Interview vor Auftritt im Brückenforum

Comedian Faisal Kawusi kommt nach Bonn

Comedian Kawusi: "Manchmal bin ich eben unbequem"

Comedian Faisal Kawusi ist am 15. September im Bonner Brückenforum zu Gast. Im GA-Interview spricht er über sein aktuelles Programm und erklärt, warum er nie ins Dschungelchamp gehen würde.

Faisal Kawusi ist anscheinend nicht zu bremsen. Das Comedy-Schwergewicht hat erst kürzlich bei "Schlag den Star" den Schauspieler und ehemaligen "Mister Universum" Ralf Möller besiegt, jetzt ist er schon wieder unterwegs, um sein aktuelles Programm "Glaub nicht alles, was du denkst" in der gesamten Republik zu spielen. Immer öfter trifft er vor ausverkauftem Haus auf, haben ihn seine zahlreichen TV-Auftritte doch schließlich bundesweit bekannt gemacht.

"Let's Dance", Paul Panzers Comedy-Spieleabend, "Grill den Henssler", überall mischte der 1,90-Meter-Hühne mit afghanischen Wurzeln in den vergangenen anderthalb Jahren mit. "Manche glauben, ich würde alles mitmachen, aber das stimmt nicht", betont der 27-Jährige im GA-Interview. "Acht von zehn Anfragen lehne ich ab. Ins Dschungelcamp würde ich zum Beispiel nie gehen, selbst wenn ich das Geld brauchen würde." Und warum nicht? "Das finde ich entwürdigend - und ich habe in der Vergangenheit schon Klos geputzt, nur um über die Runden zu kommen."

Das hat Kawusi inzwischen zum Glück nicht mehr nötig. Der Comedian fährt derzeit auf der Erfolgsspur, hat bei Sat.1 sogar eine eigene Sendung, in der er sich sowohl über sich selbst als auch über andere Prominente lustig macht. "Es ist eine große Ehre für mich, diese Chance erhalten zu haben", sagt er. Und auch ansonsten wird der im südhessischen Groß-Gerau geborene Kawusi extrem protegiert.

Für ihn geht damit ein Traum in Erfüllung. "Mich hat es schon immer zur Bühne gezogen", gesteht er. "Trotzdem habe ich erst Umweltingenieurwissenschaften studiert und dann eine Bankkaufmannslehre abgeschlossen. Während dieser Zeit haben mir aber immer wieder Freunde zugeredet, mich doch mal als Comedian zu versuchen. Irgendwann habe ich mir gesagt, warum nicht. Mehr als scheitern kann ich schließlich nicht."

Einen Namen hat sich Faisal Kawusi mittlerweile gemacht, Erfahrungen sammelt er aber weiterhin. Nicht alle davon sind positiv: Nachdem Kawusi im Oktober 2017 bei der "1Live Köln Comedy-Nacht XXL" in der Lanxess-Arena während seines Auftritts gefragt hatte, ob die "Let's Dance"-Jurorin Motsi Mabuse wohl die Affen aus dem Film "Planet der Affen" auch verstehen könne, wenn sie nur Tierlaute von sich geben würden, brach ein Shitstorm über ihn herein, auch eine Klage der Südafrikanerin stand im Raum.

"Dieser Kommentar war ein großer Fehler und völlig unangemessen", gesteht Kawusi zerknirscht ein. "In diesem Fall habe ich eine Grenze überschritten und habe mich dafür bei Motsi entschuldigt." In Zukunft wolle er derartige Themen "viel feinfühliger" angehen. "Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, aber ich kann sie lesen und daraus lernen, um die Zukunft besser zu schreiben."

Dies ist für Faisal Kawusi auch deshalb wichtig, weil er nicht wie viele andere Comedians ausschließlich auf entspannte Pointen setzen will. "Ich finde, dass es in der Verantwortung eines Künstlers liegt, auch mal sensible Aspekte anzusprechen", sagt er. "Ich muss ja nicht ständig ernst sein, aber manchmal muss man einfach den Mund aufmachen. Für mich ist Freiheit ein elementares Gut, und zwar Freiheit in allen Belangen und für jeden einzelnen." Was auch das Recht beinhaltet, eigentlich alles sagen zu können.

Damit kann Kawusi durchaus anecken, das ist ihm bewusst. "Manchmal bin ich eben unbequem, aber wer mich nicht mag, kann mich ja ignorieren", sagt er. "Meine Oma hat immer zu mir gesagt: Ich liebe dich mit all deinen Ecken und Kanten, denn nur eine Null hat keine."

Mehr Informationen: Faisal Kawusi, "Glaub nicht alles, was du denkst", Bonn, Brückenforum, Sa 15. September, 20 Uhr; Karten ab 28,74 Euro in den GA-Geschäftsstellen, unter Tel. (0228) 50 20 10 und www.bonnticket.de