7. GA-Immobilienmesse

Bezahlbarer Wohnraum in Bonn bleibt ein Problem

Bonn. Rund 4000 Besucher sind am Wochenende zur Bonner Immobilienmesse in den Telekom Dome geströmt. Themen waren bezahlbarer Wohnraum, Fragen drehten sich auch um Renovierung und die Brennbarkeit von Dämmungen.

Ein Mann aus Troisdorf war der erste Besucher der 7. Bonner Immobilienmesse. Eigentlich öffnete die Messe, die der General-Anzeiger organisiert hatte, erst um 11 Uhr die Türen zum Telekom Dome. Der Troisdorfer stand am Samstag bereits um 6 Uhr vor der Halle. Für das frühe Anstellen führte der Mann handfeste Gründe an. Er wollte der erste am Stand des Projektentwicklers Bonava sein. Das Unternehmen gehörte zu den insgesamt 30 Ausstellern und was ihn besonders interessierte: Die Bonava hatte den Startschuss für den Vertrieb von 15 Wohnungen im letzten Neubauabschnitt des Projektes „Stadttorgärten“ in Beuel mit der 7. Bonner Immobilienmesse verknüpft, so Bastian Seelbach, der für das Bauvorhaben zuständig ist.

In dem letzten Neubauabschnitt hatte es der Besucher auf eine 50 Quadratmeter große, knapp 250 000 Euro teure Zwei-Zimmer-Wohnung abgesehen. Diesmal wollte er nichts dem Zufall überlassen, nachdem er sich bereits beim vorherigen Bauabschnitt für eine Wohnung interessiert hatte: „Ich hatte damals eine Minute, nachdem ich das Angebot per E-Mail bekommen hatte, geantwortet. Da war die Wohnung schon nicht mehr zu haben.“

Wie ein Messerundgang am Samstag zeigte, sind solche Erfahrungen kein Einzelfall. Bezahlbaren Wohnraum zu finden bleibt weiterhin das ganz große Problem. Zudem waren unter den rund 4000 Besuchern wieder viele Immobilienbesitzer, die Fragen rund um das Thema Sanierung stellten oder sich bei Fachvorträgen informierten. Am Stand der Bonava hatte Seelbach am Samstag Vorsorge getroffen, damit es nicht zum Gedränge wie auf der vergangenen Immobilienmesse kam. Gegen 13 Uhr wurde es trotzdem eng: „Von den 15 Wohnungen sind neun reserviert“, erklärte Seelbach. „Klar spüren wir hier hautnah den Druck, der auf dem Wohnungsmarkt lastet.“.

An den Ständen der anderen Makler drängten sich gegen 12 Uhr ebenfalls die Messebesucher. Auf Suche waren auch die Bonner Hans-Werner und Hildegard Pissarczyk. Und zwar nach einer Drei-Zimmer-Wohnung für ihren Sohn. „Die hohen Preise auf dem Markt sind einfach eine Katastrophe“, kritisierte Hildegard Pissarczyk. Sie nimmt vor allem die Politik in die Pflicht: Es müssten endlich bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden. Konkret funktioniere die Mietpreisbremse überhaupt nicht und öffentlich geförderter Wohnraum stehe kaum mehr zur Verfügung. „Da wurde ja in der Vergangenheit alles verkauft“, ärgerte sich die Frau.

Für Ulrich Ziegenhagen, stellvertretender Leiter der Bonner Wirtschaftsförderung, wie auch für seinen Kollegen Hermann Tengler, Leiter der Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg-Kreises, steht daher fest: Um mehr Wohnraum zu schaffen, müssen die Stadt Bonn und die 19 Kommunen des Kreises stärker zusammenarbeiten.

Große Nachfrage nach Beratung verzeichneten die Stände der Bonner Energie Agentur (BEA) und der Bonner Verbraucherzentrale. Viele Fragen konzentrierten sich auf die Brennbarkeit von Dämmungen, „wo es immer noch große Unsicherheiten gibt“, so BEA-Berater Lars Klitzke. Zudem informierten sich Hausbesitzer bei Stephan Herpertz von der Verbraucherzentrale, wie man den Strom der eigenen PV-Anlage sinnvoll nutzen kann, wenn die Vergütung gemäß Energieeinspeisegesetz 2020 ausläuft. Sein Tipp: „Selber nutzen.“

Am Ende der Messe war auch der Wohnungsinteressent aus Troisdorf glücklich: Er hatte trotz des Andrangs eine Reservierung für seine Traumwohnung bekommen.