Vor dem Suppenhimmel

"Warmnachtsbaum" mit kostenlosen Schals

Strick-Projekt für Obdachlose

Schal-Geschenke am "Warmnachtsbaum".

Bad Godesberg. Godesbergerin greift Idee aus Oldenburg auf und sendet Botschaft an Einsame und Traurige.

Jeder, ob obdachlos oder einfach nur knapp bei Kasse, darf sich am Samstag von 12 bis 14 Uhr kostenlose Schals vom "Warmnachtsbaum" mitnehmen. Der etwas anders geschmückte Baum steht vor dem Suppenhimmel Am Fronhof.

Dechant Wolfgang Picken und Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke unterstützen die Aktion und werden bei der Verteilung der ersten Schals dabei sein.

Der Winter ist die kälteste Zeit des Jahres, was besonders Obdachlose zu spüren bekommen. Für sie und für alle, die zu knapp bei Kasse für warme Wintersachen sind, gibt es am Samstag den "Warmnachtsbaum" mit kostenlosen Schals.

Sie wurden eingesammelt von der Godesberger Bürgerin Mali Müller, auch den Baum hat sie besorgt. Sie war im letzten Jahr durch einen Zeitungsartikel auf die Aktion aufmerksam geworden, zu der Oldenburger Studenten aufgerufen hatten.

Jeder, der einen Schal braucht, darf einfach einen mitnehmen. "Das finde ich toll. Das mache ich hier auch", war damals Müllers erster Gedanke. Im Suppenhimmel der katholischen Kirche hat sie schließlich den idealen Ort gefunden. "Wir geben jeden Tag 60 bis 70 warme Suppen aus, die reihum von den besten Godesberger Restaurants zubereitet wurden", erklärt Dechant Wolfgang Picken das Projekt, das der Seelsorgebereich Bad Godesberg vor bald einem Jahr am Fronhof initiiert hat.

"Warme Suppen und warme Schals - das passt doch", findet er. Doch es geht noch um mehr. "Es geht auch um eine warme Botschaft für die vielen Menschen, die sich gerade zu Weihnachten besonders einsam oder traurig fühlen", so Müller. "Wenn wir nur einigen von ihnen mit unserem Warmnachtsbaum die Weihnachtszeit etwas erhellen, hat sich die Arbeit schon gelohnt."

Auch die Bezirksbürgermeisterin unterstützt die Aktion. "Die Idee hat mich sofort begeistert, als Frau Müller sie mir vortrug. Unsere Welt wäre sicher ein besserer Ort, wenn wir alle versuchen würden, jeder mit seinen Möglichkeiten, unsere Umgebung ein bisschen wärmer zu machen." (ga)