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Wirkstoff zur Malaria-Vorbeugung dem Reiseziel anpassen
Von dpa/tmn
München. Wer in die Tropen fliegt, ist häufig auch dem Risiko von Malaria ausgesetzt. Weil manche Wirkstoffe seit Jahren dort im Umlauf sind, sind die Mücken teilweise schon resistent. Was hilft, ist eine gute Beratung vorab beim Arzt.
Die Anopheles-Mücke überträgt Malaria in vielen feucht-warmen Gebieten der Erde. Touristen können sich mit einer Prophylaxe oder einem Notfallmedikament gegen die Gefahr ausrüsten. Foto: epa/efe Foto: DPA
In vielen Malariagebieten haben sich Resistenzen gegen bestimmte Wirkstoffe in Antimalariamitteln entwickelt. Besonders Chloroquin allein oder in Kombination mit Proguanil ist davon betroffen, wie die Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen in München berichtet. Zur vorbeugenden Einnahme empfehlen die Experten daher stattdessen die Wirkstoffe Mefloquin oder Doxyzyklin sowie die Kombination von Atovaquon mit Proguanil.
Vorbeugend schützen sollten sich Reisende in Gebieten mit hohem Infektionsrisiko. Dazu zählen das gesamte tropische Afrika und einzelne Gebiete im östlichen Indonesien, Ozeanien und Südamerika. Da in Kambodscha und den Grenzgebieten Thailands zu Kambodscha, Laos und Burma Mefloquin immer weniger gut wirkt, raten die Fachleute dort zur vorbeugenden Einnahme von Atovaquon/Proguanil (Handelsnamen sind Malarone oder Malanil) oder Doxyzyklin.
In Gebieten mit niedrigem Infektionsrisiko bietet es sich an, ein Antimalariamittel für den Notfall im Gepäck zu haben. Je nachdem, wogegen die Erreger dort resistent sind, bietet sich Prof. Hans Dieter Nothdurft von der Universität München zufolge Chloroquin, Atovaquon mit Proguanil oder Artemether mit Lumefantrin an.
Ob und welche Medikamente im Voraus nötig sind, besprechen Patienten im Vorfeld am besten mit ihrem Arzt. Dabei spielen das Reiseziel, die Reisedauer und der Reisestil eine große Rolle. Aber auch persönliche Umstände des Reisenden wie Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten und Medikamenteneinnahmen sind zu berücksichtigen.
Nothdurft empfiehlt außerdem, sich vor Mückenstichen zu schützen. Dafür eignen sich Moskitonetze, Abschreckungsgeruchsstoffe (Repellents) und Insektizide - auch wenn eine hundertprozentige Abwehr der meist nacht- und dämmerungsaktiven Insekten nicht möglich ist.
Artikel vom 09.10.2012
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