Daniel Auteuil

  • Geboren am Dienstag, 24. Januar 1950
  • Geboren in Ghardaia, Algerien

Einer der renommiertesten Charakterdarsteller Frankreichs: Daniel Auteuil
¿T?
Mit seiner liebenswerten Frau Aimöe und dem reizenden Töchterlein Manon möchte Jean de Florette in einem kleinen französischen Dorf im Haus seiner Mutter ein friedliches Ökobauernleben verbringen. Doch das ganze Dorf stellt sich gegen ihn, vor allem Papet und sein Neffe Ugolin. Als pathetischer Buffo von Yves Montand in Claude Berris Kinohit "Jean de Florette" und der Fortsetzung "Manons Rache" (1985) legt Daniel Auteuil als Ugolin eine meisterhafte Schauspielerleistung vor. Scheu und schwachsinnig, intrigant, hässlich und dann auch wieder sympathisch, letztendlich ein erbärmlicher Bauer, den Marcel Pagnol als "dünn und drahtig wie eine Ziege" beschreibt.

Auteuil, der hier selbst den großen Montand schauspielerisch überragt, wird in dieser Rolle zu einem Emblem für ein Stück verlorenen französischen Dorftypus. Diese legendäre Figur, geboren aus französischer Dorfwirklichkeit und Pagnolscher Dichtung, hat Daniel Auteuils Leben verändert. "Ich war es gewohnt, viel Blödsinn zu machen. Ich verdiente viel Geld und warf es heraus. Ich lebte gut, hab' mich aber immer zwischen Filmen rumgetrieben, um dieses Leben so zu leben. Das hat die Arbeit an diesem Film total geändert. Ich habe zu mir gefunden und festgestellt, wie wichtig und wunderbar es ist, das tun zu können, was man wirklich will." Auteuil erhält für die Rolle den César, er wird weit über Frankreich hinaus bekannt - auch in den USA.

Geboren in Algerien packt er mit 20 die Koffer und geht nach Paris. Dreimal wird er am Konservatorium für dramatische Kunst abgelehnt. Trotzdem spielt er ab 1972 schon kleine Filmrollen. Seine Chance kommt, als die amerikanische Columbia das Musical "Godspell" in Paris dreht, Auteuil ist einer der zehn Schauspieler, die vor Ort ausgewählt werden. Es ist für ihn ein Erfolg. Von den Amerikanern lernt er - wie er sagt - "keine Scheu davor zu haben, den Mund aufzumachen, zu singen und sich wie Frank Sinatra zu fühlen." Er spielt in anderen Musikkomödien, dreht zahlreiche Filme und spielt auf der Bühne, bis Claude Berri 1985 kommt und ihm die Rolle des Ugolin anbietet. Hier am Set lernt Daniel Auteuil auch seine spätere - inzwischen wieder - geschiedene Frau Emmanuelle Béart kennen. Mit ihr stand er auf der Bühne, spielte in Filmen wie "Der Filou" (1985) und "Eine französische Frau" (1994).

International bekannt wurde Auteuil besonders mit seiner Rolle in Patrice Chéreaus vielfach preisgekröntem Historienepos "Die Bartholomäusnacht" (1994), in dem er den protestantischen König Heinrich IV. verkörperte. Eine wunderbare Komödie ist "Ein Mann sieht rosa" über einen vom Pech verfolgten Buchhalter, der vorgibt, schwul zu sein, um einer Kündigung zu entgehen. Und auch in der Folgezeit bewies Auteuil immer wieder, dass er einer der vielseitigsten zeitgenössischen Charakterdarsteller ist, der mühelos den Wechsel zwischen Komödie und Drama, Kunstkino und Mainstreamhits vollzieht. Davon zeugen etwa Michael Hanekes "Caché" und die beschwingte Erotikkomödie"Malen oder lieben", die beide auf den Filmfestspielen von Cannes 2005 liefen. Ebenfalls äußerst gelungen sind die Komödie "Mein bester Freund" (2006) und das warmherzig inszenierte Drama "Dialog mit meinem Gärtner" (2007).

Weitere Filme mit Daniel Auteuil: "Die Entfesselten", "Schinken mit Ei" (beide 1975), "La nuit de Saint-Germain-des-Prés", "Das Ende der Nacht" (beide 1976), "Rendez-vous en noir" (TV-Mehrteiler), "Monsieur Papa" (beide 1977), "Les héros n'ont pas froid aux oreilles", "Allein zu zweit" (beide 1978), "Bête mais discipliné" (1979), "Glückwunsch - mal wieder sitzengeblieben", "Clara et les chics types", "Die Bankiersfrau" (alle 1980), "Glückwunsch II - Die Lümmel machen Ferien" (1981), "T'empêches tout le monde de dormir", "Que les gros salaires lèvent le doigt!!!", "Du kannst mich mal" (alle 1982), "L'indic", "Großstadthölle - Gehetzt und gejagt", "Kleiner Spinner" (alle 1983), "Der Linkshänder" (1984), "Die Dame vom Palace-Hotel" (1985), "Le Paltoquet" "Einige Tage mit mir" (1988), "Milch und Schokolade" (1989), "Lacenaire" (1990), "Mein Leben ist die Hölle" (1991), "Ein Herz im Winter" (1992), "Meine liebste Jahreszeit" (1993), "Trennung", "Hundert und eine Nacht" (alle 1994), "Erklärt Pereira" (1995), "Diebe der Nacht", "Am achten Tag", "Passage à l'acte", "Lucie Aubrac" (alle 1996), "Duell der Degen" (1997), "Der Zorn des Jägers" (1998), "Die Frau auf der Brücke", "Mauvaise Passe", "An Interesting State" (alle 1999), "Sade", "La veuve de Saint-Pierre" (beide 2000), "Vajont", "L'adversaire" (alle 2001), "Petit coupures" (2002), "Rencontre avec le dragon", "Après vous - Bitte nach Ihnen ...", "Les clefs de bagnole" (alle 2003), "Sotto falso nome", "Nos amis les flics", "Pourquoi (pas) le Brésil", "36 - Tödliche Rivalen", "Preis des Verlangens" (alle 2004), "L' un reste, l'autre part", "La doublure", "L' entente cordiale", "Napoléon (et moi)" (alle 2006), "Le deuxième souffle", "L' Invité" (beide 2007), "Ich habe sie geliebt" (2009), "Jappeloup - Eine Legende" (2013).

Foto: 3sat


In den nächsten 4 Wochen im TV:

Sonntag, 27. April 2014
20.15-21.55 arte
Schwerpunkt: Hommage an Claude Sautet
Künstlerporträt
21.55-0.00 arte
Einige Tage mit mir
Drama, Frankreich, 1988
Montag, 28. April 2014
14.10-15.50 arte
Ein Herz im Winter
Drama, Frankreich, 1992
Dienstag, 13. Mai 2014
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Einige Tage mit mir
Drama, Frankreich, 1988
Donnerstag, 22. Mai 2014
13.45-15.50 arte
Einige Tage mit mir
Drama, Frankreich, 1988

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