Durch den Kottenforst Auf diesen Strecken führt der 41. GA-Wandertag entlang

Wie diese Fahrradfahrer erkunden die Teilnehmer des GA-Wandertags am 9. September die Wege durch den Kottenforst.

SWISTTAL. Ob der Eiserne Mann, die Rosa Mystica, der Römerkanal oder Naturschutzgebiete: Die verschiedenen Strecken des 41. GA-Wandertags führen zu interessanten Orten. Am Ziel wartet eine Wander- und Outdoormesse.

Auf schattigen, sicheren und zumeist ebenen Wegen die Natur genießen und dabei in netter Gesellschaft etwas für Körper und Seele tun – dazu lädt der 41. Wandertag des General-Anzeigers am Sonntag, 9. September, ein. Vier verschieden lange Routen – einschließlich der knapp vier Kilometer langen Familienroute – führen vom Start an der Burg Heimerzheim durch den Kottenforst bis zum Ziel, dem Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei in Heimerzheim mit ihrem Tag der offenen Tür und einem Programm für die ganze Familie.

 


Während die Familienroute und die Zehn-Kilometer-Strecke leicht und für Kinderwagen geeignet sind, gilt das nicht für die beiden längeren mittelschweren bis schweren Strecken: Die 20-Kilometer-Strecke ist nur bedingt für Kinderwagen geeignet, die 30-Kilometer-Strecke gar nicht.


Die beiden längeren Strecken führen hinter Dünstekoven zunächst in Richtung Gut Capellen. Die Geschichte der ehemaligen Klosteranlage, heute ein privater Wohnsitz, ist an die Geschichte der Rosa Mystica und des Maria-Rosenfestes in Buschhoven geknüpft.


Die Legende vom gottesfürchtigen Ritter

Im Jahr 1190 hatte der Legende nach der damalige Herr zu Bornheim, Ritter Wilhelm von Buschfeld, genannt Schilling, bei der Jagd das Bildnis der Gottesmutter mit einem Glöckchen darüber zwischen zwei brennenden Kerzen in einem blühenden Heckenrosenstrauch nahe Dünstekoven gefunden. Aus seiner Hauskapelle in Bornheim verschwand es und wurde an seinem ursprünglichen Standort wiedergefunden – für Ritter Schilling Anlass, dort eine Kapelle und schließlich nach seiner Rückkehr von einem Kreuzzug auch eine Kirche und ein Kloster zu bauen, eben Schillingskapellen.


Das Gnadenbild hatte den Ruf, Wunder zu wirken, und lockte so über Jahrhunderte Pilgerscharen, die wiederum reichlich Opfergaben brachten. Nach der Auflösung des Klosters durch die Franzosen im Jahr 1802 und einer Neuorganisation der Pfarreien kurz darauf wurde das Gnadenbild feierlich nach Buschhoven gebracht, wo es bis heute im Mittelpunkt des Festes „Maria Rosen“ steht.

Weiter führen die beiden längeren Strecken zum Aussichtspunkt „Römerblick“ und wenige Schritte in den Wald hinein zum Aufschluss des Römerkanals. Der Archäologe und Römerkanal-Fachmann Klaus Grewe hat in einer Reihe von Veröffentlichungen und Vorträgen die Bedeutung des Bauwerks dargestellt, das auf 95,4 Kilometern Länge – mit Zuleitungen sind es sogar 130 Kilometer – als Wasserleitung von Nettersheim in der Eifel bis zur römischen Provinzhauptstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium, dem heutigen Köln, diente.

Vom Römerkanal zum "Kamelleboom"

Der barrierefrei erreichbare Aufschluss bei Buschhoven und die entsprechenden Erläuterungen auf den Hinweistafeln geben einen interessanten Einblick in diese Leistung antiker Ingenieurskunst. Nach der Stärkung an einer Pausenstation gehen die 20-Kilometer-Wanderer direkt in den Wald und können nach insgesamt 13,5 Kilometern am „Kamelleboom“ die nächste Pause einlegen.

Was es mit dem „Kamelleboom“ auf sich hat, erklärt dort eine Hinweistafel: Wenn Kinder ihren Kopf in die Aushöhlung der alten Eiche stecken, regnet es von oben „Kamelle“. Wie das funktioniert sei nicht verraten.

Die 30-Kilometer-Strecke führt vorbei am Dürrenbruch, dem Naturschutzgebiet mit Moorbiotopen westlich von Oedekoven in der Gemeinde Alfter, und dem „Kamelleboom“ weiter auf das Gebiet der Stadt Bornheim mit dem Biotop Brenig. Letzteres war jahrzehntelang politisches Topthema und ist heute ausgewiesenes Naturschutzgebiet und geologisches Freilichtmuseum.

Vom Aussichtsturm bis Köln schauen

Zwei unmittelbar aneinandergrenzende Naturschutzgebiete sichern gemeinsam oberhalb der Bornheimer Siedlungen einen etwa 77 Hektar großen Landschaftsraum einschließlich der Quarzgrube. Vom Aussichtsturm bietet sich ein herrlicher Blick über das Vorgebirge bis nach Köln und Bonn.

Die eigentliche Quarzgrube ist aus Naturschutzgründen nicht frei zugänglich, kann aber bei geführten Exkursionen oder Pflegeeinsätzen erkundet werden. Hinter dem Apfelmaar vereinigt sich die 30-Kilometer-Strecke wieder mit der 20-Kilometer-Strecke, um über den „Eisernen Mann“ zur Bundespolizei in Heimerzheim zu gelangen.

Am Ziel erwartet die Besucher neben dem bereits erwähnten Programm Speisen und Getränke sowie Musikunterhaltung und eine Wander- und Outdoormesse. Zum zweiten Mal bietet der General-Anzeiger zusammen mit elf weiteren Ausstellern zum GA-Wandertag diese Art Veranstaltung an. Die Schau ist im Gebäude 22 auf dem Gelände der Bundespolizei Heimerzheim, Gabrielweg 5, zu finden.

Aussteller informieren über Wanderziele und Ausrüstung

Wer nach der Bewältigung einer der Wandertags-Strecken sogleich die nächsten Herausforderungen sucht, findet bei der Wander- und Outdoormesse vielfache Inspiration. An Ständen vor dem Gebäude 22 zeigen der Verein Rhein-Voreifel-Touristik und die Gemeinde Swisttal, mit welch prachtvollen Rad- und Wanderwegen sowie Ausflugszielen die linksrheinische Region gesegnet ist – etwa mit der neuen Rheinischen Apfelroute, einem thematischen Radwanderweg von überregionaler Bedeutung.

Am Stand der NRW-Stiftung erfahren die Teilnehmer alles über die landeseigene Stiftung und ihr Engagement. Sie unterstützt mit ihrem Förderverein seit mehr als 30 Jahren Vereine, Verbände und Initiativen, die sich für den Naturschutz und die Heimat- und Kulturpflege einsetzen. Die Regionalbotschafter Albert Plümer (Rhein-Sieg-Kreis), Gabriele Heix (Bonn) und Ralf Sawatzki (Euskirchen) stehen Rede und Antwort.

Weitere interessante Ausflugs- und Wanderziele stellen die Naturregion Sieg/Bergisches Land sowie die Tourismuszentrale Saarland und der Wiedtal-Tourismus an ihren Messeständen vor. Der Deutsche Alpenverein, Sektion Bonn, verfügt ebenfalls über ein profundes Fachwissen, wenn es ums Wandern und Ausflüge geht. Auch er ist vertreten, wie auch der Ausrüster Sportpartner Bonn. Die Mitarbeiter beraten zur richtigen Ausrüstung zum Wandern, für Bergsport, Laufen, Walking oder andere Outdooraktivitäten.

Wer darüber nachdenkt, mit Bus oder Bahn zum Ausgangspunkt einer Wandertour in der Region zu fahren, kann sich umfassend beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg informieren. Er ist, wie der General-Anzeiger und das märchenhafte Schloss Drachenburg in Königswinter, mit einem Stand auf der Messe vertreten. Außerdem informiert der Saunapark Siebengebirge über die Möglichkeiten, wie man etwa nach einer ausgedehnten Wanderung oder einfach mal zwischendurch entspannen kann.

Die GA-Wander- und Outdoormesse im Gebäude 22 der Bundespolizei in Swisttal-Heimerzheim, Gabrielweg 5, ist geöffnet von 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos, nicht nur für die Wandertagsteilnehmer, sondern für alle Interessenten.

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