Dutzende Flüge und Züge fallen wegen Streiks in Europa aus

Berlin.  Wer am Mittwoch von Deutschland in die Sonne nach Spanien oder Portugal fliegen wollte, bekam zum Teil die Antwort: Generalstreik. Und musste vorerst am Boden bleiben. Auch Zugfahren nach Brüssel gestaltete sich schwierig.

Dutzende Flüge und Züge von und nach Deutschland sind wegen der Streiks gegen die Sparpolitik in verschiedenen Ländern Europas ausgefallen. Betroffen waren vor allem Flugverbindungen nach Spanien und Portugal. In Belgien legte ein 24-stündiger Streik der Bahnmitarbeiter am Morgen den Zugverkehr weitgehend lahm. Die Deutsche Bahn setzte auf der ICE-Verbindung von Aachen nach Lüttich Ersatzbusse ein. Ein Verkehrschaos blieb aber bis zum Mittwochnachmittag weitgehend aus.

Vom Flughafen Frankfurt mussten zunächst acht Flugverbindungen gestrichen werden, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport mitteilte. Die Lufthansa wollte keine Angaben zur Zahl der ausfallenden Flüge machen. Am Dienstagabend war noch von 18 gestrichenen Verbindungen - also 36 Flügen - für ganz Deutschland die Rede gewesen. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte wegen der Generalstreiks in Spanien und Portugal einige Flüge zusammengelegt. Betroffen waren Flüge auf die Kanaren und Azoren, die einen Tag vorverlegt worden waren.

Millionen Arbeitnehmer in mehreren EU-Krisenländern hatten am Morgen aus Protest gegen die Sparpolitik ihrer Regierungen die Arbeit niedergelegt. In Spanien und Portugal brachten 24-stündige Generalstreiks manche Wirtschaftsbereiche zum Erliegen. In Italien demonstrierten Gewerkschafter und Studenten mit Arbeitslegungen und Kundgebungen. Auch in Griechenland waren die Beschäftigten zu einem mehrstündigen Ausstand aufgerufen. Auswirkungen im Flug- und im für Griechenland wichtigen Fährverkehr gab es hier aber nicht. Zu dem "Solidaritätstag" hatte der Europäische Gewerkschaftsbund aufgerufen.

Europas größter Reiseanbieter Tui hatte sich nach eigenen Angaben Anfang der Woche auf ein drohendes Verkehrschaos in Spanien und Portugal eingerichtet. Etwa 4000 deutsche Kunden seien von den Generalstreiks betroffen, hieß es. Vorsichtshalber wurde das Personal aufgestockt. "Wir haben am Montag zwei Crews nach Gran Canaria gebracht, um genügend Piloten und Flugbegleiter im Einsatz zu haben", sagte Ulrich Heuer, Chef des konzerninternen Krisenstabs. Es seien alternative Flugrouten ausgearbeitet worden, für Portugal gebe es einen Ersatzflugplan.

Auch Großbritannien, die Niederlande und andere Länder waren von den Streiks betroffen. Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden am Mittwoch zunächst etwa zehn Flüge von und nach Spanien annulliert. Drei Hochgeschwindigkeitszüge nach Paris blieben im Bahnhof. In London Heathrow, dem verkehrsreichsten Flughafen Europas, wurden bis zum Mittag wegen der Proteste 39 Flüge gestrichen.

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