchesterklang jedes Pathos ausgetrieben war.
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