Manuel Torres aus Chile

GA-Sommergarten auf dem Dach der Bundeskunsthalle

Manuel Torres singt diesen Sonntag beim GA-Sommergarten.

Manuel Torres singt diesen Sonntag beim GA-Sommergarten.

Bonn. Der Chilene und seine Band bringen diesen Sonntag im GA-Sommergarten die Klänge Lateinamerikas aufs Dach der Bundeskunsthalle

Stammgäste des GA-Sommergartens kennen Manuel Torres. Nach drei Jahren Pause treten der gebürtigen Chilene und seine Band diesen Sonntag auf dem Dach der Bundeskunsthalle auf. Ab 11.30 Uhr darf sich das Publikum auf eine ganz eigene Mischung aus Bossa Nova, Cha Cha Cha, Rumba und Samba freuen.

Es sind Lieder zwischen Melancholie und Freude, die Torres präsentiert, Lieder über die Liebe und das Sein. „Ich bin gerade in einer Phase meines Lebens, in der ich realisiere, dass jede Sekunde zählt“, sagt er im GA-Interview. „In einem meiner neuen Stücke singe ich zum Beispiel 'öffne dein Herz und lass die Freude in deine Venen fließen', weil jeder Tag zu kostbar ist, um ihn mit Trauer zu verschwenden.“

Seit 1983 lebt Torres in Deutschland, nachdem er und seine Band Ortiga vom Pinochet-Regime mit einem Auftrittsverbot belegt worden war. „Wir wollten eine chilenische Nationalmusik und sangen Lieder voller Sozialkritik“, erinnert er sich. Als die Diktatur sechs Jahre später endete, war eine Rückkehr für den Gitarristen und Sänger keine Option mehr.

„Ich hatte mir längst ein neues Leben aufgebaut, hatte eine Familie gegründet und die Möglichkeit, mit meiner Musik Geld zu verdienen. Das wäre in Chile einfach nicht realisierbar gewesen.“ Und heute? „Chile ist wirtschaftlich mittlerweile sehr erfolgreich, doch das hat seinen Preis. Die Menschen werden von einer Konsum-Mentalität beherrscht, das für die traditionelle Musik notwendige Gemeinschaftsgefühl fehlt. Und das ist nicht nur ein chilenisches Problem.“

Die unterlegt Torres mit Kompositionen, die alle Spielarten lateinamerikanischer Musik kombiniert.„Als ich ein Kind war, haben wir immer zur Cumbia getanzt, obwohl die ja aus Kolumbien stammt.“ Und auch Samba hat jede chilenische Gruppe gespielt. Das gehört alles zusammen.“ Dazu noch eine Prise Jazz von Pianist Pablo Paredes und ein paar Einflüsse vom Rest der Band, fertig ist eine einzigartige Mischung. Wie diese klingt, wird Torres bis 14.30 Uhr erfahren.

Der GA-Sommergarten auf dem Dach der Bundeskunsthalle beginnt bei freiem Eintritt um 11.30 Uhr. Bitburger und das Café-Restaurant „Speisesaal“ sorgen als Partner für die kulinarischen Angebote. Für gehbehinderte Besucher gibt es in der Bundeskunsthalle einen Aufzug.