Das Hochwasser von 1784 riss alle Häuser mit

Combahn war früher eine eigenständige Ortschaft

Das "Aushängeschild" des Combahnviertels ist für wenige Wochen im Jahr die Professor-Neu-Allee, wenn die japanischen Kirschbäume rosarot blühen. Aber auch die anderen Straßen können sich sehen lassen. Hier finden sich noch viele Gründerzeit-Villen, schmucke Erker und Grünanlagen.

Wer über die Kennedybrücke nach Beuel fährt, sieht halblinks auf das frühere Haus Gilles, einer der ersten Neubauten in der damaligen Kaiserstraße zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Das Eckhaus mit dem wuchtigen, zweigeschossigen Erker und dem detailverliebten Türmchen zählt zu den schönsten Bauten Beuels. Im Erdgeschoss befindet sich heute ein Geschäft für Taucher und Wassersportler.

Wer in die Geschichte des Combahnviertels eintaucht, findet 1343 die erste schriftliche Erwähnung von "kumban". Wie Carl Jakob Bachem in seiner "Beueler Chronik" schreibt, wurde mit Kumme oder auch Komme eine Bodensenke bezeichnet, "Bahn" bezog sich auf einen aufgeschütteten Weg. Combahn war eine eigenständige Ortschaft, die dem kurkölnischen Vilicher Ländchen angehörte - das südlich gelegene Beuel hingegen zählte zum Amt Löwenberg. Die alte Ortschaft Combahn erstreckte sich bis zur heutigen Siegfried-Leopold-Straße, Friedrich-Breuer-Straße und Obere Wilhelmstraße.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte Combahn lediglich zwei Siedlungsschwerpunkte. Einmal gegenüber dem "Bahnhöfchen", sowie an der Ecke Rheindorfer Straße/Sankt-Augustiner-Straße. Häuser aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert existieren hier nicht mehr, eine Ursache dafür ist laut Dieter Remig ("Das Combahnviertel", aus: "Die Beueler Seite ist nun mal die Sonnenseite - Ein historisches Lesebuch") die Hochwasser-Katastrophe von 1784. Die Fluten hatten die Häuser am Rhein weggespült. Vor der Vereinigung mit Beuel im Jahre 1892 stach Combahn eigentlich nur wegen der Gierponte hervor, deren Landeplatz im Bereich des heutigen "Bahnhöfchens" lag.

Nach dem Zusammenschluss von Beuel und Combahn wurde der Stadtplaner Hermann Joseph Stübben vom Gemeinderat beauftragt, das Gebiet städtebaulich neu zu ordnen. Dass die Gegend früher hauptsächlich aus Feldern und Ackerflächen bestand, belegen einige umbenannte Straßen.

Die Kreuzstraße am Ostrand des Viertels als Beispiel hieß früher "Mohnweg". Etwa 40 Prozent der heutigen Häuser im Combahnviertel wurden vor 1918 gebaut, bis 1938 folgte der Ausbau des Rechtecks Von-Sandt-Straße, Combahnstraße und Rheindorfer Straße. In das entstehende Wohngebiet zogen Vertreter des gehobenen Bürgertums - Kaufleute, Ärzte, Beamte, Immobilienhändler.

Nach wie vor charakteristisch sind die Straßenblocks mit überwiegend einheitlichen Fassadentypen. Im Inneren der Blocks befinden sich hauptsächlich private Grünflächen, die rückseitig der Häuser ineinanderlaufen. Oasen im Beueler Zentrum.