GA-Sommergarten

Pablo Paredes eröffnete die Saison 2014

Mehr als 800 Gäste erleben beim ersten GA-Sommergarten 2014 den chilenischern Pianisten Pablo Paredes.

BONN. Exzellenter weicher Jazz mit frischen Elektro-Elementen, bis zum Rand gefüllt mit der traditionellen Musik Lateinamerikas, klassische Folklore also in einem modernen Gewand: Das Eröffnungskonzert des GA-Sommergartens im Rheinhotel Dreesen durch den chilenischen Pianisten Pablo Paredes war ein Auftakt nach Maß.

Vals, Tango und andere Tänze verbanden sich mit Synthesizer-Klängen, gestützt durch einen herrlich soliden Bass (Volker Heinze) und ein virtuoses, vielschichtiges Schlagwerk (Pablo Saez). Ein in Musik gegossenes Sinnbild nationaler Identitäten zwischen Geschichte und Gegenwart schallte durch den Kastaniengarten, die gut 800 Gäste betörend.

Doch nicht alle konnten mit dem innovativen Ansatz von Paredes etwas anfangen. Zu fremd die Rhythmen, zu frei die Harmonien, lautete vereinzelt die Kritik nach dem ersten Set. Kurzum zu viel Jazz. Erst als die Musik des Trios klassischer, traditioneller wurde, entspannte sich das Publikum merklich. Und nahm nun auch die neuen Impulse, die Paredes dezent einstreute, immer mehr an.

[kein Linktext vorhanden]Als dieser ein Stück anstimmte, zu dem sein Großvater seine Großmutter erstmals zum Tanz aufgefordert hatte und sein Werben begann, spielte ein Paar diese Szene sogar nach und belegte eine Aussage des Pianisten.

"Alles ist tanzbar", hatte er zuvor mit Blick auf die Kompositionen betont, die fast ausschließlich aus der eigenen Feder stammen, jedoch von der argentinischen und chilenischen Volksmusik hinsichtlich Form, Rhythmus und Melodie inspiriert worden sind.

Brillante Stücke, die nicht etwa ihre Herkunft verleugnen und sich bewusst abzugrenzen versuchen, sondern die Folklore weiterentwickeln, sie - und sich selbst - auszuweiten. Ein bemerkenswertes Experiment mit einem faszinierenden Ergebnis. Man musste sich nur darauf einlassen.

Der Großteil des Publikums nahm dieses Angebot an und genoss nach ersten Irritationen die Darbietung in vollen Zügen. Zu recht: Paredes jagte teilweise nur so über die Tasten, ständig zwischen Klavier und Synthesizer wechselnd, während Saez mit Klangstäben, Cajón, Schlagzeug und anderen Trommeln für Tempo sorgte. Volker Heinze diente dagegen als Ruhepol, der aber auch seine Solo-Künste eindrucksvoll unter Beweis stellte. Musikalisch erstklassig. Bitte mehr davon.

Soll ja auch kommen: Der nächste GA-Sommergarten findet in zwei Wochen statt.