4. Bonner Immobilienmesse

Perspektiven für das Wohnen in der Region

Stößt regelmäßig auf großes Interesse: Die Bonner Immobilienmesse im Telekom Dome auf dem Hardtberg.

Bonn. Die 4. Bonner Immobilienmesse öffnet am Samstag mit mehr als 40 Unternehmen im Telekom Dome ihre Pforten

Es ist soweit: Im Mittelpunkt der 4. Bonner Immobilienmesse im Telekom Dome auf dem Hardtberg stehen am heutigen Samstag zwischen 11 und 18 Uhr unter anderem Häuser, Wohnungen, Finanzierungen, Sanierungen und Energiesparmaßnahmen.

Der General-Anzeiger und das Anzeigenportal kalaydo.de sind traditionell Veranstalter dieser Messe. Zugesagt haben mehr als 40 Unternehmen und Organisationen, die sich auf der Messe präsentieren werden. Darunter die Bonner Energieagentur, die Bonner Verbraucherzentrale und zum ersten Mal auch die Eigentümerschutzgemeinschaft Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg.

Nachdem im vergangenen Jahr rund 3500 Besucher gekommen waren, rechnen die Organisatoren auch am Samstag wieder mit Tausenden Interessierten. Auf die Gäste wartet neben einer Reihe von Fachvorträgen ein weiterer Höhepunkt: Der GA-Messetalk, der um 12 Uhr beginnt. Thema: „Wohnen und Arbeiten in der Region – schafft mehr Miteinander zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis neue Perspektiven auf dem Immobilienmarkt?“

Mit GA-Redakteur Holger Willcke wird der Wirtschaftsförderer des Rhein-Sieg-Kreises, Hermann Tengler, über Perspektiven für die Region diskutieren. Mit dabei sein wird auch Tenglers Kollegin in der Bonner Stadtverwaltung, Victoria Appelbe, sowie Helmut Hergarten, Hauptgeschäftsführer von Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg.

Zugesagt haben ihr Kommen ferner Jens Bräutigam, Geschäftsführer der Wohnbau GmbH, und Rolf Ludwig Becker, Inhaber des Büros Becker Immobilien aus Bonn. Zur Einstimmung auf den Messetalk kamen in den vergangenen Wochen an dieser Stelle in einer Interviewreihe bereits einige Podiumsteilnehmer und andere Fachleute zu Wort. Einige der wichtigsten Aussagen aus den Interviews sind hier nochmals zusammengefasst.

Für mehr Zusammenarbeit zwischen Bonn und dem Kreis plädiert Hermann Tengler, Wirtschaftsförderer des Rhein-Sieg-Kreises. Der Bevölkerungsdruck wird zunehmen, glaubt er: „Nach einer Prognose von IT NRW nimmt die Bevölkerung in der Region bis zum Jahr 2040 nochmals um 70 000 Einwohner zu, davon soll es allein 37 000 Menschen nach Bonn ziehen.“

Der Wohnraummarkt sei in Bonn nicht weniger angespannt als die Situation bei den Gewerbeflächen. Helfen könnte in der Situation die Ausweisung von 60 Hektar „interkommunaler Gewerbeflächen“, vor allem im linksrheinischen Kreisgebiet. Die Idee ist, dass etwa Rheinbach und Bonn die Entwicklung und Vermarktung eines Gewerbegebietes gemeinsam betreiben und sich dabei Kosten und Erträge teilen. Laut Tengler würden alle Beteiligten profitieren

Für Bonns Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe ist „das der richtige Weg“: „Denn wir werden den zukünftigen Bedarf nicht mit eigenen Flächen im Stadtgebiet abdecken können.“ Appelbe sagt aber auch: „Ob bei Büro-, Einzelhandelsflächen, oder Wohnraum – Bonn ist weiterhin ausgesprochen attraktiv für Investoren. Das wäre nicht so, wenn hier nichts mehr ginge.“ So spiele das Thema Nachverdichtung eine große Rolle, und zwar so, „dass der Charakter unserer Stadt nicht grundlegend verändert wird“. Bonns Wirtschaftsförderin bekräftigt: „Wir werden unsere Grünräume nicht zupflastern.“

Aus Sicht von Vicente Perez-Lucerga, Präsident und Geschäftsführer von Kautex Textron, ist Bonn zwar in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt, „doch könnte die Stadt manchmal noch etwas mehr für die internationalen Einwohner tun: Das ist für uns als internationales Unternehmen sehr wichtig“. Ein Problem sei außerdem, dass es ausländische Mitarbeiter immer noch schwerer haben, den Zuschlag für eine Immobilie zu erhalten.

Für Diplom-Immobilienwirt Rolf Ludwig Becker, Geschäftsführer von Becker Immobilien KölnBonn, dessen Büro sich auf Projektentwicklung und den anschließenden Vertrieb von Neubauimmobilien spezialisiert hat, nehmen die Genehmigungsverfahren zu viel Zeit in Anspruch. Und was hält der Immobilienfachmann von einem zentralen städtischen Ansprechpartner, einem Wohnbaukoordinator, wie ihn die SPD-Fraktion fordert? „Aus meiner Sicht scheint die Neuschaffung eines reinen Wohnbaukoordinators ohne Durchgriffsrechte wenig zielführend zu sein“, sagt Becker.

Helmut Hergarten, Hauptgeschäftsführer von Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg, moniert, dass das Thema Wohnungsbau „nicht zu den Prioritäten des jetzt ausscheidenden Oberbürgermeisters gehört hat“. Vor allem seien die Umlandgemeinden „sträflich vernachlässigt worden“, kritisiert Hergarten. „Hier habe ich die Erwartung an den neuen Oberbürgermeister, dass er anders als sein Vorgänger mit diesen Kommunen auf gleicher Augenhöhe ins Gespräch kommt.“

Aus der Sicht eines Verbrauchers, der für seine junge Familie ein Haus in der Region sucht, hatte Alexander Slawik sein Anliegen geschildert. Der 25-Jährige Beueler sucht seit zwei Jahren vergeblich ein Haus, vorzugsweise in Bonn. Da er dort bislang nicht fündig wurde, hält er nun auch in umliegenden Kommunen wie Alfter, Sankt Augustin und Hennef Ausschau nach Angeboten.

Auch zu weiteren Abstrichen ist er bereit. Etwa könnte der Garten kleiner als gewünscht ausfallen, auch eine Doppelhaushälfte wäre akzeptabel, so sagt er. Doch bislang sind die Objekte, die in Frage kommen, für ihn zu teuer, zu weit weg, die Baugrundstücke vergriffen, oder es gab bereits eine Vielzahl anderer Interessenten. Daher überlegt Slawik, sich „mit Freunden zusammenzutun und zusammen ein großes Grundstück zu bebauen“.