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Zwischen Genialtät und Langeweile | |
Wim Wenders
- Geboren am Dienstag, 14. August 1945
- Geboren in Düsseldorf, Deutschland
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Nach seinem künstlerischen Durchbruch mit "Alice in den Städten" (1973) folgten Roadmovies wie das Meisterwerk "Im Lauf der Zeit" (1976). Schon seinerzeit war der Umgang mit der Zeit und die Reflektion über das Bildermachen ein Kennzeichen seiner Arbeit. Der Film wurde ein Welterfolg und die beiden Hauptdarsteller Rüdiger Vogler und Hanns Zischler gehörten fortan zu den wichtigen Akteuren des Neuen deutschen Films. Der Thriller "Der amerikanische Freund" bescherte Wenders schließlich 1976 auch den internationalen Durchbruch. Zu einem besonderen Frusterlebnis wurde dagegen seine erste US-Regiearbeit, eine versuchte Hommage an den amerikanischen Krimiautor Dashiell Samuel Hammett: Der Film "Hammett" konnte 1983 erst nach jahrelanger Verspätung herausgebracht werden und unterschied sich im Ergebnis (für das in der Hauptsache Francis Ford Coppola zuständig war) stark von Wenders' Absichten. Diese Erfahrung verarbeitete der Regisseur im Jahr darauf in der in Portugal gedrehten Milieustudie "Der Stand der Dinge", die mit dem Goldenen Löwen in Venedig ausgezeichnet wurde.
Ein großer Publikumserfolg war schließlich 1984 das Roadmovie "Paris, Texas" it Nastassja Kinski und Harry Dean Stanton, das zudem mit der Goldene Palme in Cannes prämiert wurde und Wenders gewann die Auszeichnung als bester Regisseur der British Academy of Film And Television Arts. 1986 entstand das ambitionierte Filmmärchen "Der Himmel über Berlin" (1986), das er 1993 mit "In weiter Ferne, so nah!" (mit Otto Sander und Bruno Ganz) fortsetzte. Wenders, der für Film und Theater oft mit Peter Handke zusammenarbeitet, zeichnete aber auch für eine Menge filmisch überambitionierter und philosophisch überfrachteter Langeweiler verantwortlich. Ein weiterer kommerzieller Erfolg war sein Dokumentarfilm "Buena Vista Social Club" (1999), der auch für den Oscar nominiert wurde. Für "The Million Dollar Hotel" erhielt Wenders 2000 den Silbernen Bären in Berlin. Seit den Neunzigerjahren hat sich Wim Wenders auch als Photograph einen Namen gemacht. Bereits 1971 gründete Wenders mit zwölf weiteren Filmmachern den genossenschaftlichen Filmverlag der Autoren, der Produktion und Vertrieb neuer deutscher Filme fördern soll. 1989 wurde Wenders zum Ehrendoktor der Theologie der Sorbonne in Paris ernannt und er ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Zudem ist er Vorsitzender der European Film Academy und war 1993 Professor an der HFFM. 1990 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1991 den Murnau-Preis.
Weitere Filme von und mit Wim Wenders: "Falsche Bewegung" (1975), "Nick's Film" (1977), "Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten" (Dokumentarfilm, 1988), "Bis ans Ende der Welt" (1991), "Lisbon Story" (1994), "Jenseits der Wolken" (1994, gemeinsam mit Michelangelo Antonioni) "Die Gebrüder Skladanowsky" (1995), "Am Ende der Gewalt" (1996), "Viel passiert", "Ten Minutes Older - The Trumpet", "Narren" (Produzent), "The Soul of a Man" (2003), "Land Of Plenty" (2004), "Don't Come Knocking" (2005), "Von einem der auszog - Wim Wenders' frühe Jahre" (2006), "Palermo Shooting" (2008), "Pina" (2011).
Foto: Donata Wenders
In den nächsten 4 Wochen im TV:
- Mittwoch, 26. Juni 2013
- 20.15-21.55 arte
-
Pina
Dokumentarfilm, Deutschland/Frankreich/Großbritannien, 2011, 99 min
TV
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