Kinder als Topmodels

Ein kleines Mädchen auf dem Laufsteg.

Beuel. Unzählige Termine, zwei Stunden Styling, "Tonnen" von Haarspray und Make-up. Dann sehen sie aus wie erwachsene Frauen. So beginnen leider die Tage vieler Kinder, vor allem in den USA, wenn sie an Misswahlen teilnehmen.

Haben die Kinder wirklich Spaß daran, machen sie es freiwillig, oder leben die Mütter ihren eigenen Traum auf dem Rücken ihrer Kinder aus? Glaubt man den Aussagen der Mütter, ist es das größte Hobby, manchmal auch das einzige ihrer Kinder und sie haben sehr viel Spaß daran.

Doch die Tränen sprechen eine andere Sprache. Schaut man hinter die Kulissen der Shows, so sieht man immer wieder weinende Kinder. Auch in Fernsehberichten tauchen solche Bilder auf. Vielen Menschen ist diese Art von Hobby völlig unverständlich.

Zu Recht, denn die Mädchen sind nicht nur unzähligen Terminen und stundenlangen Stylingprozeduren ausgesetzt, sondern leiden auch zusätzlich unter starkem psychischem Druck. Gehört man nicht zu den Besten, entstehen enorme Versagensängste, denn keines der Mädchen möchte seine Eltern enttäuschen.

Oft gewinnt man den Eindruck, den Eltern geht nur um Prestige und die Preisgelder. Misswahlen sind außerdem eine sehr kostspielige Angelegenheit. Die Kleider der Mädchen kosten teilweise dreistellige Eurobeträge.Viel Geld für Familien, die nicht immer viel Geld besitzen.

Die Kinder verlieren in dieser Vielzahl von Auftritten ihre Kindheit. Auf kindgerechte soziale Kontakte und eine unbeschwerte Kindheit müssen sie verzichten. Spielen ist kaum möglich. Ob es das am Ende alles wert war, werden die Kinder wohl erst als Erwachsene beurteilen können.

Ernst-Kalkuhl-Gymnasium, Klasse 8b