Auf dem Dach der Bundeskunsthalle

Folklore von der peruanischen Küste beim GA-Sommergarten

Patricia Gamero war 2017 schon als Gast von Andy Miles beim GA-Sommergarten, jetzt kommt sie mit ihrer eigenen Band.

Patricia Gamero war 2017 schon als Gast von Andy Miles beim GA-Sommergarten, jetzt kommt sie mit ihrer eigenen Band.

Bonn. Patricia Gamero kommt an diesem Sonntag mit ihrer Band in den GA-Sommergarten auf dem Dach der Kunsthalle.

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Eine Panflöte wird an diesem Sonntag beim GA-Sommergarten auf dem Dach der Bundeskunsthalle nicht erklingen. Keine klagenden Weisen aus der Anden-Region, keine musikalischen Übersetzungen von kreischenden Kondoren und widerspenstigen Lamas und keine Lieder auf Quechua.

„Viele Menschen denken zuerst an diese Bilder, wenn sie von peruanischer Musik hören“, sagt Sängerin Patricia Gamero und lacht. „Daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Aber ich mache eben Folklore aus der Küstenregion, die mit der Kultur der Anden eigentlich nichts zu tun hat. Durch die Seefahrt und vor allem durch den Sklavenhandel sind zum Beispiel viele afrikanische Elemente in die Musik der Hafenstädte eingeflossen, die in den Bergen bis heute keine Rolle spielen.“ Beim GA-Sommergarten wird sie nun die Gelegenheit haben, die Unterschiede erlebbar zu machen.

Patricia Gamero wuchs in Lima auf und kam schon in jungen Jahren zur Musik. „Ich habe im Kinderchor angefangen und danach Gesangsunterricht genommen. Für mich war schon damals klar, dass ich Sängerin werden wollte.“ Später hat sie mit verschiedenen bekannten Bands gearbeitet, immer im Latin- beziehungsweise Folklore-Bereich. 1991 kam sie der Liebe wegen nach Deutschland.“Salsa, Merengue, Bolero, all das habe ich natürlich auch gemacht, aber mein Mittelpunkt war und ist immer der Canción Criolla mit Rhythmen wie dem Landó, dem Vals oder der Marinera“, erzählt Gamero im GA-Gespräch.

Also jener Mischung aus spanischen und afrikanischen Einflüssen, die während der Kolonialzeit entstand und die nicht nur Lieder über Alltägliches, sondern auch über gebrochene Herzen und gesprengte Ketten beinhaltet. „Wichtig sind vor allem Gitarre und Cajón, ohne die diese Art von peruanischer Musik schlichtweg nicht denkbar wäre. Wir kommen zusätzlich noch mit einem Pianisten, einem Bassisten und einem zusätzlichen Percussionisten, um ein breites Klangspektrum zu erreichen.“ Damit wird das Dach der Bundeskunsthalle zu einer Open-Air-Peña, wie die Clubs für folkloristische Musik in Lima genannt werden. „Wir hoffen natürlich, dass das Publikum sich auch auf die Tanzfläche wagt“, sagt Gamero. Immerhin weiß sie aus erster Hand, dass dies durchaus möglich ist: Vor einem Jahr war sie das erste Mal beim GA-Sommergarten, damals als Gast von Klarinettist Andy Miles.„Das war ein tolles Konzert. Es hat großen Spaß gemacht zu sehen, wie die Menschen zu unserer Musik gefeiert haben.“ Das sollte sich ja wohl wiederholen lassen.

GA-Sommergarten: Patricia Gamero und Band werden an diesem Sonntag von 11.30 bis 14.30 Uhr bei freiem Eintritt auf dem Dach der Bundeskunsthalle auftreten. Für gehbehinderte Besucher gibt es im Inneren der Bundeskunsthalle einen Aufzug.