Junge Kicker voll in ihrem Element

Bundesliga-Talentscout nimmt die E-Jugend unter die Lupe

BONN. Um kurz vor 15 Uhr war am Donnerstagnachmittag der Bann nach zwei Niederlagen endlich gebrochen: Nach toller Vorarbeit von Max May bugsierte Jacques Haupt im dritten Spiel das Leder zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung ins Tornetz und produzierte Jubelstürme bei den Spielereltern der E-Jugendfußballer des VfR Hangelar.

Am Ende gewann der VfR sogar mit 3:0 gegen den SSV Bornheim. Spätestens jetzt hatte die Blau-Weißen samt Elternschar das Torfieber vollends gepackt, das am Donnerstag zum Auftakt des großen E- und F-Jugend Torfieber-Fußballturniers des Bonner General-Anzeigers im Sportpark Pennenfeld grassierte.

Mehr als 600 Spieler, 100 Trainer und Betreuer sowie mehr als 1300 Zuschauer genossen Tag eins des größten Jugendfußballturniers in der Region bei Kaiserwetter in vollen Zügen. Und die E-Jugendkicker (Jahrgang 2004/05) waren mit voller Leidenschaft bei der Sache, um sich eines der 16 begehrten E-Jugend-Tickets für die Endrunde am Sonntag zu lösen.

Bei der siebten Auflage des GA-Torfieber-Turniers starten diesmal stolze 96 E- und F-Junioren-Mannschaften. Während die 48 E-Jugendteams am Donnerstag in acht Gruppen à sechs Teams die Teilnehmer der Finalrunde ermittelten, sind die 48 F-Jugendteams erst am Samstag gefordert.

 

Am Sonntag geht es dann wie gewohnt für beide Jugendklassen auf den beiden Kunstrasen- und Rasenplätzen um Pokale und attraktive Preise. Um dort dabei sein zu können, legten sich alle Kicker mächtig ins Zeug und die mitfiebernden Trainer, Betreuer, Eltern, Opas und Omas bekamen viele tolle emotionale Szenen geboten.

So auch bei den Spielen des 1. FC Spich, die der zahlreiche Fananhang mit lautem Jubel begleitete. Trainer Björn Dierke hatte nur Spieler des jüngeren Jahrgangs 2005 mitgenommen. Nach einer Auftaktniederlage produzierten die Gelb-Schwarzen überraschend vier Siege in Folge und ließen somit auch Mannschaften mit älteren Spielern hinter sich. Der Lohn in der Gruppe F war die Tabellenführung und ein Endrundenticket für Sonntag.

 

Dierke: "Was der GA hier bietet, ist der Wahnsinn. Das ist ein großartiges Turnier mit einer tollen Organisation. Wir sind das zweite Mal hier, und das Turniererlebnis ist für die Kinder mit Abstand das Beste, was ich kenne. Wir freuen uns auf Sonntag und wollen dort ebenfalls einen guten Eindruck hinterlassen."

Einen guten Eindruck hinterließen am Donnerstag einige Mannschaften, die trotz ihres jungen Alters teilweise schon attraktiven Kombinationsfußball boten. Beeindruckend war die Handlungsschnelligkeit einiger Kicker, die sich glänzend in Szene setzten. Da war es auch nicht verwunderlich, dass sich sogar ein Talentsichtungs-Scout eines Bundesligisten im Sportpark Pennenfeld unter die Zuschauer mischte.

 

Die Kinder bekamen davon aber nichts mit. Sie waren beim großen GA-Turnier voll in ihrem Element und fieberten nach den Spielen vor den großen Flatscreenmonitoren, um die Livetabellen zu begutachten und Finalrundenchancen auszuloten. Zum Finale reichte es beim VfR Hangelar trotz des Erfolgserlebnisses gegen den SSV Bornheim aber nicht. Die Mannschaft vom Trainer Alexander Schell strahlte trotzdem am Ende bis über beide Ohren.

 

Alle Teams, die ausschieden, wurden auf der GA-Torfieber-Bühne mit T-Shirts und Medaillen ausgestattet und vom Profifotografen abgelichtet. Klar, dass sich da alle als Sieger fühlen durften. E-Jugendtrainer Alexander Schell: "Es war eine schöne Erfahrung hier teilnehmen zu dürfen. Das Turnier des GA ist wirklich unschlagbar. Es ist auch mal schön gegen Mannschaften aus anderen Fußballkreisen spielen zu können. Und was die Kinder hier geboten bekommen ist Extraklasse. Mal sehen was unsere F-Jugend am Samstag reißen kann. Für sie dürfte der Einzug in die Endrunde möglich sein."

Die Finalisten bei der E-Jugend

JFC Mondorf-Rheidt, ASV Sankt Augustin, SV Buschdorf, Germania Impekoven, VfL Alfter, Bonner SC, TuS Oberpleis, SC Fortuna Bonn, SC Muffendorf, FC Pech, 1. FC Spich, FC Rheinbrohl, FC Hennef, JSG Beuel, FC RW Lessenich, SV Swisttal.

Splitter - Am Rande notiert

Da staunten viele E-Jugendlichen nicht schlecht, als sie am Donnerstagmorgen erstmals die großzügige Sportanlange am Pennenfeld zum großen GA-Torfieberturnier betraten. Sie waren mehr als beeindruckt von all den Attraktionen, die das emsige Team um Organisationschef Klaus Gering  errichtet hatte.

Ein echter Renner war der Fußballparcours, den die Auszubildenden des GA betreuten. Dort gab es Torwandschießen, Fußballkegeln, eine Dribblingsstation und die heißbegehrte Schussmessung. Dort wurde die Geschwindigkeit des Schusses auf ein großes Tor gemessen. Hier standen die Fußballer Schlange. Den Weltrekord für den härtesten Schuss hielt lange der nur 1,68 Meter große Brasilianer Roberto Carlos da Silva mit 202 km/h.

In der Saison 2006/07 schaffte der Brasilianer Ronny angeblich 212 km/h. Die Korrektheit der Messung bei Ronnys Schuss wird allerdings in Zweifel gezogen. Beim großen GA-Torfieberspektakel schafften die E-Jugendlichen so um die 60 km/h, einige Trainer brachten den Ball auf 110 Stundenkilometer. Man darf gespannt sein, wer bis zum Sonntagabend den härtesten Schuss abfeuern kann.

Viel Spaß hatten die Parcoursteilnehmer mit ihrer individuellen GA-Seite nach dem Vorbild der WM-Titelseite mit ihrem eigenen Porträt. Große Freude herrschte auch bei den Torhütern der 16 E-Jugendteams, die es in die Finalrunde geschafft haben. Sie dürfen bei der Torwartschule Rhein-Sieg ein Trainingscamp an einem Wochenende gratis absolvieren. Alle 48 Torhüter konnten aber nicht verhindern, dass beim Wettbewerb der E-Jugend in den 120 Gruppenspielen 273 Tore fielen. Im Schnitt also 2,275 Tore pro Spiel.

Die meisten Tore schoss der FC Hennef. 20 Tore in fünf Spielen. Das weckt natürlich Hoffnungen für mehr. Vor dem Organisationszelt des sportlichen Turnierleiters Wolfgang Ley blieben reihenweise die Kinder stehen, thronten dort doch sämtliche Pokale, Auszeichnungen und Gutscheine, die am Sonntag ihre neuen Besitzer finden werden.