GA gelistet Zehn Dinge, die man im Herbst auf Mallorca machen sollte

Mallorca mit seiner Hauptstadt Palma spielt insbesondere im Herbst und Winter seine ganz besonderen Reize aus.

Palma de Mallorca. Sonne, Strand und Ballermann - Mallorca hat weit mehr zu bieten und entfaltet gerade im Herbst und Winter einen ganz besonderen Reiz. Ultimative Tipps für einen Mallorca-Urlaub außerhalb der Hochsaison.

Auch wenn die Touristenzahlen 2018 etwas rückläufig waren - Mallorca ist und bleibt eines der beliebtesten Reiseziele in Europa. Die meisten Balearen-Besucher kommen immer noch aus Deutschland - und die meisten zieht es dabei noch immer in den Sommermonaten Juli und August nach Mallorca. Dabei ist die Insel gerade im Herbst und Winter einfach wunderschön - wenn deutlich weniger Urlauber unterwegs sind, die Vegetation sich saftig-grün von ihrer schönsten Seite zeigt, Mallorca in einem ganz besonderem Licht erstrahlt und frühlingshafte Temperaturen die Möglichkeit bieten, die Insel weniger schweißtreibend zu erkunden.

Das Freizeit-Angebot ist auch außerhalb der Hauptsaison schier unendlich. Unser Autor und Mallorca-Kenner Michael Wrobel hat eine bunte Mischung aus echten Mallorca-Klassikern und Geheimtipps zusammengestellt, die einen Herbst- oder Winter-Urlaub auf Mallorca unvergesslich machen.

1 Das Wahrzeichen der Insel besuchen

Imposant: die Kathedrale von Palma de Mallorca.

 

Stolze 110 Meter lang, bis zu 44 Meter hoch und 33 Meter breit mit einer Gesamtfläche von rund 6600 Quadratmetern – wuchtig und bewundernswert beherrscht "La Seu", die Kathedrale von Palma, die Bucht der Inselhauptstadt und gehört für jeden Mallorca-Besucher zweifelsohne zu einem Muss beim Sightseeing-Programm. Während sich im Sommer die Touristen-Massen durch die Kathedrale schieben, lässt sich der imposante Bau im Herbst und Winter im aller Ruhe bestaunen. Errichtet unter König Jaume I. ab 1230 nach Ende der Herrschaft der Mauren über Mallorca dient sie heute als Bischofssitz von Mallorca. Aber erst im 16./17. Jahrhundert wurde der Bau vollendet.

Den Beinamen „Kathedrale des Lichts“ trägt das Wahrzeichen der Insel vor allem wegen der beiden riesigen Fensterrosetten am Ost- und Westende. Zweimal im Jahr stehen die beiden Fenster im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: An jedem 2. Februar (Lichtmess) und 11. November ist dann eine „Licht-Acht“ zu sehen. Die Strahlen der aufgehenden Sonne projizieren das bunte Fenster der gegenüberliegenden Seite genau unter die Rosette auf der Innenwand der Hauptfassade. Wer das Schauspiel erleben möchte, muss früh aufstehen: Gegen halb neun am Morgen ist die Acht perfekt. Wer zu Weihnachten auf der Insel weilt, sollte unbedingt eine der zwei Christmetten am 24. Dezember besuchen. Die evangelischen und katholischen, deutschsprachigen Kirchengemeinden Mallorcas feiern dann gemeinsam in der festlich geschmückten Kirche das Weihnachtsfest.

2 Mallorquinisch schlemmen im "Ses Torres"

Im "Ses Torres" in Ariany kann ganz typisch mallorquinisch geschlemmt werden.

Hier sitzen Bauarbeiter neben Sekretärinnen, Familienväter samt Kindern neben Schlipsträgern, Alte neben Jungen – im Restaurant "Ses Torres" im kleinen Ort Ariany bei Manacor treffen sich zur Mittagszeit die unterschiedlichsten Mallorquiner, um zu schlemmen. In dem Buffet-Restaurant direkt am Kreisel am Ortseingang geht es deftig zu: Reichlich Fleisch, dazu Gemüse, Kartoffeln und eine riesige Auswahl Salaten, Suppen und süßen Desserts.

Wer zusammen mit den Insulanern wirklich die einfache mallorquinische Küche erleben will, ist hier genau richtig. Aber: Die Plätze in dem Restaurant sind zur Mittagszeit schnell besetzt – und das, obwohl das Restaurant riesig ist. Für rund zehn Euro heißt es im "Ses Torres": All you can eat – inklusive Wein, Wasser und Limonade, die schon auf dem Tisch für die Gäste bereitstehen. Und wem nach einem kühlen Bier ist, zapft es sich einfach selber am Buffet.

Biel Durán lauschen und nächtliche Kunst bestaunen

3 Einem Konzert von Biel Durán lauschen

Biel Durán gehört zu den besten Musikern Mallorcas.

Er gehört wirklich zu den ganz Großen seines Fachs und hätte auf dem Festland vermutlich schon eine große Karriere gemacht – doch Biel Durán liebt einfach Mallorca und kommt nicht von der Insel los. Dort gibt er entsprechend seine meisten Klavierkonzerte. Wie kaum ein anderer schafft er es, Klassik, Blues, Rhythm ’n‘ Blues, Jazz und Boogie Woogie mit modernen Kompositionen zu verbinden – und dabei die Zuschauer stets zu überraschen. Der Pianist hat sich seinen Ruf dank seiner Konzerte an malerischen Orten wie dem Weinkeller der Bodega Macià Batle in Santa Maria oder auch im Teatre Principal in Palma wahrlich verdient.

Mit Musikern wie Mike Oldfield, Kevin Ayers oder Concha Buika spielte er früher, heute füllt er selbst Konzertsäle – und das stets im feinen Zwirn und mit extravaganten Schuhen. Durán, geboren im Bergdorf Valldemossa, ist übrigens ein Viertel Deutscher und besucht öfters seine Familie in Essen und München. Seine früheren Musikstudien führten ihn auch ans Mozarteum in Salzburg. Da verwundert es auch nicht, dass er Bach für einen der größten Musiker hält. Wer die Möglichkeit hat, einmal ein Konzert von Durán zu erleben, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.

4 Mallorcas Kunstszene bestaunen

Bei der Nit de l'art öfnnen die Galerien in Palma ihre Pforten.

Mitte September verwandelt sich Mallorcas Hauptstadt Palma immer in eine riesige Kunstgalerie. Bei der Nit de l'art, der Kunstnacht, öffnen die Galerien der Stadt ihre Pforten und laden zum kostenlosen Kunstgenuss ein. Mehr als 20.000 Menschen strömen alljährlich in die Stadt und sind bei dem größten Kunstevent Mallorcas dabei. Die Nit de l’art vereint Ausstellungen in Galerien von ArtPalma und öffentlichen Museen, aber auch kommerziellen Galerien, Geschäften und Restaurants.

Viele Besucher nutzen die Kunstnacht, um sich bei lauen Temperaturen mit Freunden in der Stadt zu treffen, durch die Galerien und Ausstellungen zu bummeln, sich von der bunten Kunstszene der Insel berauschen zu lassen und anschließend in einer der vielen Bars das eine oder andere Glas Wein oder Bier zu trinken. So kommt man auch schon mal in ein lockeres Gespräch mit Galeristen oder Künstlern. Denn die Szene ist besonders familiär und wenig elitär.

Die Burg von Capdepera und die Drachen-Höhlen

5 Das Castell de Capdepera besteigen

Durch die Glocken des Castells de Capdepera haben Besucher einen tollen Blick über die Inselebene Mallorcas.

Schon aus der Ferne ist das Castell de Capdepera, das hoch über dem Ort im Nordosten der Insel thront, zu sehen. Wer die Burg auch aus der Nähe bestaunen will, dem sei empfohlen, den Mietwagen besser im Ort stehen zu lassen und die sehr engen Gassen zu Fuß hinauf zu gehen. Rund um das Areal steht eine noch sehr gut erhaltene, hohe Mauer, von der aus man einen tollen Blick auf den Ort Capdepera, darüber hinweg auch bis zum Urlauberort Cala Ratjada sowie auf den Kanal zwischen Menorca und Mallorca hat. Die befestigte Anlage wurde einst im 14. Jahrhundert im Auftrag von König Jaume II. für die Bevölkerung der Gegend errichtet, die sich dort unter anderem von den zahlreichen Piratenangriffen schützen sollten.

Im ehemaligen Haus des Statthalters ist heute ein Museum untergebracht. Zu betrachten ist auch eine kleine Kapelle, in der heute regelmäßig unter anderem Hochzeiten stattfinden. Kein Wunder eigentlich, denn das gesamte Gelände bietet einfach eine Traumkulisse für die anschließenden Hochzeitsbilder. Um die Kirche rankt sich übrigens auch eine hübsche Geschichte: So sollen am 18. Dezember 1569 die Menschen, die vor den heranrückenden Mauren in der Burg Schutz gesucht hatten, voller Angst eine Figur der Schutzheiligen Virgen de la Esperanza aus der Kirche geholt und über das Gelände getragen haben. Laut Legende bildete sich daraufhin dichter Nebel, der den Mauren den Blick auf die Burg verwehrte. Diese bliesen schließlich ihren Angriff ab. Seither wird dieses Wunder alljährlich in Capdepera mit einer Prozession gedacht. Der Eintritt in die Burg kostet drei Euro.

6 In die Drachenhöhlen herabsteigen

Die Drachenhöhle von Porto Cristo ist Mallorcas bekannteste Höhle. Im Jahr 1880 wurden sie von M.F. Will und 1896 von E.A. Martel erforscht. Letzterer entdeckte auch jene Höhle, in der sich ein riesiger See befindet – einer der größten unterirdischen Seen weltweit. Bereits in den 20er und 30er Jahren wurde die Höhle für Besuche hergerichtet, indem unter anderem Wege und Treppen angelegt wurden. Im Sommer macht ein Besuch hier wegen des enormen Touristen-Ansturms wenig Spaß, doch in der Nebensaison sind die Höhlen wirklich ein lohnenswertes Ausflugsziel. Aber: Familien, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind, sollten diesen besser nicht mit in die Höhle nehmen. Denn es gibt reichlich Treppenstufen zu überwinden.

Ein Highlight eines jeden rund einstündigen Besuchs der Drachenhöhle ist ein klassisches Konzert unter Tage. Zu den Klängen der Barcarole von Jacques Offenbach setzen Ruderboote über den Martelsee über. Die Führungen außerhalb der Hauptsaison finden vom 1. November bis 12. März jeweils um 10.45, 12.00, 14.00 und 15.30 Uhr statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 Euro. Kinder zwischen drei und zwölf Jahren zahlen acht Euro.

Mallorca von unten und von oben

7 Mallorcas Unterwasserwelt erleben

Mallorcas Unterwasserwelt lässt sich im Meeres-Aquarium in Colònia de Sant Jordi entdecken.

Fische, die man sonst beim Schnorcheln sieht, kann man sich auch hautnah ansehen – ohne  dabei nass zu werden: im Meeres-Aquarium in Colònia de Sant Jordi im Südosten von Mallorca. Das Cabrera-Besucherzentrum ist als unterirdische Grotte gestaltet. Etwa 150 Fischarten kommen in den Gewässern rund um Mallorca und der benachbarten Inselgruppe Cabrera vor, viele von ihnen kann man in den 17 Aquarien beobachten. 2013 wäre das Aquarium beinahe geschlossen worden – da zu wenige Besucher kamen. Dabei lohnen sich die sechs Euro Eintritt wirklich. Dafür gibt's Mallorcas faszinierende Unterwasserwelt pur.

8 Der Insel aufs Dach steigen

Einen traumhaften Blick über Mallorca hat man vom Berg Puig de Sant Salvador.

Die einen quälen sich mit dem Fahrrad hinauf, andere legen den Weg zu Fuß zurück oder nehmen das Auto oder den Bus, wieder andere cruisen im Buggy die Serpentinen rauf: So oder so – ein Ausflug zum Kloster Santuari de Sant Salvador lohnt sich immer. Oben auf dem 509 Meter hohen Berg Puig de Sant Salvador angelangt, eröffnet sich einem ein fantastischer Panoramablick. Diesen genießt man am besten vom Fuße des 37 Meter hohen Turms mit seiner sieben Meter großen kupfernen Christusfigur, die in den Hügeln der Serra de Llevante nach den Wolken greift.

Von hier lässt sich über ganz Mallorca und bei guter Sicht sogar bis zum Meer und der benachbarten Insel Cabrera blicken. Im Nordwesten kann man einen Blick auf die Serra de Tramuntana werfen und im Norden bis Alcúdia und Pollença. Gleich nebenan liegt die eher schlicht gehaltene Klosteranlage. Die Außenfassade des Bauwerkes erinnert eher an eine Festung als an ein Kloster. Wahrer Prunk offenbart sich dem Betrachter jedoch in der glanzvollen, aufwändig verzierten Klosterkirche. Bildhauer Pere Coronero brachte sie einst zu vollem Glanz. Auch wenn es ein bisschen kitschig ist: Investieren Sie die zwei Euro in dem kleinen Apparat auf der rechten Seite der Klosterkirche und lassen Sie damit ein ganz persönliches Konzert erklingen - inklusive Lichtershow.

 

Mit dem Zug in die Vergangenheit und teuflische Begegnungen

9 Per Zug in die Vergangenheit reisen

Mit der historischen bahn geht's mitten durch Sóller bis nach Port de Sóller.

Sie gehört einfach zum Stadtbild von Sóller dazu: die historische Straßenbahn, die Sóller mit Port de Sóller verbindet. Wer in die kleine, ruckelige Bahn einsteigt, kann sich auf eine nostalgische Fahrt freuen. Denn die elektrische Straßenbahnlinie wurde bereits am 4. Oktober 1913 eingeweiht. Die Tram mit ihren historischen Waggons fährt über den Marktplatz von Sóller und durch enge Gassen.

Nachdem man den Ort verlassen hat, geht es vorbei an Orangen- und Zitrusplantagen und um die runde Bucht von Port de Sóller bis zum Hafen. Eine einfache Fahrt kostet fünf Euro. Wer eine längere machen möchte, sollte im „Roten Blitz“ Platz nehmen, der Sóller und Palma verbindet. In dem historischen, rund 100 Jahre alten Zug lässt sich auf etwas mehr als 27 Kilometern die herrliche Landschaft genießen.

10 Sich von Mallorcas Teufeln erschrecken lassen  und "Firas" feiern

Die Dimonis gehören auf Mallorca zu vielen Festen einfach dazu.

Wenn auf Mallorca im wahrsten Sinne des Wortes der Teufel los ist, gehören sie einfach dazu: die Dimonis. Bei verschiedenen Festen tanzen die als Teufel maskierten Figuren mit bimmelnden Glocken über die Dorfplätze, in ihren Händen lange Stäbe, von deren Spitzen Funken sprühen. Begleitet werden sie meist von Trommlern und weiteren gruseligen Gestalten, die jedem einen Schauer über den Rücken fahren lassen.

Feuerläufe sind aus dem Festgeschehen der Insel gar nicht mehr wegzudenken. Eines der größten Dimonis-Spektakel auf Mallorca ist am Vorabend des Sant Antoni-Festes, der sogenannten „verhexten Nacht“ vom 16. auf den 17. Januar. Zuhauf unterwegs sind die Feuerläufer auch in der Johannesnacht (23./24. Juni). Dann werden zusätzlich Lagerfeuer an den Stränden abgefackelt und in vielen Ortschaften steigen Johannisfeste. Wer ohne viele Touristen die Dimonis erleben will, ist beispielsweise im kleinen Dorf Mancor de la Vall richtig, wo die Teufel in der Johannesnacht sämtliche Straßen unsicher machen.

Aber auch im Herbst tauchen die Dimonis bereits bei vielen Stadtfesten auf Mallorca auf. Ab Oktober steigen etliche "Firas" auf der Insel - mit tollen Märkten, Kirmestreiben, Konzerten, Kulturprogramm und Co. Feiern können die Mallorquiner wirklich gut - auch oder insbesondere außerhalb der Hochsaison.

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