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Von Sandra Kreuer
Alfter-Witterschlick. Es war eine Diskussion, die wenig ausließ: Vorwürfe, Zwischenrufe und letztlich einen Konsens, der angesichts einer Gegenstimme und drei Enthaltungen (alle seitens der Grünen) dann doch ein wenig geschmälert wurde.
Beim Thema des Moschee-Neubaus, der neben dem Sportplatz im Gewerbegebiet Witterschlick-Nord errichtet werden soll, kochten am Donnerstagabend im Rat die Emotionen hoch.
Anlass war ein Antrag der CDU, dessen "Ton" laut Jörg Laschet (Grüne) für ihn nur "sehr schwer zu ertragen" sei, da er dem Türkisch Islamischen Kulturverein als Bauherr "möglichst viele Einschränkungen" nach dem Motto "Wenn wir es schon nicht verhindern können, dann machen wir es so" vorgebe.
Zudem finde er es "unanständig" ein "religiöses, kulturelles" Gebäude überhaupt in einem Gewerbegebiet anzusiedeln und "würde die CDU bitten", ihren Antrag zurückzuziehen. Enthalten waren in dem zweiseitigen Papier Forderungen nach einem "Stillen Minarett", sprich ohne Muezzin-Ruf, und nach der Einhaltung der "geltenden baugesetzlichen Bestimmungen", womit die CDU auf die anvisierte Höhe des Minaretts von 21 Metern anspielte, wohingegen der gültige Bebauungsplan nur zehn Meter erlaubt.
Zudem dürfe der Sportbetrieb des benachbarten TB Witterschlick, der 1999 schon einmal umziehen musste, nicht eingeschränkt werden, und könne es "keine finanzielle Unterstützung der Gemeinde" in Sachen Moschee geben, die am besten auf einem "Grundstück im hinteren Bereich des Sportplatzes mit Zufahrt von der Raiffeisenstraße" platziert werde.
Schließlich "kollidiert" das "bisher vorgesehene Grundstück mit Zufahrt von der Straße Am Schurweßel mit dem erhöhten Parkraumbedarf bei Sportveranstaltungen, da von hier aus der Zugang zum Sportplatz erfolgt". Alle Punkte gelte es laut CDU von der Verwaltung "zu sichern beziehungsweise umzusetzen".
Während sich Laschet und sein Fraktionskollege Robert de la Haye (Grüne) generell an dem Antrag rieben, auch wenn man, so de la Haye eine "gute Absicht unterstellt", einigte sich die Mehrheit der Ratsmitglieder auf ein paar Änderungen.
Demnach soll die Verwaltung die Punkte nur "beachten", vor allem aber solle sie Gespräche mit dem Türkisch Islamischen Kulturverein, dem Sportverein, der katholischen und evangelischen Kirche und der Ortsvorsteherin führen.
Laut Bürgermeisterin Bärbel Steinkemper gehe es darum, "den Bürgern deutlich zu machen, dass wir das Thema im Griff haben. Wir können nicht so tun, als wäre da überall heile Welt". Man müsse die Witterschlicker, die Lärm und den Wertverlust ihrer Grundstücke befürchten, "beruhigen" und ihnen Ängste nehmen.