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Von Hansjürgen Melzer
Königswinter. Köwi, Freie Wähler, Linke - manchem Bürger fällt es angesichts der Entwicklung in der Königswinterer Kommunalpolitik schwer, sich zu orientieren. Statt wie bisher nur aus den etablierten Parteien CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen könnte der künftige Stadtrat ab dem 26. Oktober - dann findet im Arbeitnehmerzentrum die konstituierende Sitzung statt - aus sieben Fraktionen bestehen.
So sah der Stadtrat bei seiner letzten konstituierenden Sitzung vor fünf Jahren aus. Foto: Frank Homann
Zwei bis zweieinhalb Prozent der Stimmen werden notwendig sein, um im neuen Stadtrat zu sitzen. Um eine Fraktion zu bilden, sind nach der Geschäftsordnung für den Königswinterer Stadtrat, Paragraf 29, mindestens zwei Sitze erforderlich.
Darauf rechnen sich alle drei neuen Bewerber ernsthafte Chancen aus, wobei die Aussichten für die Ex-Grünen der Königswinterer Wählerinitiative am höchsten einzuschätzen sind. Sie bilden bereits jetzt eine eigene Fraktion mit dem Vorsitzenden Lutz Wagner und den beiden Ratsmitgliedern Rolf Kohlhausen und Jutta Wolter-Sadlers.
Wenn künftig tatsächlich sieben statt vier Fraktionen im Stadtrat vertreten sein sollten, kämen auf den städtischen Haushalt laut Holger Jung von der Stadtverwaltung mindestens Mehrkosten in Höhe von 35 000 Euro zu. Sie setzen sich aus der Aufwandsentschädigung für drei zuätzliche Fraktionsvorsitzende, die Anmietung von Geschäftsräumen für die Fraktionen und die Erstattung von Telefonkosten zusammen.
Die Geschäftsausgaben für den Stadtrat und die Fraktionen stehen im Doppelhaushalt 2008/2009 noch mit jeweils 70 000 Euro zu Buche. Die gesamten Kosten für die Kommunalpolitik betragen bisher 308 000 Euro. "Der neue Rat müsste aber auch entscheiden, wie die Geschäftsbedürfnisse der Fraktionen zu regeln wären", sagt Jung. Bei den bisher vier Fraktionen sei eine Einigung kein Problem gewesen.
Bei den von der Verwaltung geschätzten Mehrkosten in Höhe von 35 000 Euro ist auch eine mögliche Aufstockung des Stadtrats nicht berücksichtigt, etwa wenn es Überhangmandate geben sollte. Bei den 191 000 Euro für die Rats- und Fraktionsmitglieder wird davon ausgegangen, dass sich der Stadtrat weiter aus 41 Ratsmitgliedern - mit der Stimme des Bürgermeisters - zusammensetzt. Zurzeit entfallen 21 Stimmen auf die CDU-Mehrheitsfraktion, zehn auf die SPD, vier auf die FDP, drei auf Köwi und zwei auf die Grünen.
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