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"Die Geschichte vom Brandner Kaspar"

Der Tod klopft an die Tür

Von Uwe Mies

In Bayern ist die Geschichte vom Brandner Kaspar gleichermaßen Folklore und Kult, seit sie vom Münchner Dichter Franz von Kobell 1871 zu Papier gebracht und 1934 zum Theaterstück ausgeweitet wurde.

Nach dem ersten Kinofilm (1949) und einer TV-Bearbeitung (1975) hat Joseph Vilsmaier den Stoff nun neu für die Großbildleinwand aufgelegt und nicht nur in der Besetzung um einige illustre Aspekte erweitert.

Die erzählerische Essenz handelt immer noch vom gewieften Büchsenmacher und Wilderer Kaspar Brandner (Franz Xaver Kroetz), der mit seinen Untaten die Obrigkeit narrt. Eines Nachts aber klopft Herr Tod (Bully Herbig) persönlich an die Tür.

Was für ein Film ist das bloß! In den Bergen und Wäldern, auf dem Dorfplatz und in den Stuben wirkt er wie Heimat-Western, düster atmosphärisch und bisweilen urwüchsig spannend. Im Himmel droben aber springen einem die Farben nur so ins Auge.

Irgendwie passt das alles nicht zusammen, und angesichts mancher formalen Schluderei möchte man glatt glauben, dass der Vilsmaier verrückt geworden sein muss. Aber: Das so umzusetzen muss man sich erst mal trauen. Und ja, es ist auf seine hemdsärmelig unberechenbare Weise höchst vergnüglich.

(Film-Kritik aus dem General-Anzeiger)

Artikel vom 19.02.2009
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