Auf dem Dach der Bundeskunsthalle

Am Sonntag gibt es Blues beim GA-Sommergarten

Marco Marchi & The Mojo Workers spielen Blues auf Gitarre, Schlagzeug, Bluesharp und Tuba.

Marco Marchi & The Mojo Workers spielen Blues auf Gitarre, Schlagzeug, Bluesharp und Tuba.

Bonn. Beim GA-Sommergarten mischt sich am Sonntag, 1. Juli, Urtümliches mit Neuem. Mit ihrer Musik knüpfen Marco Marchi & The Mojo Workers an einige der frühesten Formen des Blues an.

So ungewöhnlich die Besetzung auf den ersten Blick auch scheint, so urtümlich ist sie doch eigentlich: Wenn Marco Marchi & The Mojo Workers mit Schlagzeug, Gitarre, Bluesharp und Tuba auf die Bühne kommen, knüpfen sie an einige der frühesten Formen des Blues an. „Bei den ersten Tonaufnahmen um 1917 herum war die Technik noch nicht sonderlich ausgefeilt“, erklärt Tubist Fabio Bianchi, der der Band nicht nur in ihrer schweizerischen Heimat ein Alleinstellungsmerkmal verschafft und mit ihr am Sonntag nun schon zum zweiten Mal beim GA-Sommergarten auf dem Dach der Bundeskunsthalle auftreten wird. „Damals konnte man viele der tieferen Frequenzen eines Kontrabasses nicht aufnehmen, weil das Instrument nicht das nötige Volumen hatte – eine Tuba, die durch die ganzen Blaskapellen ohnehin leicht zu bekommen war, war daher oft besser geeignet.“

Diesen Ansatz haben Marco Marchi & The Mojo Workers weitergeführt, seit Bianchi 2011 zur Band stieß. „Ich hatte Marco auf einem Konzert gehört und ihn danach angesprochen, ob er sich vorstellen könnte, in diese Richtung zu gehen“, erinnert er sich. „Wir ergänzten uns gut. Er war eher im Delta-Blues zu Hause, ich habe mit meiner Tuba die Tür zum New-Orleans-Blues geöffnet. So haben wir nach und nach beides vermischt und letztlich unseren eigenen Stil gefunden.“ Damit hat die Band sogar die Swiss Blues Challenge gewonnen und durfte somit als erste Schweizer Formation an der International Blues Challenge in Memphis, Tennessee teilnehmen.

Die Band ist begeistert vom Publikum

Obwohl die Blues-Klassiker aus den 1920er bis 1950er Jahren noch immer zum festen Repertoire von Marco Marchi & The Mojo Workers gehören, hat die Band in den vergangenen Jahren eine Wandlung mitgemacht. Zunehmend spielen Eigenkompositionen eine Rolle, wie auch Bianchi betont. „Wir und vor allem Marco haben einen Reifeprozess durchlaufen und inzwischen soweit abgeschlossen, dass wir keine Angst mehr haben, dass unsere eigenen Stücke nicht gut genug sein könnten“, sagt er. Man werde auch in Bonn auf diese Mischung zurückgreifen.

Ohnehin freue sich die Band auf den Auftritt – „beim letzten Mal hatten wir einen großen Spaß und waren vom Publikum total begeistert, das ausgelassen tanzte und mit uns eine schöne Zeit verbrachte“. Das sollte in diesem Jahr nicht anders sein, zumal sich die Besetzung sehen lassen kann: Neben Marco Marchi und Fabio Bianchi ist mit Marco Pandolfi ein herausragender italienischer Bluesharp-Spieler mit von der Partie, während am Schlagzeug Oscar Trabucchi sitzt, der sonst auch bei Rondo Veneziano mitmischt. Das Quartett tritt von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr bei freiem Eintritt auf dem Dach der Bundeskunsthalle auf. Für gehbehinderte Besucher gibt es im Inneren der Bundeskunsthalle einen Aufzug.