GA-Sommergarten

Von Peru nach Sankt Petersburg

Vom Dach der Bundeskunsthalle aus in den Süden durchstarten - das verspricht die Saison 2018 des GA-Sommergartens, die am Sonntag, 10. Juni, beginnt.

Zum Auftakt spielt "Alma de México" die für das Land typische Mariachi-Musik. Von Jalisco aus verbreitete sie sich erst über ganz Mexiko und dann später über ganz Lateinamerika aus und vereint zwei scheinbar widersprüchliche Elemente: Lebensfreude und Melancholie.

Einerseits laden die Lieder von "Alma de México" voll Lebensfreude und Energie zum Mitsingen und Tanzen ein. Andererseits sind sie zugleich auch von einem sentimental-romantischen Flair geprägt und besingen den Schmerz, die Gewalt und die unerfüllte Liebe. Die Musiker tragen typische Trachten und spielen auf den traditionellen Instrumenten ihrer Heimat.

Weiter geht es am 1. Juli, mit Jazz und Blues von Marco Marchi and the Mojo Workers. Das Bluesquartett aus der Schweiz spielt Musik aus der Zeit, als der Alkohol aus Teetassen getrunken wurde und Al Capone unter den Hand für stetigen Nachschub sorgte.

Die musikalischen Perlen des Pre-War-Blues aus den Juke Joints und den Speakeasies wurden behutsam abgestaubt, sodass sie nun wieder ihre volle, ursprüngliche und packende Energie entfalten. Auf der Setlist beim Sommergarten stehen Stücke von Blind Blake, Mississippi John Hurt, Tampa Red, Blind Boy Fuller, und Robert Johnson.

Mit Fabio Bianchi an der Tuba, Claudio Egli an der Bluesharp, Toby Stiftner am Washboard und Drums, spielt der Ausnahmegitarrist und Sänger Marco Marchi Blues, Ragtime und Swing der guten alten Zeit.

Die 1976 gegründete Formation Le Clou, die am 15. Juli den Cajun Swamp Groove und zweitens das Lebensgefühl des Big Easy aus dem Mississippi Delta mit aufs Dach bringen, braucht man den Bonnern eigentlich kaum mehr vorzustellen.

So viel aber sei gesagt: Das Publikum erwartet ein inspirierendes und zugleich wunderbar entspannendes Gebräu traditioneller Cajun Music, Zydeco und kreolischen R & B; gewürzt mit einer deftigen Portion französischem Esprit.

Tonangebend bei "Le Clou" sind der aus Paris stammende Michel David, der aus Paris stammt, der Fiddler Johannes Epremian und Yves Gueit, der ruhige Steuermann am Cajun-Akkordeon.

Aus Lima in Peru stammt Patricia Gomero, die am 29. Juli auf dem Dachgarten der Bundeskunsthalle erwartet wird. Ihre musikalische Ausbildung startete in mehreren Kinderchören, führte über Gesangsunterricht zu bekannten Musikgruppen aus der reichhaltige Musikwelt Limas. Später startete sie ihre Karriere als Solistin- vom Salsa und Merengue über Boleros bis hin zum Son Cubano. Seit 1991 lebt und arbeitet Gomero in Köln; mit der Gruppe "Peruanisimo" und als Solistin der lateinamerikanischen Musikszene hierzulande.

Das Jazz-Quintett Neva Brass Saint Petersburg wurde 1993 in St. Petersburg gegründet und spielt am 12. August beim Sommergarten auf. Dimitry Smirnov (Trompete), Sergey Bayev (Flügelhorn), Viacheslav Minnikov (Horn), Dmitry Akopian (Posaune) und Andrey Bykov (Tuba) haben am Rimski-Korsakov-Konservatorium im Sankt Petersburg studiert. Ihr Repertoire umfasst Barock im Stil von Bach und Händel ebenso wie Stücke von Duke Ellington und George Gershwin.

Die Sommergarten-Saison 2018 endet am 26. August mit dem Konzert von "Hot Stop Banda". Wenn ein Jude, ein Chilene, ein Russe, ein Deutscher und ein Tatare aufeinander treffen, klingt das vielleicht zunächst einmal recht abenteuerlich, dann aber nach Kontrabass, Gitarre, Akkordeon, Saxophon und Flöte ins Spiel kommen, klingt das nach originären und unverwechselbarem Folk aus ukrainischen, jüdischen und orientalischen Elementen, das Ganze angereichert mit Latin und Balkan-Grooves. Fertig ist die Mixtur.