Seatown Seven Jazzband beim GA-Sommergarten

Das goldene Jazz-Zeitalter lebt in Bonn wieder auf

Die Seatown Seven Jazzband ist beim GA-Sommergarten auf dem Dach der Bonner Bundeskunsthalle aufgetreten.

Die Seatown Seven Jazzband ist beim GA-Sommergarten auf dem Dach der Bonner Bundeskunsthalle aufgetreten.

Bonn. Die Seatown Seven haben das goldene Zeitalter des Jazz nach Bonn mitgebracht. Bei ihrem Auftritt gab es klassischen New Orleans Stil bis frühen Swing.

Es sei eine alte Geschichte, ist der Bandleader der Seatown Seven Jazzband Adrian von Saucken überzeugt, „was man macht muss man gut machen.“ Schließlich würden nur die Besten in den GA-Sommergarten auf das Dach der Bundeskunsthalle eingeladen. „Das ist schon etwas ganz besonderes, hier zu spielen“, so der 83-jährige Musiker der schon mehrfach mit seiner Band in Bonn zu Gast war. Seine 1962 in Wuppertal gegründete Formation begeisterte das Sommergarten-Publikum mit Hot Jazz vom klassischen New Orleans Stil bis zum frühen Swing. Das goldene Jazz-Zeitalter lebte mit den Seatown Seven wieder auf.

Manch ein Jazzfan unter den mehreren Hundert Besuchern, die inmitten von „Goethes Gärten“, der aktuellen Ausstellung der Bundeskunsthalle zwischen Geißblatt und Brokkoli sitzend, den sieben Musiker zuhörten, war schon früh aufgestanden, um sich einen guten Platz auf dem Kunsthallendach zu sichern. So hatte Gudrun Wambach aus Traben-Trabach zu ihrem 70. Geburtstag zwölf Personen eingeladen, die sich am Sonntagmorgen bereits um sechs Uhr aufgestandenwaren, um sich in Richtung Bonn aufzumachen.

Knapp zwei Stunden vor Beginn des Konzertes hatten sie noch eine freie Auswahl unter den etlichen Biertischgarnituren und konnten sich bereits von der Qualität des Rhein-Rieslings aus der Museumsgastronomie überzeugen. „Wir kommen regelmäßig einmal pro Jahr zum Jazz nach Bonn“, sagte Bernd Moritz Pieper (74) und erklärte, dass sie sich dabei immer auf den Spuren von Konrad Adenauer bewegen. Beim letzten Mal seien sie anschließend im Adenauerhaus in Rhöndorf gewesen. Diesmal werden sie nach dem Konzert ins Haus der Geschichte gehen. „Wir sind zum ersten Mal hier und finden es echt cool“, sagten die beiden 18-jährigen Zwillinge Lara und Lea aus Kessenich, die zu den wenigen Besuchern gehörten, die nicht den Golden Agern zuzurechnen waren. Beide seien sich „ziemlich sicher, dass die Musik unserer Großeltern zeitlos ist.“

Kurz darauf ruft von Saucken ins Mikrofon, „es macht einen Riesenspaß, hier zu spielen! Eine Band ist immer nur so gut wie ihr Publikum!“ Als er sodann „Petite Fleur“, den Klassiker von Sidney Bechet mit den Worten ankündigt, dass die Platte wohl noch jeder zuhause im Schrank liegen habe, geht ein Raunen durchs Publikum. Für Hennig Hols (82) sind das allerdings „alte Kamellen“. Der Sankt Augustiner hätte gerne etwas moderneren Jazz. „Alt sind wir selber“, sagt er lachend. Doch er findet das Angebot großartig und sei auch schon viele Male dabei gewesen. Im nächsten Sommergarten präsentiert die Band Taste of Woodstock am 4. August von 11.30 bis 14.30 Uhr Rock-Klassiker und Oldies auf dem Dach der Bundeskunsthalle.