zum Inhalt
zur Funktionsnavigation
zur Hauptnavigation

Informationen zum GA-Design
Bedienhilfen

>> Region

Drucken   Versenden

Siebengebirge soll Nationalpark werden

Region und Land bemühen sich um Ausweisung - "Das Gebiet hat herausragende Alleinstellungsmerkmale aus geologischer und ökologischer Sicht"

Von Victor Francke

Das Siebengebirge: Eine berühmte Schönheit mit einer herausragenden Bedeutung für den Natur- und den Geotopschutz. Die Gutachter bezeichnen es als  Genius loci  und  Locus typicum .Siebengebirge. Das Naturschutzgebiet Siebengebirge soll ein Nationalpark werden. Aus einer gutachterlichen Untersuchung, die Landrat Frithjof Kühn am Freitag vorlegte, geht hervor, dass die 4 500 Hektar große Fläche aus naturschutzfachlicher Sicht für die Ausweisung eines Nationalparks geeignet ist.

Die landschaftliche Schönheit, die Besonderheiten von Fauna und Flora aber vor allem auch die herausragende Bedeutung für Natur- und Geotopschutz ließen das zwischen Oberkassel, Thomasberg, Ittenbach, Aegidienberg, Rheinbreitbach und dem Rheinstrom liegende Gebiet prädestiniert erscheinen.

Mehr zu diesem Thema

Sollte das Landesumweltministerium das Siebengebirge im nächsten Jahr zum Nationalpark erklären, so dürfte dies auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben: Der Tourismus würde dann eine noch viel wichtigere Rolle in der Region spielen. Die Verwaltung des Parks soll einem "Nationalpark Forstamt Siebengebirge" übertragen werden.

Klar ist nach dem Gutachten auch, dass es neue Diskussionen um den Ennertaufstieg geben wird. Maßnahmen zur Entlastung der durch das Siebengebirge führenden Landstraßen seien zwingend notwendig, heißt es im Gutachten.

Im Herzen des Siebengebirges, auf dem Oelberg, stellte Landrat Kühn am Freitag in Gegenwart der Bürgermeister von Bad Honnef, Wally Feiden, und Königswinter, Sokratis Theodoridis, des Bonner Umweltdezernenten Volker Kregel, der Planungs- und Umweltdezernenten des Rhein-Sieg-Kreises, Annerose Heinze und Michael Jaeger, einen in Auftrag gegebenen Abschlussbericht vor, in dem sorgfältig aufgeführt ist, warum das Naturschutzgebiet mit seinen sieben Bergen in einen Nationalpark umgewandelt werden soll.

Knapp 53 Prozent des Gebietes gehören zu Bad Honnef, 35,6 Prozent zu Königswinter und 11,5 Prozent zur Stadt Bonn. Das Siebengebirge bildet mit seiner markanten Morphologie und berühmten Schönheit den rechtsrheinischen Abschluss des engen Mittelrheintals.

Es zeichnet sich nach Meinung der Experten durch die außergewöhnliche Konzentration naturkundlicher Erscheinungen aus. Danach sind "auf engem Raum fast alle Kräfte und Vorgänge vereinigt, die am Aufbau der Erdkruste arbeiten".

Prägnante Grenze des Gebietes im Westen ist das Rheintal, an das die schroffen Felsen des Siebengebirges bei Königswinter direkt heranreichen und einen spektakulären Ausblick ermöglichen. Im Übergangsbereich von Rheintal und Gebirgszug finden sich wertvolle, wärmegetönte Kulturbiotope, wie etwa Weinberge und Obstwiesen.

Schon früh wurde der Wert der Landschaft erkannt: Bereits 1828 wurde der Steinabbruch am Drachenfels untersagt, 1869 kam es zur Gründung des Vereins zur Verschönerung des Siebengebirges, 1923 wurde das Gebiet unter Schutz gestellt, 1956 zum ersten Naturpark in Deutschland erklärt, und 1973 mit dem Europadiplom bedacht.

Die Geologie des Siebengebirges weist zahlreiche Besonderheiten auf, die bereits für sich genommen eine Sonderstellung dieses Raumes im Sinne des Geotopschutzes begründen. Die Vielfalt der vorkommenden vulkanischen Formen und typische Gesteine haben es zu einer der bedeutendsten Stätten geologischer Forschung in Europa gemacht.

Die Aufschlusswände am Drachenfels, an der Wolkenburg oder am Großen Weilberg zählen zu den klassischen Stellen der geologischen Forschung. Hervorgehoben werden auch die Besonderheiten von Fauna und Flora.

Das weitgehend unzerschnittene, großflächige Waldgebiet - es handelt sich um das größte zusammenhängende Buchen-Eichen-Waldgebiet im Rheinland - , das sehr dichte Netz naturnaher Bäche und Quellen, das Vorkommen von nahezu 750 verschiedenen Arten von Farn- und Blütenpflanzen, der ornithologische Wert des Gebietes mit den Brutrevieren für Rotmilane, Wanderfalken und Uhus, Eisvogel und Schwarzstorch, oder auch das Amphibien- und Reptilienvorkommen kennzeichnen das Siebengebirge als äußerst wertvolle Fläche, die alle Voraussetzungen, die an einen Nationalpark gestellt werden, erfüllt.

Die Ausweisung in einen Nationalpark wird erhebliche ökonomische Effekte haben. Immerhin: der Erlebniswert einer Landschaft war und ist eine der wichtigsten Triebkräfte des Tourismus. Befragungen haben ergeben, dass Touristen dort einen Urlaub bevorzugen, wo der Schutz der Natur durch die Schaffung eines Nationalparks in den Vordergrund gerückt wird.

Aber: Da das Siebengebirgsgebiet verhältnismäßig klein ist und durch die Konzentration auf wenige Anlaufpunkte (Margarethenhöhe, Weilberg, Stenzelberg, Waldgaststätten, Drachenfels und Weinberge) starke Nutzungsschwerpunkte aufweist, sollte - so die Gutachter - langfristig eine Ausdehnung nach Süden angestrebt und verfolgt werden. Dies würde eine Entflechtung der Besucherströme bewirken.

Heißt: der Asberg, die Unkeler Weinbergterrassen und die Unkeler Falte als nationales Geotop sollten zum Nationalpark gehören. Verwaltet werden soll der Nationalpark von der Landesforstverwaltung, die ein "Nationalparkforstamt Siebengebirge" bilden soll. Der VVS könnte sich dann als Bürgerstiftung einbringen.

Schlussendlich wird auch auf die Verkehrssituation eingegangen. Insbesondere der starke Durchgangsverkehr führt zu erheblichen Belastungen für Anwohner, aber auch für Natur und Landschaft. Maßnahmen zur Entlastung der Landstraßen sind nach Auffassung der Experten zwingend erforderlich.

Damit dürfte der Plan, eine Umgehung zu bauen (Ennertaufstieg) neuen Nährstoff erhalten. Wird das Siebengebirge Nationalpark, dann wird dies übrigens auch Auswirkungen auf die Jägerei haben: Neue Jagdpachtverträge können nicht mehr abgeschlossen, alte Verträge nicht verlängert werden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Stillstand verboten"

Artikel vom 26.05.2007
Artikel bookmarken bei... bei Yigg speichern bei Del.icio.us speichern in Google Bookmarks speichern bei Mister Wong speichern bei Webnews speichern
 
Abo-Bestellung
Weitere Artikel in dieser Rubrik

 

Drucken Drucken Versenden Versenden Zurück Top

Anzeige

http://www.maravilla-spa.de/

Anzeige

Anzeige

http://www.raumausstatter-mueller.de/

Anzeige

http://www.raiba-world.de/bauen_und_wohnen/finanzierung/index.php

Anzeige

http://www.seminaris.de/index.asp?tree_id=83&cid=3092&sel_standort_id=6&w=ga

Anzeige

http://www.knuefker.de/

Anzeige

Umfrage

Was halten Sie von Steuererleichterungen im Rahmen einer Steuerreform 2011?

Ich bin dafür.
Ist mir einerlei.
Ich bin dagegen.

Ergebnis

Weitere Umfragen

 
Zurück Zurück Seitenanfang Top