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Von Peter Schneider
Bonn. Das Handwerk in der Rhein-Ruhr-Region befindet sich nach eigener Einschätzung weiter auf Talfahrt. Bei der Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Düsseldorf haben fast 60 Prozent der Unternehmen rückläufige Umsätze gemeldet. Jeder dritte Betrieb habe Personal einsparen müssen, teilte die Kammer am Dienstag mit.
Doch bei allen düsteren Aussichten und den offenkundigen Problemen, mit denen das Handwerk zu kämpfen hat, gibt es auch positive Nachrichten aus der Branche. Und zwar aus China. Dorthin waren elf Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen in der vergangenen Woche gereist und brachten nach fünf Tagen neben guten Kontakten bereits unterschriftsreife Kooperationsverträge mit.
Den Kontakt nach China vermittelte den Handwerkern der Technologie-Transfer-Ring Handwerk (TTH), der bereits seit 1998 mit der chinesischen Wirtschaftsorganisation BSTCC zusammenarbeitet. Eingeladen waren die Unternehmen, um bei einer Messe in Peking ihre Produkte vorzustellen. Mit Erfolg, wie Harald Siebert von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des NRW-Handwerks am Dienstag sagte.
"Es gab hochkarätige Kontakte", so Siebert. Einige der mitreisenden Unternehmer hätten sich gleich vor Ort mögliche Partner für ihre Produktion in China angeschaut. Doch nicht nur das niedrige Lohnniveau in China ist interessant für die hiesigen Handwerker. "Die Art der Geschäfte, die angestrebt werden, ist breit", so Siebert. Das Spektrum reiche von Joint-Ventures über die Produktion bis zum direkten Verkauf der Produkte.
Das hat auch der Bonner René Baltus erkannt, dessen biometrisches Handschriften-Erkennungssystem in Peking vorgestellt wurde. Bei ihm meldeten sich sowohl ein Mitarbeiter des chinesischen Justizministeriums als auch Vertreter japanischer High-Tech-Firmen. Baltus sieht darin eine Chance: "Es ist sicherlich möglich, dort eine Menge Know-How an den Mann zu bringen."
Der TTH, ein Zusammenschluss der Technologieberater der NRW-Handwerkskammern, lädt alle zwei Jahre Handwerks-Unternehmen nach China ein. "Der Kreis der Firmen wird möglichst klein gehalten", erklärt Harald Siebert. Schließlich sei die Bearbeitung und Betreuung der Kontakte nach der Reise eine sehr wichtige Aufgabe.
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