Kommentar

Wertvolle Hospizarbeit

Eine Schwester hält im Hospiz die Hand einer todkranken Bewohnerin.

Eine Schwester hält im Hospiz die Hand einer todkranken Bewohnerin.

Das Beschäftigen mit dem Sterben macht das Leben lebenswerter. Zu dieser Erkenntnis bin ich bei einem Gespräch mit Martina Kern gekommen, der Chefin des Zentrums für Palliativ-Medizin am Malteser-Krankenhaus in Bonn.

Sie erzählte, wie schön es ist, wenn man helfen, die Angst vor dem Sterben nehmen und mit Medikamenten den Sterbenden die Schmerzen abnehmen kann. Außerdem berichtete sie, dass die Leute gerade vor dem Sterben sehr dankbar sind. Sie gab zu, dass es natürlich traurig ist, wenn jemand stirbt, und sie auch manchmal Zeit braucht, um dies zu verarbeiten. Trotzdem überwiegt bei ihr meistens die Freude, die ihr diese Arbeit macht.

In der Einrichtung, in der Martina Kern Chefin ist, engagieren sich auch viele Ehrenamtliche. Sie kommen meistens, nachdem sie selbst einen Angehörigen verloren und Hilfe erfahren haben und diese Hilfe gerne weitergeben möchten.

In einem Kurs können diese Helfer viel über die Sterbebegleitung lernen und sich dann entscheiden, ob sie einen Praxis-Einsatz auf der Palliativ-Station machen.

Die ehrenamtlichen Sterbebegleiter helfen dann, entweder indem sie mit den Angehörigen sprechen oder indem sie sich um die Sterbenden kümmern. Außerdem fahren sie auch zu Sterbenden nach Hause, damit die Menschen, die ihre sterbenden Angehörigen zu Hause pflegen, auch mal rausgehen können.

Es wäre schön, wenn sich mehr Leute beruflich oder ehrenamtlich in der der Sterbehilfe engagieren würden.

Es wäre für alle Seiten ein Gewinn: Für die Sterbenden ist es eine Bereicherung, dass sie ohne Schmerzen und Angst sterben können. Für deren Angehörigen ist es erleichternd, dass sie ihre Verwandten in guten Händen wissen und sie sich selber mal entspannen können.

Und für die Sterbebegleiter ist es schön, dass sie für ihre Arbeit sehr viel Wertschätzung bekommen und ihr eigenes Leben mehr schätzen.

Außerdem glaube ich, dass das Sterben zum Leben dazu gehört. Die Begegnung mit Martina Kern hat mir gezeigt, dass man vor dem Sterben keine Angst haben muss. Ich glaube, die Hospizarbeit ist zwar auch ein bisschen traurig, aber vor allem lebensbereichernd.

Albert-Einstein-Gymnasium Sankt Augustin, Klasse 8b