GA-Torfieber bei den F-Junioren

Turniersieg mit weißer Weste

BONN. FC Spich gewinnt souverän die siebte Auflage der F-Jugendlichen. Finalerfolg gegen JSG Beuel. Mitfavorit FC Hennef 05 scheidet überraschend in der Vorrunde aus.

Spannender hätte es für die F-Jugendlichen bei der siebten Auflage des Torfieber-Turniers des General-Anzeigers wohl kaum zugehen können. Die beiden Endspielteilnehmer FC Spich und der JSG Beuel lieferten sich ein packendes Finale mit dem glücklicheren Ende für Spich. 2:0 hieß es nach dem Abpfiff.

Zuvor hatten sich die beiden Finalisten in der Vorschlussrunde nur hauchdünn durchgesetzt. Während Turnierfavorit Spich durch den Treffer von Maxim Töws kurz vor Schluss mit 3:2 gegen den ebenbürtigen FC Niederkassel das Finalticket buchte, machte es die JSG Beuel so richtig spannend.

Wie schon im Viertelfinale, in dem sich die Mannschaft von Trainer Christoph Eschweiler nach Achtmeterschießen mit 3:2 (0:0) gegen den VfR Hangelar durchgesetzt hatte, benötigten die Beueler auch im Halbfinale gegen den SV Buschdorf die Entscheidung vom Punkt. Auch diesmal stand es am Ende 3:2.

Dabei war der fünfte Buschdorfer Torschütze an der Latte gescheitert. Spich hatte im Viertelfinale den SV Impekoven mit 2:1 geschlagen. Niederkassel schaffte den Halbfinaleinzug mit einem 2:0 gegen den SC Muffendorf. Buschdorf setzte sich in der Runde der letzten Acht mit 4:0 gegen Preußen Bonn durch.

Die Weichen für den Turniersieg hatte der FC Spich, der das Torfieber-Turnier 2015 mit einer weißen West beendete, mit einer souveränen Vorstellung bereits in der Vorrunde am Samstag gelegt. Exakt um 15.30 Uhr hallten die ersten zarten Jubel durch den Sportpark Pennenfeld.

Die Freudenschreie stammten aus den Kehlen der Spicher Spieler, die sich als erstes von 48 F-Jugendteams für die sonntägliche Zwischenrunde qualifizieren konnte. Die Mannschaft von Trainer Jens Langhans, im normalen Fußballleben gerade Meister in der Talentstaffel Rhein-Sieg geworden, hielt die Konkurrenz in der Gruppe B souverän mit fünf Siegen und der Maximalpunktzahl von 15 Zählern in Schach.

Ein besonders breites Grinsen trug Maxim Töws zur Schau, dessen Tore maßgeblich zum Erfolg der Spicher Mannschaft beigetragen hatten. So erwartet wie das Weiterkommen der Spicher, so unerwartet schied der fast schon naturgemäß als Favorit gehandelte FC Hennef 05 nach der Vorrunde am Samstag aus.

"Die Jungs haben einfach nicht das gezeigt, was sie können", bedauerte Roman Kleinschmidt, der Trainer der Hennefer U 9, die nach fast schon dramatischem Turnierverlauf als Dritter der Gruppe A die Heimreise antreten mussten. Das hart erkämpfte 2:2 gegen den Gruppenersten Niederkassel durch den schönen Kopfballtreffer von Foti Goutzidis, erzielt nach einem 0:2-Rückstand, sollte am Ende nicht reichen, weil der SV Rheinbreitbach im Anschluss sein letztes Spiel gegen Rot-Weiß Lessenich mit 1:0 gewann und sich damit Gruppenplatz zwei sichern konnte.

Zwei Stunden zuvor hatte Rheinbreitbach mit dem 1:0-Erfolg gegen Hennef die Grundlage für das nicht erwartete Weiterkommen gelegt. "Beim Blick auf die Gruppeneinteilung ist uns schon ein wenig schwindelig geworden", meinte ein glücklicher SV-Trainer Michael Blankenheim, dessen Sohnemann Luka das entscheidende 1:0 gegen Lessenich erzielt hatte.

Hatte Spich samt Anhang also schon früh Gewissheit über das eigene Abschneiden, mussten sich Spieler und Anhang anderer Clubs bis zur letzten Turnierminute gedulden. Zu den Spätentschlossenen gehörte Eintracht Geislar, die sich in der Gruppe D im letzten Gruppenspiel mit einem 4:2-Erfolg über den FV Rheinbrohl für die Zwischenrunde qualifizierten.

Auf die Spannungsspitze trieb es der ebenfalls zu den Turnierfavoriten gezählte VfR Hangelar. Ebenfalls im letzten Gruppenspiel schlüpften die Blau-Weißen nach einem erzitterten 1:1 gegen Bolusspor Bonn und einer Ausbeute von acht Punkten in die Zwischenrunde.

Auf der Strecke blieben dagegen die F-Jugendlichen von Fortuna Bonn, die sich nach sieben Zählern in der Gruppe G hinter Hangelar mit der obligatorischen Medaille zufrieden geben mussten. "Das war knapp, aber auch verdient", so Hangelars F1-Trainer Ingo Rabe.

Auch die Akteure des 1. FC Rheinbach dürfen am Sonntag nochmals die Reise ins Pennenfeld antreten. Ein 2:0-Erfolg gegen den Grafschafter SV reichte den Voreiflern in der Gruppe C für die Zwischenrunde. Den höchsten Sieg einer hochklassigen und torreichen Vorrunde der F-Jugend landete der SC Muffendorf, der den VfL Lengsdorf in 13 Spielminuten mit 7:0 schlagen konnte. Ein Ergebnis, mit dem sich Muffendorf in der Gruppe F gemeinsam mit Germania Impekoven das Weiterkommen sicherte.

Freuen durften sich außerdem Seldin Djedovic vom Turniersieger FC Spich, der als bester Torschütze bei der F-Jugend gekürt wurde. Zum besten Torhüter der jüngsten Torfieber-Teilnehmer wählte die Torwartschule Rhein-Sieg Nicklas Lange von Preußen Bonn.

Am Spielfeldrand

Doppeltes Ungemach: Da die F-Jugend der JSG Mondorf-Rheidt am zweiten Turniertag des Torfiebers nicht mehr antrat, sind nach der beschlossenen Trennung der Jugendsportgemeinschaft im kommenden Jahr sowohl Mondorf aber auch Rheidt für die dann achte Ausgabe des Torfieberturniers gesperrt.

Dass der Gegner nicht antrat, fand der achtjährige Alil Alloulat vom SV Buschdorf besonders traurig. "Jetzt haben wir zwar die Punkte, aber ich hätte viel lieber gespielt", sagte der Nachwuchskicker.

Amtlich verbrieft: Bester Torschütze beim Torfieberturnier des General Anzeigers zu werden, ist für die Knirpse der E- und F-Jugend mindestens so erstrebenswert wie der Gewinn der Torjägerkanone bei den Profis in der Fußball-Bundesliga. Da sich die Turnierleitung nicht mehr auf die sicherlich gut gemeinten, dafür aber nicht immer korrekten Informationen der Trainer verlassen wollten, waren die Schiedsrichter in diesem Jahr angehalten, nach jeder Partie die Torschützen zu ermitteln. Da manche Teams mit Trikots ohne Nummern dem runden Leder nachjagten, waren dann doch wieder die Trainer gefragt.

Sehnsucht: Fast jeder der F-Jugend-Kicker legte am Stand der Turnierleitung einen kurzen Zwischenstopp ein. Grund: Die Palette der Pokale, die beim Torfieber-Turnier am Sonntag verteilt wurden, blitzte dort verführerisch im Sonnenlicht. Ganz besonders im Blickfeld standen die beiden doch recht voluminösen silbernen Siegerpokale für die E- und F-Jugend.

Nachdem Pit Mertens, der Kapitän des SV Buschdorf, zu hören bekam, dass nur derjenige, der den Pokal auch in die Höhe stemmen könne, das Turnier gewinnen dürfe, machte der Blondschopf die Probe aufs Exempel.
Und siehe da: Die nicht ganz ernst gemeinte Bedingung erfüllte der Knirps zwar mit ein wenig Anstrengung, aber dafür zur vollsten Zufriedenheit seiner Mitspieler und der sichtlich amüsierten Turnierleitung.

Unverhofft kommt oft: Eigentlich sollte Tobias Jochem, Schiedsrichter vom TuS Altenrath, am Sonntag die Landesligapartie des FC Pesch gegen den TuS Mondorf pfeifen. Da aber ein Kollege des 23-Jährigen in diesem Spiel beobachtet werden musste, zog der Verband Jochem kurzerhand wieder ab. "Prima", meinte das Schiedsrichtertalent. "So kann ich auch in diesem Jahr wieder beim Torfieber dabei sein." Für Jochem bedeutete die siebte Auflage des Torfiebers der dritte Einsatz als Unparteiischer.

Willkommene Abkühlung: Nachdem am Donnerstag den heißen Temperaturen mit jeweils vier Eimern kalten Wasser für jeden der vier Plätze begegnet wurde, war die willkommene Erfrischung am zweiten Turniertag der F-Jugendlichen zunächst nicht mehr nötig. Nach dem Durchzug einer Gewitterfront in der Nacht zum Samstag herrschte am Spieltag der F-Jugendlichen mit angenehmen 17 Grad perfektes Fußballerwetter.

Erst gegen Nachmittag blinzelte die Sonne durch. Die Turnierleitung reagierte prompt und stellte einen Eimer Wasser neben jeden Platz.

Mädchenpower: Unermüdlich zog Uwe Tesci von der Torwartschule Rhein-Sieg von Platz zu Platz, um die besten Torhüter des F-Jugendturniers begutachten zu können. Dabei stachen nicht nur die jungen Herren der Schöpfung heraus. Mit Pauline Jobst von Rot-Weiß Lessenich war dem ehemaligen Oberligatorhüter (BSC, SV Siegburg) bei den F-Jugendlichen auch ein junges Mädchen aufgefallen.

Unterzahl: Trat die überwiegende Mehrzahl der Mannschaften mit mindestens zehn Feldspielern plus einem Ersatztorwart an, musste der SSV Merten beim F-Jugendturnier am Samstag nach einigen unerwarteten Ausfällen mit nur sechs Feldspielern auskommen. Trotz des personellen Engpasses hielt die Mannschaft durch und zeigte bei jedem der fünf Spiele hundertprozentigen Einsatz. Für die erfolgreiche Teilnahme wurde der SSV nach dem Turnier mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.

FVM-Vizepräsident lobt Turnier-Organisation

Stephan Osnabrügge ist Stammgast beim Torfieber des GA. Auch bei der siebten Auflage des größten Fußball-Jugendturniers der Region übernahm der Vizepräsident des Fußball Verbandes Mittelrhein (FVM) gerne die Siegerehrung nach insgesamt 304 Spielen der 96 F- und E-Jugendmannschaften.

"Ich möchte mich in Namen des FVM herzlich bei den Organisatoren des GA bedanken, die Jahr für Jahr dieses Turnier auf die Beine stellen." Gefühlt sei Torfieber sicherlich eines der größten Jugendturniere im Fußball-Westen. "So etwas ist mit ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit von Verbandsseite einfach nicht zu stemmen."

Welchen Stellenwert das Turnier für den Jugendfußball in der Region hat, ließe sich ganz einfach an der nochmals gestiegenen Zahl der teilnehmenden Vereine ablesen. "Gerade für die Clubs, die sich in diesem Rahmen kreisübergreifend messen können, hat der Auftritt bei Torfieber eine sehr positive Wirkung. Ich wünsche allen Beteiligten, dass dieses Turnier eine noch lange Zukunft hat."

JSG Beuel fährt zum Oranje Cup

Die E-Junioren der JSG Beuel konnten ihr Glück kaum fassen. Das Loskind Rifat Maksuti hatte für den Beueler Club das große Los gezogen. Die Mannschaft nimmt am international besetzten Oranje Cup 2016 in den Niederlanden teil. Gestiftet wurde der Preis von KommMit/Alles Fußball. Freuen durften sich auch die E-Junioren des SC Fortuna Bonn und die F-Jugend des SV Allner-Bödingen, die in der Vorrunde ausgeschieden waren. Beide Teams besuchen jeweils eine Partie der Telekom Baskets Bonn. Ein Preis, den der Basketballbundesligist selbst gestiftet hatte.

Auch die F-Junioren des TuS Oberpleis und die E-Junioren der JSG Remagen-Kripp gingen trotz ihres Ausscheidens im Turnier nicht leer aus. Das Losglück bescherte beiden einen von der Sportmeile Bonn zur Verfügung gestellten Besuch des Piratenlandes Bonn. Steil nach oben geht es demnächst für die F-Junioren des SV Rheinbreitbach und die F-Jugend des SV Vorgebirge.

Beide Mannschaften freuen sich über einen Besuch der Kletterhalle ArenaVertikal, den das in Troisdorf-Spich ansässige Unternehmen gestiftet hatte. Über einen neuen Trikotsatz von der Sportmeile Bonn freuten sich die E-Junioren des FV Preußen Bonn.

Zu den Besuchern des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund gehören die F-Juniorenteams des Bonner SC und des SV Siegburg 04.