zum Inhalt
zur Funktionsnavigation
zur Hauptnavigation
Informationen zum GA-Design
Bedienhilfen
Von Stefan Barz
Bonn. Morgens um 10 Uhr in der Sternstraße: Eine ältere Dame mit auffällig hohen Stöckelschuhen stolziert über das Pflaster. Ihr Make-up täuscht nicht darüber hinweg, dass sie eine lange Nacht hinter sich hat.
Blues auf Bönnsch: Ingo Klarner, Jörg Hildebrandt, Piet Becker und Trudi Monschau (von links) sind Pass Blues op. Foto: Lannert
Aus dieser realen Begegnung schrieb Hobbymusiker Piet Becker den Song "Die Traumfrau". "Die Personen in meinen Texten gibt es alle so oder in ähnlicher Form", erklärt Becker, der kreative Kopf der Bonner Band Pass Blues op. "Meine Texte sind alle Geschichten, die das Leben schrieb."
In Kneipen, in der Straßenbahn oder in der Bonner Fußgängerzone - überall findet Piet Becker Geschichten, die er in Musik umsetzt. Die Texte schreibt er meist in Bönnscher Mundart. Dabei geht es oft um skurrile Geschichten wie von der vermeintlichen Traumfrau oder von nervenden Verkäufern in Elektro-Geschäften, die selbst keine Ahnung haben.
Aber auch ernste Geschichten wie "Et kütt wie et kütt" hat die Band Pass Blues op zu erzählen - die Geschichte von einem Nachbarn, der nicht über den Tod seiner Frau hinweg kommt.
Vor zehn Jahren wurde die Formation als traditionelle Blues-Band gegründet: Vier in die Jahre gekommene Bluesmusiker wollten es nochmal wissen. Als der damalige Sänger längere Zeit im Urlaub war, sprang Piet Becker, der sich bis dahin standhaft geweigert hatte zu singen, am Mikrofon ein und sang seine eigenen Texte zur Musik der Pretty Things.
Damit war beschlossen, dass künftig nur noch eigene Songs geschrieben werden, und Piet, der auch Bass und Keyboards spielt, der neue Sänger würde. Seitdem wechselte die Bandbesetzung häufiger. Aktuell gehören neben Piet Becker Trudi Monschau (Keyboards, Saxophon, Gesang), Jörg Hildebrandt (Gitarre, Bass) und Ingo Klarner (Schlagzeug, Gesang) zur Band.
Mit den Saxophon-Parts von Trudi Monschau mischen sich auch jazzige Töne dazu, auch wenn die Wurzeln immer noch im Blues liegen, wie der Bandname schon andeutet. Der Name lehnt sich an der Textzeile "Pass blos op" aus dem Becker-Song "Der Sensemann" an.
Texte hat Piet Becker genug in der Schublade. Auf seinen täglichen Bahnfahrten zur Arbeit schrieb er lange Zeit auf der Hin-und Rückfahrt je einen Text - inspiriert vom rhythmischen Rattern des Zuges. "Problematisch ist es manchmal, die Texte in Musik zu packen", erklärt Ingo Klarner. "Wir müssen die Texte immer wieder zusammenstreichen, aber der Sinn darf nicht verloren gehen."
Viele musikalische Ideen hat Ex-Gitarrist Michael Müller beigesteuert, der kürzlich aus der Band ausgestiegen ist. Musikalische Hilfe bekommt die Band nun des öfteren von dem Musiker Simon Vey, der bei den Arrangements und Aufnahmen zur Hand geht.
Weitere Infos unter www.pass-blues-op.de. Viele Bonner Bands finden sich auch im "Bonner Rock Lexikon", das für 12,80 Euro in allen Zweigstellen des General-Anzeigers erhältlich ist.
06:23 Nach Familiendrama: Junge weiter in Lebensgefahr
06:21 Sarrazin-Thesen entfachen Integrationsdebatte
Mini-Abo: Lesen Sie in unserer Serie alles über die kulinarischen Höhepunkte in der Region.
Für zwei Tage verwandeln sich Hauptstraße, Kirch- und Marktplatz in eine bunte Flaniermeile.
Sackgassen, Kreuzungen, Abzweigungen: Bereits zum vierten Mal hat der Irrgarten in Vinxel geöffnet.
Ausgewogen Geld anlegen. Sonderveröffentlichung in Zusammenarbeit mit der Sparkasse KölnBonn.