Tag der offenen Tür

Die Bundespolizei war das Ziel des GA-Wandertags

Swisttal. Das Ziel des diesjährigen GA-Wandertags war das Gelände der Bundespolizei in Swisttal-Heimerzheim. Dort fand der Tag der offenen Tür statt.

Viele Hundert Augenpaare richten sich erwartungsvoll nach oben: Am blauen Himmel taucht zwischen den weißen Schäfchenwolken ein winzig kleiner dunkler Punkt auf. Dann lösen sich aus diesem Punkt weitere Punkte. Nach kurzer Zeit öffnen sich Fallschirme und kurz darauf schweben die Fallschirmspringer der Elite-Einheit der Bundespolizei GSG 9 zielgenau auf dem Landeplatz ein.

Die Landung jedes einzelnen Springers wird von den Zuschauern mit Applaus bedacht. Wenige Minuten später kehrt auch der Helikopter auf den Landeplatz zurück und macht dabei ganz schön Wind und Lärm. 21 Sitzplätze hat die "Super Puma", die in der Regel zum schnellen Transport von Personal eingesetzt wird, das nicht nur via Fallschirm abgesetzt werden kann, sondern auch mittels Fast-Roping, dem schnellen Abseilen.

Die Vorführungen der Springer sind eine der besonderen Attraktionen beim Tag der offenen Tür des Aus- und Fortbildungszentrums in Heimerzheim anlässlich des 40-jährigen Dienststellenjubiläums. Polizeidirektor Carsten Westerkamp freut sich, dass die Spezialeinheit als eine besondere Attraktion mit von der Partie ist.

Den ersten von mehreren Fallschirmsprüngen verfolgen unter anderem auch Mitglieder von Land- und Bundestag, der Gemeinde Swisttal und verschiedener Einrichtungen, die Westerkamp beim Eröffnungsempfang ebenso wie Vertreter verschiedener Dienststellen der Bundespolizei begrüßt.

Etwa 12000 Besucher erwartet die Bundespolizei zum Tag der offenen Tür, der auch Ziel des GA-Wandertages ist. Insgesamt hat die Bundespolizei für das Großereignis 345 Kräfte im Einsatz, wie Pressesprecher Lewin Aldenkirchs sagte. Am Standort erwarten die Besucher spannende Einblicke in den Berufsalltag und die Einsatzbereiche der Bundespolizei von Grenzkontrollen und Luftsicherheit bis Personenschutz im Ausland sowie weiterer Institutionen wie des Technischen Hilfswerks und der Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes. Besonders interessant sind die diversen Vorführungen.

So erfahren die Besucher zum Beispiel, wofür die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten des Wasserwerfers genutzt werden, welche Einstellung benutzt wird, um Sitzblockaden aufzulösen und welche Einstellung dazu dient, Polizeikräfte "verdeckt" heran zu führen. Und tatsächlich kann das Wasserwerfer-Fahrzeug sich auch komplett selbst löschen, sollte einmal versucht werden, es in Brand zu setzen. Auf dem Sportplatz verfolgen viele Zuschauer, die die temporeich choreografierten und passend musikalisch unterlegten Präsentationen der Selbstverteidigungsvorführungsgruppe mit Auszubildenden und Ausbildern.

An der Laserzielanlage erhalten die Besucher einen Eindruck, wie die Polizisten in den Schulungen auf mögliche Gefahren bei Einsätzen vorbereitet werden. So wird ein Polizist mit der filmischen Szene konfrontiert, dass ein Mann nicht wie aufgefordert seine Ausweispapiere zeigt, sondern eine Waffe zieht. Der Polizist reagiert und schießt in dem Fall mit der Laserpistole. Im zweiten Ausbildungsjahr werden die Anwärter mittels Medieneinsatz auf Alltagssituationen vorbereitet, wie der Ausbilder erläutert. Dazu stehe am Standort ein eigener Raum zur Verfügung, in dem sie "künstlich unter Stress" gesetzt werden können. Je nachdem, wie der Polizist dann reagiert, seien Variationen der filmischen Szene möglich.

Besonders für Kinder spannend sind Blaulichtfahrten, Bobby-Car-Parcours, verschiedene Outdoor-Spiele und die GA-Kinderrallye. Haben die Kinder sich an den Stationen alle Stempel geholt, bekommen sie am Schluss ihre ganz persönliche General-Anzeiger-Titelseite mit ihrem Foto unter der Überschrift "Neuer Nachwuchs für die Bundespolizei".