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Heisterbacherrott. (pik) "Zukunft - Stadt - Geschichte" - diesen zweideutigen Titel trägt die aktuelle Sonderausstellung in Haus Schlesien, die jetzt eröffnet wurde. Zwölf Städte in Schlesien, gestern und heute, finden sich in vielseitigen Porträts im Museum wieder.
Auf Schautafeln können sich die Museumsbesucher in Haus Schlesien über schlesische Städte informieren. Foto: Holger Handt
Den Titel, so Museumsleiterin Nicola Remig, könne man rein lautlich genommen auch provokativ verstehen: "Zukunft statt Geschichte". Doch so sei die Wortkomposition keinesfalls gemeint. "Ohne Geschichte kann man weder die Gegenwart verstehen noch in die Zukunft schauen."
Ein Leitgedanke, der sich nicht nur durch die sehenswerte Ausstellung zieht, sondern auch in den Reden des polnischen Generalkonsuls Andrzej Kaczorowski, der stellvertretenden Landrätin Uta Gräfin Strachwitz und von Bürgermeister Peter Wirtz den roten Faden herstellte.
Bewusst hat man den Bogen in die Gegenwart geschlagen. Die Zeit, so Nicola Remig, sei auch in Schlesien nach 1945 nicht stehen geblieben. Andrzej Kaczorowski brachte es auf den Punkt: Die polnische und deutsche Vergangenheit sei dicht miteinander verwoben und verweise auf eine europäische Zukunft. In diesem Jahr wird der 20. Jahrestag des politischen Umbruchs in Mittel- und Osteuropa gefeiert.
Die meisten schlesischen Städte wurden im Mittelalter nach deutschem Stadtrecht gegründet. Die Straßen wurden gitterförmig um den Marktplatz angelegt. Diese Anlage ist bis heute erkennbar. Die Auswahl, so Nicola Remig, könne subjektiv wirken. Doch ein Kriterium sei ausschlaggebend gewesen: Alle zwölf Städte, darunter Breslau, Trebnitz, Grünberg, Hirschberg und Jauer, pflegen Partnerschaften mit deutschen Kommunen.
Während Haus Schlesien bei der Konzeption der Ausstellung den Part bis 1945 übernahm, wurden Museen und Stadtverwaltungen der einzelnen Städte für die Darstellung der jüngsten Vergangenheit mit eingebunden.
Die Ausstellung, die als Wanderausstellung geplant ist, ist in deutscher und polnischer Sprache gehalten. Für die Übersetzungen zeichnet Edward Boroswki verantwortlich. Die Schirmherrschaft übernahmen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Andrzej Kaczorowski. Finanziell unterstützt wird die Ausstellung durch das Land.
Die Ausstellung in Haus Schlesien in Heisterbacherrott ist bis zum 16. August zu sehen. Öffnungszeiten des Museums sind dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr.
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