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Von Andrea Giesbrecht-Schmitz
Meckenheim. Hellblauer Himmel spannt sich über Nantes, die Menschen tragen Sommerkleidung. Aber irgendwie wirkt die Stadt wie eingefroren. Baugerüste verdecken die linke Flanke der Cathédrale Saint-Pierre, der Parkplatz vor dem Marché U an der Rue Robert Schuman ist leer gefegt, einige Menschen stehen an einer Bushaltestelle.
Achtung, Kamera: 360-Grad-Spezialgeräte nehmen die Street-View-Bilder auf. Foto: dpa
Wer eine virtuelle Stadtbesichtigung unternehmen möchte, kann im Internet via Google Street View auf Tour gehen, dank gestochen scharfer, wenn auch starrer Bilder. Eine ganze Reihe von europäischen Städten, von Amsterdam bis Zürich, können bereits besucht werden
In jüngster Zeit waren unter anderem Bergisch Gladbach, Grevenbroich, Solingen und der Oberbergische Kreis im Visier der Spezialkameras, die - vom Dach eines fahrenden Autos - 360-Grad-Aufnahmen machen. Auch Bonn ist schon im Kasten.
Am Mittwoch beschäftigt sich auf Antrag der FDP der Meckenheimer Stadtrat mit der Möglichkeit, dass Google an Siebengebirgsring, Hauptstraße oder Bahnhofstraße Häuser, Autos, Passanten aufzeichnen könnte. Ob und wann Aufnahmen in Meckenheim geplant sind, war am Dienstag bei Google Deutschland nicht zu erfahren.
Der FDP-Antrag zielt auf Aufklärung: Die Bürger sollen erfahren, dass sie Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Bildern einlegen und verlangen können, dass ihr Eigentum unkenntlich gemacht wird, ebenso Gesichter, Autokennzeichen, Hausnummern. Denn mittels Zoom-Funktion ist es ein Leichtes, auf Street View Personen zu identifizieren, wie Stichproben zeigen.
Je nach Situation der jeweiligen Aufnahme kann das peinlich sein - und die FDP fürchtet auch Gefahren: etwa durch die Verknüpfung personenbezogener Daten und Satellitenfotos, durch die Weiterleitung der Kamera-Rohdaten in das Google-Heimatland USA sowie durch die Möglichkeiten für Kriminelle, potenzielle Tatorte auszuspähen.
Die Stadt Meckenheim soll beispielhaft vorangehen und eine Veröffentlichung von Bildern öffentlicher Einrichtungen gegebenenfalls untersagen. Auch Karl-Heinz Schiffer vom Datenzentrum Civitec, Datenschutzbeauftragter der Stadt Meckenheim, rät auf GA-Anfrage Betroffenen, "der Darstellung von Aufnahmen ihrer Person, ihres Grundstückes oder zum Beispiel ihres Fahrzeuges, durch das man anhand des Kfz-Kennzeichens Rückschlüsse auf die Personen ziehen kann, zu widersprechen".
Diese Möglichkeit räumt Google im Vorfeld einer möglichen Veröffentlichung von Bildern ein (streetview-deutschland@google.com, per Post: Google Germany GmbH, betr.: Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg).
Der Stadtrat tagt am Mittwoch ab 19 Uhr im Gebäude Im Ruhrfeld 16.
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