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3500 Besucher bei der 6. Bonner Immobilienmesse

Die Besucher der 6. Bonner Immobilienmesse des GA im Telekom Dome lassen sich an der Ständen der Unternehmen beraten.

Die Besucher der 6. Bonner Immobilienmesse des GA im Telekom Dome lassen sich an der Ständen der Unternehmen beraten.

Brüser Berg. Schon vor Beginn der Bonner Immobilienmesse im Telekom Dome hatte sich eine lange Schlange gebildet. Insgesamt 3500 Besucher kamen zur 6. Ausgabe, viele von ihnen mit der Hoffnung auf mehr Wohnraum.

Eigentlich sollte die 6. Bonner Immobilienmesse des General-Anzeigers am Samstag erst um 11 Uhr öffnen. Aber bereits eine halbe Stunde vorher hatte sich im Telekom Dome eine lange Schlange vor dem Stand eines Ausstellers, der Bonava, gebildet. Das Immobilienunternehmen vermarktet laut Mitarbeiter Michael Hey 88 Eigentumswohnungen des Projektes „Wohnen an den Stadttorgärten“ in Beuel. Von den sechs geplanten Mehrfamilienhäusern erfolgte pünktlich zur GA-Messe der Verkaufsstart für das dritte Haus. Augenscheinlich war das Interesse an den zwischen 46 und 102 Quadratmeter großen Wohnungen groß. Ein Beispiel: 60 Quadratmeter kosten da 229.000 Euro.

Die Interessen waren unterschiedlich: „Ich suche ein Anlageobjekt“, sagte Louis Chahem, Internist aus Altenkirchen. Eine Besucherin hoffte, endlich fündig zu werden bei der Suche „nach einer bezahlbaren Wohnung für einen Single“.

Die beiden waren am Samstag nur einige unter vielen mit konkreten Wünschen. Rund 3500 Besucher informierten sich bei den 35 ausstellenden Unternehmen und hörten sich Fachvorträge an. „Der wieder sehr gute Besuch der Messe zeigt, wie hoch der Informationsbedarf der Menschen ist und bleibt“, sagte GA-Anzeigenchef Martin Busch, „gerade auch in Zeiten hoher Nachfrage sowohl bei Kaufinteressenten als auch Verkaufswilligen“.

Wie angespannt der Bonner Immobilienmarkt ist, wie gering die Zahl der Kauf- und Mietobjekte im Vergleich zur Nachfrage, liest und hört man allenthalben. Auf der 6. Bonner Immobilienmesse lasse sich die Problematik wie unter einem Brennglas erleben, sagte Ulrich Ziegenhagen, Vizechef im Amt für Wirtschaftsförderung. Die Messe bilde die gesamte Wohnraumversorgung ab. Die Veranstaltung zeichne aus, dass der Kunde dem Anbieter eins zu eins mitteilen könne, „wo der Schuh drückt“.

 

Stadt setzt auf Nach- und Innenverdichtung

Für Ziegenhagen ist das geboten, weil er zusätzliche Herausforderungen auf den Bonner Immobilienmarkt zukommen sieht: „Wir hatten im Jahr 2015/16 rund 4000 neue Beschäftigte in Bonn sowie 3800 neue Einwohner“, so der Experte. „Das ist deutlich mehr, als in den Jahren zuvor.“ Und diese müssen alle irgendwo wohnen.

Um das sicherzustellen, habe die Stadt ein Baulandaktivierungsprogramm aufgelegt, das sich auf drei Bereiche konzentrieren will. Vornehmlich setzt man laut Ziegenhagen auf die Nach- beziehungsweise Innenverdichtung – inklusive der Baulücken. Im Fokus stünden danach Konversionsprojekte wie die Gallwitz-Kaserne und erst dann Neubauflächen. „Die sind bekanntermaßen knapp in Bonn“, so der Wirtschaftsförderer.

Messebesucherin Graziella König aus Alfter wäre froh, wenn das Bonner Baulandaktivierungsprogramm bald schon Früchte trägt. Bereits seit drei Jahren suchen sie und ihr Mann Frank mit Töchterchen Zoe nach dem Klassiker: „einem Einfamilienhaus mit einem kleinen Grundstück“, wie sie sagen. Doch bislang scheiterten alle Bemühungen entweder an Preisen, die die Familie nicht zahlen kann, oder an einer Vielzahl von Interessenten.

 

Auch beklagt die Familie, dass einige Makler von der Not der Verbraucher profitieren wollten: „Uns wurde schon eine Reservierungsgebühr in Höhe von 1000 Euro angeboten“, sagte Graziella König.

Zudem habe ein Makler statt der üblichen Provision von drei Prozent sechs verlangt – plus Mehrwertsteuer. „Das ist schon krass, wie genau die wissen, dass sie es machen können“, sagte sie und staunte. „Denn der nächste Kunde wird das Objekt schon nehmen.“