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Von Andrea Simons
Kreis Ahrweiler. Gute Vorsätze fürs Neue Jahr wurden über Bord geworfen. Wer sich für 2007 Enthaltsamkeit bei Tisch aufgebürdet hatte, war fehl am Platze am Samstag beim Auftakt von Gourmet & Wein, organisiert von der Ahr-Rhein-Eifel, Tourismus & Service GmbH (TSG).
Acht Gastronomen, 13 Winzer und zwei Edelobstbrennereien von der Ahr machten mit bei der 14. Auflage der Eröffnungsgala im Kurhaus von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Genuss stand ganz oben bei den 320 Feinschmeckern und Weinliebhabern, die aus ganz Deutschland gekommen waren. Angeregte Gespräche und untermalende Piano- und Saxophonklänge sowie anheimelnder Gesang vermischten sich mit dem Klingeln von Weingläsern und dem Klappern von Tellern.
Eine Augenweide waren die mit brennenden Kerzen gekrönten Bouquets aus Weidenzweigen, Tulpen und Gerbera, die über den Köpfen der Gäste in luftiger Höhe auf und über den runden Tischen prangten. Ein warmes Orange-Rot hatte Meister-Florist Gregor Lersch zur Farbe des Abends erhoben, und die korrespondierte mit dem Motto der diesjährigen Feinschmeckerreihe "Gourmet und Wein": Der Frühburgunder.
Lange Schlangen bildeten sich an vielen Ständen, sobald die Speisen aufgetragen wurden. Und schon bevor das Dessertbüfett eröffnet wurde, fragte eine Dame: "Kann ich mich schon mal anstellen?", obwohl sie noch gar nicht recht wusste, was es eigentlich gab. "Egal wo man steht, hier ist alles gut", fanden viele Gäste. Andere versuchten noch herauszubekommen, welches die beste Strategie ist.
"Wie haben sie so schnell schon etwas bekommen?", sprach eine Besucherin eine ihr mit gefülltem Teller entgegenkommende Feinschmeckerin spontan an. Die lächelte nur geheimnisvoll. "Ich glaube, antizyklisch zu agieren, ist das Beste: Ich warte immer, bis sich irgendwo der Andrang gelegt hat", erklärte ein Mann seine Strategie. "Ich lasse erstmal meine Tischnachbarn vorkosten und entscheide dann, was ich nehme", sagte ein anderer.
Jedenfalls ging keiner leer aus, und Köche und Winzer hatten den Geschmacksnerv der Gäste getroffen, auch wenn einige sich "vielleicht etwas mehr Gemüse und Salat" wünschten. "Ein Gedicht" waren sich viele Gourmets angesichts des Eifler Kaninchen im Tramezzini-Mantel einig. Die warme Vorspeise aus der Küche von Hans Stefan Steinheuer wurde für alle am Tisch serviert.
Mit der Büfetteröffnung ging das Spekulieren und Probieren los: Nehme ich lieber Wachtel oder Lachs-Sushi? Auch gegrillte Jacobsmuscheln, Hirschrücken und Seezungenröllchen fanden zahlreiche Abnehmer. Letztere mundeten besonders mit dem Frühburgunder-Weißherbst der Dagernova-Weinmanufaktur, empfahl Verkaufsleiter Wolfgang Hennemann und pries auch eine Cuvée aus Spät- und Frühburgunder sowie Regent an.
Ausgesprochen recht kam das Motto des Abends dem Weinhaus Kriechel, das erstmals bei Gourmet und Wein dabei ist und sich besonders dem Frühburgunder verschrieben hat: "Die Gäste sind sehr interessiert und fragen nach", fanden Kellermeister Michael Hewel und Juniorchef Michael Kriechel. Außerdem waren sie angetan von dem Ambiente der Gala und vom Besuch so vieler junger Leute.
Die Bedeutung von Slow Food in Zeiten des Fast Food und das Ziel der Organisation Slow Food, heimische Produkte zu fördern, die identitätsbildend für eine bestimmte Region und selten oder gar vom Aussterben bedroht sind, stellte Achim Ziss heraus. Deshalb habe seine Organisation auch den Frühburgunder der Ahr als Mottogeber für die Gourmetreihe vorgeschlagen.
Auf offene Ohren stieß er dabei offensichtlich bei Ahrweinkönigin Diana Knieps und der Deutschen Weinkönigin Katja Schweder, die die Rebsorte leidenschaftlich priesen. Gespannt darauf, was in "flüssiger, fester oder dazwischenliegender Form serviert" würde, zeigte sich Achim Haag als stellvertretender Vorsitzender der TSG bei der Begrüßung.
Geschäftsführer Adrian Humbs moderierte einen Abend, der größte Vielfalt bot: Von der Weindegustation zum Auftakt, über Cocktail-, Bier- und Kaffeebar bis hin zu Käsebüfett und fantasievollen Dessertvariationen und zur abschließenden Get-together-Party. Schier nebenbei unternahmen die Gäste dabei "Eine musikalische Reise um die Welt" mit Rominelli Productions.
Mit sanfter Stimme hauchten die gebürtigen US-Amerikaner Dennis und Melissa Le Gree abwechselnd Songs von Frank Sinatra bis Whitney Houston ins Mikrofon, und die sie begleitenden Tänzer ließen auf der Bühne berühmte Musicals sowie die Copacabana und Samba-Tänze lebendig werden.