zum Inhalt
zur Funktionsnavigation
zur Hauptnavigation
Informationen zum GA-Design
Bedienhilfen
Von Joscha Duhme
Heisterbach. Sie gehört ohnehin zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Siebengebirges - die Chorruine von Heisterbach. Seit Mittwoch ist sie um eine Attraktion reicher, die auch für diejenigen, die das Klostergelände schon bestens kennen, Anreiz für einen neuerlichen Besuch sein dürfte.
Im Zentrum der Ruine wacht nun die Schutzmantelmadonna des Künstlers Ernemann Sander, für die die Stiftung Abtei Heisterbach im Vorfeld zahlreiche Spenden erhalten hatte. "Wir sind sehr froh, dass es Herrn Sander gelungen ist, das Thema Schutzmantelmadonna in solch eindringlicher Weise darzustellen", bedankte sich Pastor Georg Kalckert bei dem in Oberdollendorf lebenden Künstler.
Sander hatte ein Vierteljahr an der Bronzeskulptur modelliert, die sein Sohn Friedemann Sander daraufhin gegossen hat. 95 Zentimeter misst das wunderbar gearbeitete Kunstwerk, das auf einem hohen Sockel steht.
Bevor die Madonna offiziell eingeweiht wurde, feierte Kalckert in der Abteikirche mit vielen interessierten Besuchern und Spendern ein Festhochamt. Dabei stellte der Pastor die Bedeutung der Mutter Gottes heraus und würdigte die Verdienste der zahlreichen in den Kirchengemeinden ehrenamtlich wirkenden Frauen.
Der Festvortrag von Andreas Gormans von der Hochschule in Aachen über "das Motiv der Schutzmantelmadonna in der Kunstgeschichte" führte umfassend in das Thema ein, mit dem sich Sander ebenfalls intensiv hatte auseinandersetzen müssen. "Es gibt bereits unzählige Darstellungen dieses Motivs", sagte der Künstler.
Er selbst habe sich am Skilaufen orientiert: "Ich habe versucht, meine eigene Spur zu ziehen und keine ausgefahrenen Pfade zu benutzen." Anders als in vielen Darstellungen, die die Schutzbedürftigen unter dem Mantel der Mutter Gottes oder Frauen und Männer getrennt auf beiden Seiten Marias zeigen, entschied sich Sander für eine modernere Darstellung.
"Zum einen habe ich Menschen jedes Lebensalters eingebunden, also auch Kinder und Senioren. Auch das Liebespaar braucht Schutz. Ebenso ein Hund", erklärt der Künstler die einzelnen Motive der Skulptur.
Auch Kalckert lobte die Botschaft des Kunstwerks: "Es ist eine Aussage für unsere Zeit, da sich unter dem Mantel Mariens alle Lebensalter bergen, besonders jene, die des intensiven Schutzes nicht nur der Madonna bedürfen, sondern auch der Gesellschaft."
Kalckert zeigte sich allerdings besonders beeindruckt, wie in der Bronzeskulptur die beiden Komponenten, die stets im Motiv der Schutzmantelmadonna zu finden sind, vereint worden seien - "die Herrin und Königin, die vom Recht her weitgehende Vollmachten hat, und die Mutter, die ihre Kinder unter ihrem Mantel birgt".
Das Motiv der Schutzmantelmadonna verdankt seine Verbreitung unter anderem dem Orden der Zisterzienser, darunter besonders dem Heisterbacher Mönch Cäsarius (1180-1240), der in Oberdollendorf ebenfalls bereits Vorlage für ein Kunstwerk Ernemann Sanders war und als Bronzeplastik an der Kreuzung Heisterbacher Straße/Cäsariusstraße verewigt ist.
Aus diesem Grunde gebe es laut Gormans auch "kaum einen geeigneteren Ort als Heisterbach" für eine Schutzmantelmadonna, wie sie nun die Chorruine ziert. Dieser neue visuelle Akzent zeige zudem, "dass Heisterbach kein totes Denk- oder Mahnmal ist, sondern ein lebendiger Ort".
09:08 Jane Fonda steht zu Schönheits-OP: War die Tränensäcke leid
08:59 Benefiz-Song für Loveparade-Opfer
Mini-Abo: Lesen Sie in unserer Serie alles über die kulinarischen Höhepunkte in der Region.
Sackgassen, Kreuzungen, Abzweigungen: Bereits zum vierten Mal hat der Irrgarten in Vinxel geöffnet.
Für die Verteilung des General-Anzeigers an die Abonnenten suchen wir zuverlässige Zusteller.
Ausgewogen Geld anlegen. Sonderveröffentlichung in Zusammenarbeit mit der Sparkasse KölnBonn.