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Von Ingo Eisner
Sankt Augustin,. "Noch ein wenig nach links. Ja, so ist es gut". Tobias Trzoska gibt kurze Anweisungen und schaut durch ein Messgerät. Trzoska gehört zu den sechs Schülern des Bonner Heinrich-Hertz-Kollegs, die sich jetzt an den Hochspannungsmasten der Ankerstraße trafen, um ein besonderes Kooperationsprojekt in die Tat umzusetzen.
Die angehenden Vermessungstechniker ermittelten bis zum Nachmittag die genaue Lage und Höhe einer Hochspannungsfreileitung. Mit diesem Unterrichtsprojekt unterstützen die Schüler die Diplomarbeit von Markus Riesenweber.
"Ich untersuche, wie magnetische Felder, die von Hochspannungsleitungen ausgehen, auf das Korrosionsverhalten von erdverlegten Rohrleitungen Einfluss nehmen", sagte Riesenweber. Laut Riesenweber wäre gerade das bei Gasleitungen enorm wichtig, die ja in der Erde verlegt werden und natürlich vor Rost geschützt werden müssen.
Der angehende Elektrotechniker, der sein Studium an der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg absolviert, bekam Einblick, mit welchem Aufwand die von ihm benötigten Messergebnisse zustande kommen. Bei nasskaltem Wetter nahmen sich die Schüler zusammen mit ihrem Fachbereichsleiter Bernd Kunz viel Zeit, damit der Diplomand am Ende des Tages auch das konkrete Zahlenwerk mit nach Hause nehmen konnte.
Gerhard Dohlen, Leiter des Heinrich-Hertz-Berufskollegs und Hochschuldekan Michael Krzeminski ließen es sich nicht nehmen, den Schülern bei ihren Messungen über die Schulter zu schauen.
"Die angehenden Vermessungstechniker des Kollegs tragen mit ihrer praktischen Arbeit zu einer hohen Präzision der wissenschaftlichen Untersuchung von Markus Riesenweber bei", sagte Bernd Kunz. "Indem sie die genaue Lage und Höhe einer Hochspannungsleitung mit indirekten Messverfahren genau ermitteln, können sie den Verlauf und die Form der Leitung als mathematische Formel beschreiben".
Seit zwei Jahren lassen sich die Berufskollegschüler zu Vermessungstechniker ausbilden. "Ich hatte mal vor ein paar Jahren ein Praktikum in dem Bereich gemacht und fand diesen Beruf interessant", sagte Tobias Trzoska. Dass mit Natalie Miller und Anna Murask auch zwei junge Frauen den technischen Beruf ergreifen wollen, freut umso mehr.
Zwar gibt es seit zwei Jahren bereits verschiedene Kooperationsprojekte zwischen dem Bonner Berufskolleg und der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg, die Zusammenarbeit zwischen einem Diplomanden und den Auszubildenden im Bereich Vermessung war allerdings eine Premiere.
Markus Riesenweber freute sich jedenfalls über die Unterstützung der Schüler und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. "Im Februar möchte ich mein Diplom haben und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für einen Ingenieur sind ja nicht schlecht".