Endspiel der E-Junioren Bundesliga-Schiedsrichter pfeift bei GA-Torfieber

Da geht's lang: In der Fußball-Bundesliga steht Sascha Stegemann als Schiedsrichter seinen Mann.

BONN/RHEIN-SIEG-KREIS. Bundesliga-Schiedsrichter Sascha Stegemann pfeift am Sonntag das Endspiel der E-Junioren beim großen GA-Nachwuchsfußballturnier. Die Vorrundenspiele beginnen am Donnerstag.

Bodenständig ist er immer geblieben, den Kontakt zur Basis hat er nie abreißen lassen, die Kollegen aus der Kreisliga, die nicht im Rampenlicht stehen und sich Woche für Woche Anfeindungen von Spielern und Zuschauern gegenübersehen, genießen seinen höchsten Respekt. Sascha Stegemann, 33 Jahre alter Diplom-Verwaltungswirt aus Niederkassel, erinnert sich noch sehr gut an die Zeiten, als er für ein paar Euro über staubige Dorf-Aschenplätze lief und auf der untersten Ebene des Amateurfußballs über die Einhaltung der Regeln wachte.

Doch wie sich die Zeiten ändern: Mittlerweile ist Stegemann in den großen Arenen des Landes unterwegs, seit 2014 leitet er als Schiedsrichter Begegnungen in der Fußball-Bundesliga, Superstars wie Franck Ribéry, Arjen Robben oder Robert Lewandowski hören auf seine Pfiffe. 57 Erst- und 48 Zweitligabegegnungen hat der 1,89 Meter große Spielleiter, der neben dem Sport das Reisen als große Passion angibt, mittlerweile schon auf dem Buckel.

Seine wohl bislang größte Aufgabe bewältigte er im Dezember vergangenen Jahres mit Bravour, als er das DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen den beiden Top-Clubs und Erzrivalen FC Bayern München und Borussia Dortmund (2:1) problemlos über die Bühne brachte. Obendrein ist er als Torrichter und vierter Offizieller regelmäßig in Diensten der Uefa unterwegs.

Die Ansetzungen auch für brisante und als kritisch geltende Spiele zeugen vom Vertrauen, das Stegemann offensichtlich beim DFB-Schiedsrichterausschuss genießt – und sie sind sicherlich zudem ein Beleg für die starken Leistungen des Niederkasseler Regelwächters. Erst vor wenigen Tagen stand er beim Relegationsspiel zwischen dem Drittligisten Karlsruher SC und dem Zweitliga-Vertreter Erzgebirge Aue unter besonderer Beobachtung – und pfiff tadellos.

Am Sonntag aber führt der Weg den Profi statt in die Münchner Allianz Arena, in den Dortmunder Signal Iduna Park oder in die Schalker Veltins-Arena ganz in die Nähe. Kein Scherz, kein Wunschdenken: Sascha Stegemann wird um 17.15 Uhr im Sportpark Pennenfeld das Endspiel der E-Junioren beim Torfieber-Fußballturnier des General-Anzeigers in Zusammenarbeit mit dem Fußballkreis Bonn pfeifen.

Dass er trotz seiner zahlreichen Termine, Lehrgänge und Verpflichtungen auf höchster Ebene dennoch bereit ist, auch mal eine Partie der kleinen Kicker zu leiten, ist für ihn jedoch eine Selbstverständlichkeit. „Erstens liegt mir der Jugendfußball von jeher am Herzen, zweitens habe ich natürlich meine Zeit als Jungschiedsrichter an der Sieg noch gut im Gedächtnis, und drittens ist das GA-Torfieber seit Jahren eine tolle Veranstaltung“, sagt der 33-Jährige, der die sportlichen Geschehnisse und Veranstaltungen in seiner Heimat nach wie vor mit großem Interesse verfolgt – sofern es seine Zeit zulässt.

Dass er ausgerechnet bei der zehnten Auflage des Torfiebers im Sportpark Pennenfeld aufkreuzt, macht die Sache für Stegemann, dessen jüngster Bruder Kolja in der Vergangenheit schon des Öfteren als Unparteiischer beim Torfieber im Einsatz war, perfekt: „Ich freue mich, dass ich beim Jubiläum ein kleiner Teil des großen Ganzen sein darf“, sagt er.

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