"Bonner ITB"

Viel Andrang bei Reisemesse des General-Anzeigers

Den ganzen Samstag über herrscht dichtes Gedränge bei der ersten GA-Reisemesse.

Den ganzen Samstag über herrscht dichtes Gedränge bei der ersten GA-Reisemesse.

Bad Godesberg. Vom Panoramabus bis zum Hotel mit Indoor-Spielplatz: Die Bandbreite der 30 Aussteller in der Bad Godesberger Stadthalle lässt kaum Wünsche offen - und das bei allen Altersklassen.

Wohin soll es nächstes Jahr in den Urlaub gehen? Nach dem Besuch der Reisemesse des General-Anzeigers in der Godesberger Stadthalle hatte Ehepaar Gütelhöfer die Auswahl zumindest ein wenig eingegrenzt. In den letzen Jahren hätten sie viele Busreisen unternommen, sagten sie, jetzt sei mal etwas anderes dran. Ins Ausland mit Krautscheid Reisen, Wandern und Kultur mit Lupe Reisen oder in der Nähe bleiben und die Region um Boppard erkunden? Die Bornheimer hatten jedenfalls viel Infomaterial mitgenommen.

Die Premiere, so urteilten die Organisatoren, war ein voller Erfolg. Mehr als 30 Aussteller präsentierten ihre Angebote von Schiffstouristik über Bildungsreisen und Kuren bis zum Campingurlaub in den Veranstaltungsräumen der Stadthalle. „Wir haben eine Warteliste von bis zu 15 Kunden, die wir gar nicht aufnehmen konnten“, sagte Michaela Gassen vom GA-Anzeigenmarketing, die die Messe mit Carolin Hombach organisiert hatte. Raumtechnisch sei man an die Grenzen gestoßen, und man wäre auch lieber in der großen Halle gewesen. Aber dort richtete zeitgleich die NRW-FDP ihren Kleinen Parteitag aus.

Die Organisatorinnen hatten eine große Bandbreite an Ausstellern und Angeboten akquiriert. Strandreisen auf die Bahamas wurden den Leuten ebenso schmackhaft gemacht wie Fahrten in Weinanbaugebiete an der Mosel. Vor der Tür hatten drei Reiseveranstalter Busse aufgestellt, die man besichtigen konnte. Bei Krautscheid und König's Reisen fährt man besonders luxuriös, in kleinerer Gruppe, mit Panorama-Glasdach, WLAN, Steckdosen zwischen den geräumigen Doppelsitzen und einer Einzelsitzreihe. „Damen lieben es, alleine zu reisen“, sagte Jochen König. Auf diese Weise könne man Rundreisen mitmachen, was die „Jüngeren“ – ab 45 Jahren – mehr interessiere, oder klassische Ziele, etwa die italienischen Seen, anfahren, was oft von Senioren genutzt werde.

Für das jüngere Publikum war der Stand von AIFS eine gute Anlaufstelle. Das Bonner Unternehmen organisiert Bildungsauslandsaufenthalte weltweit, verfügt über 54 Jahre Erfahrung. Es bot seinerzeit das erste Au-pair in die USA an. Der Kulturaustausch stehe im Vordergrund, sagte Miriam Ströder. Nach wie vor bietet das AIFS jungen Leuten die Möglichkeit, „nach der Schule etwas Neues zu erleben“, auch in Großbritannien, und daran werde auch der Brexit, so er denn komme, nichts ändern, so Ströder.

Die Besucher konnten sich auch bei Vorträgen zu verschiedenen Reisezielen informieren. Das hatte Heidrun und Günter Wolf zur Messe gelockt, passionierte Weltreisende, die überlegen, sich vermehrt in der Heimat umzuschauen. „Deutschland ist in den letzten Jahren etwas mehr gekommen“, stellten sie fest. „Vielleicht bedingt durch die weltpolitische Situation.“ Sie waren erstaunt, dass die Resonanz trotz des sonnigen Herbstwetters am Wochenende so gut war. „Es ist gut, dass auch in Bonn so etwas stattfindet.“ Früher seien sie dafür immer nach Deutz gefahren.

Wenn es nach Florian Miesen von JUFA-Hotels ginge, müsste man nicht mal mehr zur Internationalen Tourismus-Börse nach Berlin fahren. „Das ist wie eine Bonner ITB“, sagte er am Stand der österreichischen Hotelkette, die unter anderem in Hamburg ein Hotel mit Deutschlands größtem Indoor-Spielplatz eröffnet hat. Die Zielgruppe sind junge Familien, daher die Abkürzung Jufa. Der Stand von Miesen wurde gut angenommen. Schon mittags war der Bestand an Katalogen und Flyern fast aufgebraucht. „Ich habe drei Kartons zu wenig mitgebracht“, bedauerte Miesen.

Man muss aber gar nicht weit fahren, um Besonderes zu erleben: Auf der Messe stellte Ulrike Bungart ihr „Camping am Siebengebirge“ vor. Bei ihr kann man in Holzhütten schlafen, in einem Küchenwagen frühstücken, und das Ganze in schlossartiger Kulisse mit märchenhafter Atmosphäre.

Den ganzen Samstag über herrschte reges Gedränge. Die Messe kam gut an. „Wir finden, das ist eine ganz tolle Idee, dass der General-Anzeiger so etwas macht“, so das Fazit der Gütelhöfers.