Bei entgangener Platzreservierung gibt es Geld zurück

Berlin.  Vier Euro zahlen Bahn-Kunden für eine Platzreservierung. Mitunter ist aber ausgerechnet der Wagen mit dem gebuchten Platz nicht an den Zug gehängt. Glück hat, wer einen anderen Platz findet. Sonst bleibt nur Stehen - für das es aber Entschädigung gibt.
Eine Platzreservierung für Wagen 12 ist gut und schön - in diesem Fall fuhr der Wagen allerdings gar nicht mit. Foto: Andrea Warnecke Foto: DPA

Für eine entgangene Platzreservierung im Zug gilt "Geld zurück". Dafür ist auch keine Unterschrift vom Schaffner notwendig. Denn die Bahn könne im System nachschauen, ob der Wagen mit dem reservierten Platz fuhr oder nicht, sagt ein Sprecher des Unternehmens. Daher müsse weder der Schaffner im Zug noch ein Mitarbeiter am Bahnhof bestätigen, dass der reservierte Platz nicht in Anspruch genommen werden konnte.

Allerdings muss der Fahrgast beweisen, dass er eine Reservierung hatte. Um das Geld für die entgangene Reservierung zurückzubekommen, füllt der Kunde auf der Internetseite der Bahn das Formular "Kundendialog" aus. Dann muss das Ticket mit der Reservierung an die Bahn geschickt werden. Das Porto für die Post trägt der Kunde. Wer die Briefmarke sparen möchte, kann das Ticket auch im Reisezentrum oder an einem Servicepoint am Bahnhof abgeben. Bei Onlinetickets genügt es laut Bahn, im Online-Formular die Buchungsnummer anzugeben. Die Bahn sehe die Reservierung in ihrem System.

Wer für vier Euro einen festen Platz im Zug bucht, bekommt das Geld auch zurück, wenn er nicht auf genau diesem Platz saß - auch, wenn er einen anderen freien Platz gefunden hat. Wer keinen Platz mehr finden konnte und stehen musste, obwohl er eine Reservierung hatte, hat darüber hinaus Anspruch auf einen Reisegutschein. Die Höhe des Reisegutscheins hängt von der Reisedauer ab.

Ärger mit reservierten Plätzen, die Fahrgäste nicht in Anspruch nehmen konnten, gebe es öfter, sagt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn. Viel zu selten kümmert sich die Bahn seiner Ansicht nach darum, den Kunden einen alternativen Platz zu organisieren. Ab und zu mache das Unternehmen in der digitalen, blauen Anzeigentafel am Bahnstieg Ansagen wie: "Heute ohne Wagen 7, Reservierungen aus Wagen 7 sind heute in Wagen 8." Das sollte es allerdings möglichst jedes Mal so handhaben und nicht nur gelegentlich, findet Naumann.

Es kommt sogar vor, dass die Bahn Platzreservierungen in Waggons vergibt, von denen klar war, dass sie nicht eingesetzt werden. In einem Fall musste ein Bahngast auf seine Reservierung verzichten, weil der Zug aus technischen Gründen ohne den gebuchten Wagen fuhr. Der Schaffner erzählte, der Waggon sei auch die kommenden Wochen in Reparatur. Eine Woche später hatte der Gast erneut eine Reservierung auf derselben Strecke im selben Zug - wieder im fehlenden Waggon. Der Bahnsprecher bezeichnete das als "absolute Ausnahme".

Service:

Adresse für die Einsendung des Tickets: DB Fernverkehr Kundendialog, Postfach 100 613, 96058 Bamberg

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