GA-Wandertag

Wege entlang mystischer und historischer Orte

Fantastische Aussichten auf Bonn und das Siebengebirge bieten sich den Teilnehmern des GA-Wandertages vom Alfterer Böling aus.

Fantastische Aussichten auf Bonn und das Siebengebirge bieten sich den Teilnehmern des GA-Wandertages vom Alfterer Böling aus.

Buschhoven. Der GA-Wandertag führt entlang mystischer und historischer Orte. Anspruchsvolle Wandersleut' wählen die 20- oder die 30-Kilometer-Route.

Auf schattigen, sicheren und zumeist ebenen Wegen die Natur genießen und dabei in netter Gesellschaft etwas für Körper und Seele tun - dazu lädt der 41. GA- Wandertag am Sonntag, 9. September, ein. Während die Familienroute und die Zehn-Kilometer-Strecke leicht und für Kinderwagen geeignet sind, gilt das nicht für die beiden längeren, mittelschweren bis schweren Strecken: Die 20-Kilometer-Strecke ist nur bedingt für Kinderwagen geeignet, die 30-Kilometer-Strecke gar nicht. Beide Strecken führen hinter Dünstekoven zunächst in Richtung Gut Capellen. Die Geschichte der ehemaligen Klosteranlage, heute ein privater Wohnsitz, ist an die Geschichte der Rosa Mystica und des Maria-Rosenfestes in Buschhoven geknüpft.

Im Jahr 1190 hatte der Legende nach der damalige Herr zu Bornheim, Ritter Wilhelm von Buschfeld, genannt Schilling, bei der Jagd das Bildnis der Gottesmutter mit einem Glöckchen darüber zwischen zwei brennenden Kerzen in einem blühenden Heckenrosenstrauch nahe Dünstekoven gefunden. Aus seiner Hauskapelle in Bornheim verschwand es und wurde an seinem ursprünglichen Ort wiedergefunden. Für Ritter Schilling Anlass, dort eine Kapelle und nach seiner Rückkehr von einem Kreuzzug auch eine Kirche und ein Kloster zu bauen - Schillingskapellen. Das Gnadenbild hatte den Ruf, Wunder zu wirken, und lockte über Jahrhunderte Pilgerscharen an. Nach der Auflösung des Klosters durch die Franzosen im Jahr 1803 wurde das Gnadenbild feierlich nach Buschhoven gebracht, wo es bis heute im Mittelpunkt des Festes "Maria Rosen" steht.

Weiter führen die beiden längeren Strecken zum Aussichtspunkt "Römerblick" und wenige Schritte in den Wald hinein zum Aufschluss des Römerkanals. Der Archäologe und Römerkanal-Fachmann Klaus Grewe hat in einer Reihe von Veröffentlichungen und Vorträgen die Bedeutung des Bauwerks dargestellt, das auf 95,4 Kilometern Länge - mit Zuleitungen sind es sogar 130 Kilometer - als Wasserleitung von Nettersheim in der Eifel bis zur römischen Provinzhauptstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium, dem heutigen Köln, diente. Der barrierefrei erreichbare Aufschluss bei Buschhoven und die Erläuterungen auf Hinweistafeln geben einen interessanten Einblick in diese Leistung antiker Ingenieurskunst.

Nach der Stärkung an einer Pausenstation gehen die 20-Kilometer-Wanderer direkt in den Wald und können nach 13,5 Kilometern am "Kamelleboom" die nächste Pause einlegen - wo es der Sage nach Kamelle regnen soll. Die 30-Kilometer-Strecke führt vorbei am Dürrenbruch, dem Naturschutzgebiet mit Moorbiotopen westlich von Oedekoven in der Gemeinde Alfter, und dem "Kamelleboom" weiter auf das Gebiet der Stadt Bornheim mit dem Biotop Brenig. Letzteres ist ausgewiesenes Naturschutzgebiet und geologisches Freilichtmuseum. Zwei unmittelbar aneinandergrenzende Naturschutzgebiete sichern gemeinsam oberhalb der Bornheimer Siedlungen einen etwa 77 Hektar großen Landschaftsraum einschließlich der Quarzgrube. Vom Aussichtsturm bietet sich ein herrlicher Blick über das Vorgebirge bis nach Köln und Bonn.

Die eigentliche Quarzgrube ist aus Naturschutzgründen nicht frei zugänglich, kann aber bei geführten Exkursionen oder Pflegeeinsätzen erkundet werden. Hinter dem Apfelmaar vereinigt sich die 30-Kilometer-Strecke wieder mit der 20-Kilometer-Strecke, um über den "Eisernen Mann" bei der Bundespolizei in Heimerzheim zu enden.