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Von Rita Klein
Siegburg/Bonn. Der frühere NPD-Kreistagsabgeordnete Dominique Oster steht im Verdacht, in den vergangenen Jahren ein vierjähriges Mädchen sexuell missbraucht, eine 15-Jährige gestalkt und auf seinem Computer Kinderpornografie besessen zu haben. Am Dienstag wurde er wegen Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr verhaftet.
Foto: dpa
Die Bonner Jugendschutzkammer hatte den Haftbefehl erlassen, weil Oster sich seinem damaligen Missbrauchsopfer erneut genähert haben soll. In Bonn muss sich der 37-Jährige wohl im April wegen schweren sexuellen Missbrauchs in sechs Fällen verantworten, weil er von 2001 bis 2003 die zu Beginn der Taten erst vierjährige Tochter seiner Ex-Freundin auf übelste Weise missbraucht haben soll.
Am Donnerstag musste er sich erst einmal vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten, und hier zielen die Vorwürfe gegen den Mann in dieselbe Richtung: Besitz von Kinderpornografie in 47 Fällen. Bei einer Hausdurchsuchung hatten Ermittler bereits am 2007 auf seinem PC entsprechende, gelöschte Dateien wieder herstellen können.
Darüber hinaus soll er einer 15-Jährigen aus Oldenburg auf sträfliche Weise nachgestellt haben. Laut Anklage hatte er sie im Internet kennengelernt und sie von Januar 2007 bis April 2008 mit insgesamt 400 Mails, Hunderten von Anrufen und zahlreichen Briefen terrorisiert.
Da Oster, der zu dem Prozess am Donnerstag in Siegburg aus der Haft in Handschellen vorgeführt wurde, die Aussage verweigerte und keine Zeugen geladen waren, wurde das Verfahren vertagt. Nun denkt die Staatsanwaltschaft darüber nach, beide Verfahren in Bonn zusammenzuführen. Schon seit Jahren fällt der 37-Jährige mit ähnlichen Straftaten auf und wurde mehrfach verurteilt.
So ist er bereits wegen des Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft, und im September 2006 verurteilte ihn das Siegburger Amtsgericht, weil er auch da schon eine 16-jährige Internet-Bekannte mit Briefen belästigt und sie in Angst versetzt hatte. Damals war er mit einer fünfmonatigen Haftstrafe auf Bewährung davongekommen.
Für Schlagzeilen hatte er bereits im September 2004 gesorgt: Da war er vier Tage vor der Kreistagswahl, für die er kandidierte, verhaftet worden. Gegen ihn lief ein Verfahren wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer 20-jährigen Bekannten, und als er sie wegen ihrer Anzeige bedrohte, kam er in Haft. Das Bonner Landgericht sprach ihn jedoch am 2. Februar 2005 frei und sprach ihm für die viermonatige Haft eine Entschädigung zu, weil es die Glaubwürdigkeit der Zeugin bezweifelte.
Dass der Mann für Kinder eine Gefahr darstellt, dürfte spätestens klar gewesen sein, als er nach der Ermordung der 14-jährigen Hannah aus Oberdollendorf eine Internetseite einrichtete und verkündete: "Ich bin inzwischen bekennender Pädophiler." Die Bonner Jugendschutzkammer hat nun einen Psychiater beauftragt, Oster zu begutachten.
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