41. GA-Wandertag

Wandertagsteilnehmer starten auf einer Insel

Wie diese Fahrradfahrer erkunden die Teilnehmer des GA-Wandertags am 9. September die Wege durch den Kottenforst.

Wie diese Fahrradfahrer erkunden die Teilnehmer des GA-Wandertags am 9. September die Wege durch den Kottenforst.

Heimerzheim. Der 41. GA-Wandertag startet am kommenden Sonntag an der von Wassergräben umsäumten Burg Heimerzheim.

Wenn die Teilnehmer des GA-Wandertags am Sonntag, 9. September, die verschieden langen Strecken unter ihre Wanderschuhe nehmen, starten sie alle an einem besonders malerischen Ort: an der von einem Wassergraben umgebenen Burg Heimerzheim mit ihrem prachtvollen Park. Das historische Ensemble hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Besitzer, angefangen von den Herren von Heimerzheim bis zur sechsten Generation der Familie von Boeselager heute.

Die Burganlage besteht aus Vorburg und Hauptburg, die jeweils auf einer eigenen Insel liegen. Ihre Geschichte begann als befestigte Hofanlage der Herren von Heimerzheim, die im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Ritter Wennemar von Heimerzheim verkaufte die Burg 1324 an den Deutschen Ritterorden, der sie als Kommende nutzte. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde die dreiflügelige Hauptburg errichtet. Sie ist erbaut aus Backsteinen, weiß verputzt und zeigt an der Nord- und Westseite Stufengiebel. Im 17. Jahrhundert erhielt der Turm an der Nordwestseite nachträglich eine Kapelle. Die dreiflügelige Vorburg mit Ecktürmen und Holzgalerie wurde etwas später errichtet. Die Backsteinmauern der Vorburg blieben unverputzt.

Eng verbunden ist die Geschichte von Burg Heimerzheim und ihres Burgparks mit der Geschichte von Schloss Miel. Durch die Heirat von Josephine Gräfin Belderbusch, letzter Spross ihrer Familie, mit Freiherrn Karl von Boeselager-Heessen anno 1825 kam die Burg in den Besitz der Familie von Boeselager.

Dem Burggraben oder "Weiher" kam früher eine besondere Rolle in der Freizeitbeschäftigung der Heimerzheimer Dorfjugend zu. Mit Erlaubnis der Burgherren durften sie im Winter auf dem zugefrorenen Gewässer Schlittschuh laufen und Eishockey spielen. Heute steht die Burg als Standesamt der Gemeinde Swisttal und für Feierlichkeiten und Events zur Verfügung und bietet Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Burg hinter sich lassend führt der Weg die Wanderer auf der leichten Zehn-Kilometer-Strecke zunächst über den Höhenring in Richtung Kottenforst. Die Teilnehmer passieren später die Naturschutzstation der Nabu-Kreisgruppe Bonn in der ehemaligen Kiesgrube.

Das Gelände, das komplett unter Naturschutz steht, bietet mit seinen Sand- und Kieshügeln, Steilwänden und Teichen Lebensräume für Kröten, Frösche und Molche, Rast- und Brutplätze für seltene Vögel sowie viele Pflanzenarten. Das Gelände ist aus Schutzgründen nur eingeschränkt zugänglich, allerdings bietet der Nabu Besuchern Natur-Entdecker-Programme. Kurz hinter der Naturschutzstation passieren die GA-Wanderer rechter Hand den Naturrasenplatz von Rot-Weiß Dünstekoven, bevor der Weg in den Wald eintaucht und schließlich zum Eisernen Mann führt. Waldville und Kottenforst sind als bedeutsames Vogelschutzgebiet bei der Europäischen Kommission gemeldet.

Am Eisernen Mann treffen sich gleich fünf Wege. Dort ist eine Pausenstation aufgebaut, an der sich die Wanderer stärken und die von vielen Volkssagen umwobene Eisenstele anschauen können.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Eisenbarren weder um ein Relikt von Außerirdischen noch der Römer, und er dreht sich auch nicht drei Mal um die eigene Achse, wenn um Mitternacht die Heimerzheimer Kirchturmglocke schlägt. Vielmehr diente der beachtliche Eisenpfosten im 17. Jahrhundert als Landmarke und Vermessungspunkt beim Ausbau des Kottenforstes zum Jagdrevier desw Kurfürsten.Vom Eisernen Mann geht es dann auf dem letzten Teilstück zum Ziel.