Stars von A-Z | GA-Bonn

Constantin Costa-Gavras

(Konstantinos Gavras)
  • Geboren am Sonntag, 12. Februar 1933
  • Geboren in Loutra Iraias, Arkadien, Griechenland

Vater des modernen Polit-Thrillers: Costa-Gavras
¿T?
Constantin Costa-Gavras ist der Sohn eines atheistischen mittleren Regierungsbeamten und einer aus Russland stammenden Mutter. Sie besteht auf einer streng orthodoxen Erziehung, als Constantins Vater, der nach dem Zweiten Weltkrieg vom Kriegsdienst zurückkehrt, wegen des Verdachts auf kommunistische Aktivitäten verhaftet wird. Dem Sohn verweigert man nicht nur das Studium an einer griechischen Universität, sondern auch ein Visum für die USA, wo er studieren will. In den Fünfzigerjahren ist Constantin Ballettänzer, später studiert er an der Sorbonne in Paris Literatur und geht danach an die Pariser Filmhochschule.

Die erste praktische Filmarbeit ist eine Regieassistenz bei René Clements "Der Tag und die Stunde". Dem französischen Regisseur verdankt Costa-Gavras viel: In seinen späteren Regiearbeiten erkennt man sowohl Clements Vorliebe für aufsehenerregende Stoffe wie das sozialpolitische Engagement. 1965 debütiert Costa-Gavras mit der Verfilmung von Sébastian Japrisots "Mord im Fahrpreis inbegriffen" als Regisseur.

Yves Montand, Simone Signoret und der Schriftsteller Jorge Semprun produzieren den Thriller, der deutliche Anklänge ans amerikanische B-Pictures zeigt. Im Fernzug Marseilles - Paris wird eine Parfüm-Vertreterin ermordet. Kein allzu schwieriger Fall, so hoffen die Beamten, die Eifersucht als Tatmotiv vermuten. Doch auf der Suche nach den Mitreisenden erhalten sie ungewöhnliche Konkurrenz: den Mörder, der offenbar alle umbringen will, die mit dem Opfer im Abteil waren. Logisch und spannend inszeniert und hervorragend gespielt, ist der Film ein guter Start für die Karriere.

Der nächste Film macht Costa-Gavras als Regisseur für Politthriller berühmt: "Z" (1968) basiert auf einem wahren Fall. 1963 wird in Athen bei einer pazifistischen Anti-Atomkraft-Veranstaltung, die durch Schlägertrupps aufgelöst wird, ein Universitätsprofessor ermordet. Bei der organisierten Unruhe soll die Polizei den Stargast schützen, dabei kommt er "zufällig" ums Leben. Ein Rechtsanwalt klärt auf, aber die Schuldigen innerhalb der Polizeihierarchie kommen durch vorzeitige Pensionierung davon. Bei einem Putsch kommen sie wieder in Amt und Würden, der lästige Rechtsanwalt kommt "aus Versehen" ums Leben. Ohne Namen, Ort und Vorfall zu nennen, beziehen sich Jorge Semprun und Costa-Gavras in dem Film "Z" nach einem Roman von Vassili Vassilikos auf diesen Vorfall.

1969 dreht er mit "Das Geständnis" seinen nächsten Politthriller. Es geht um den sogenannten Prager "Slansky-Prozess", bei dem 1952 nach 22 Monaten Folter in stalinistischen Gefängnissen der Prager Altkommunist Arthur London ein Geständnis über die ihm zur Last gelegten Verbrechen ablegte. London war Kämpfer im Spanischen Bürgerkrieg, Mitglied der Internationalen Brigade, kämpfte in der französischen Resistance im Zweiten Weltkrieg und wurde 1951 Minister in der Prager Regierung. In der Hauptrolle gab Yves Montand eine mehr als beeindruckende Vorstellung: Zum Skelett abgemagert, als totales Wrack mit selbstauferlegtem Schlafentzug machte er den Terror für den Zuschauer beinahe körperlich spürbar.

"Der unsichtbare Aufstand" von 1972 registriert und dokumentiert die Entführung des US-Polizeiberaters Mitrione, der im August 1970 in Montevideo von Tupamaros entführt und erschossen wird. Unter dem Deckmantel eines amerikanischen Entwicklungshelfers ist er am Aufbau und Ausbau des Polizeiapparats beteiligt.

Fortsetzung

Foto: Jean-Marie DAVID
Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation, 1.3.

In den nächsten 4 Wochen im TV:

Mittwoch, 12. Juni 2013
0.00-1.05 arte
Georges Méliès' "Reise zum Mond"
Die wunderbare Geschichte seiner Wiederentdeckung
Dokumentarfilm, Frankreich, 2012, 65 min
VPS: 23.55

© prisma

Anzeigen

Anzeige

Leserfavoriten

Anzeigen

Umfrage

Das deutsch-deutsche Traumfinale ist perfekt. Bleibt nur die Frage: München oder Dortmund?

Bayern München
Borussia Dortmund